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Suche nach Wulff-Nachfolger Gauck umstritten in der Netzgemeinde


Im Internet formiert sich eine noch kleine Bewegung gegen einen möglichen Bundespräsidenten Joachim Gauck. Der Grund: Gauck hatte die Occupy-Bewegung als "unsäglich albern" und Zuwanderungskritiker Thilo Sarrazin als mutig bezeichnet.

Im Internet rühren sich einen Tag nach Rücktritt des Bundespräsidenten Christian Wulff vereinzelte Stimmen gegen Joachim Gauck als möglichen Nachfolgekandidaten. Im sozialen Netzwerk Facebook etwa wurden mehrere Gruppen gegründet, die sich gegen den Ex-DDR-Bürgerrechtler aussprechen, darunter die Gruppe "Gauck: Nein, danke". Ein Grund dafür: Gauck hatte sich abfällig über die kapitalismuskritische Occupy-Bewegung geäußert und in einem früheren Interview dem Ex-Bundesbanker Thilo Sarrazin Mut attestiert, als der mit strittigen Äußerungen zur Zuwanderung im Feuer der Kritik stand.

Mit mageren 52-"Gefällt-mir"-Klicks steht diese Gruppe allerdings einer übermächtigen Gruppe "Joachim Gauck als Bundespräsident" gegenüber, die bereits mehr als 26.000 Mitglieder um sich scharen konnte.

Auch bei Twitter wird Kritik am möglichen Kandidaten laut: Ein Internetnutzer zwitscherte am Samstag: "Gauck meinte vor nicht langer Zeit: Sarrazin sei mutig & Anti-Banken-Proteste seien "unsäglich albern"." Die Ablehnung kommt besonders auch aus Migrantenkreisen. "Sarrazin-Unterstützer Joachim Gauck als neuer Präsident? NEIN DANKE...", schreibt etwa der türkische Journalist Erhan Mertürk aus Berlin auf Facebook. Ein anderer kommentierte auf Twitter: "Gauck: Keine Distanzierung von Sarrazin, Kapitalismuskritik ist albern, Atomausstieg gefühlsduselig #BitteNichtGauck".

Gauck war bereits 2010 Präsidentschaftskandidat - unterlag aber Wulff. Diese hatte am Freitag mit sofortiger Wirkung sein Amt aufgegeben und damit die Konsequenzen aus der Affäre um mögliche Vergünstigungen von befreundeten Unternehmern gezogen.

jwi/DPA DPA

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