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TERRORISMUS: Rohwedder-Mord: Spur führt zu Grams

Mehr als zehn Jahre nach dem Mord an Treuhand-Chef Detlev Karsten Rohwedder hat das Bundeskriminalamt eine Spur zum RAF-Terroristen Wolfgang Grams ermittelt.

Mehr als zehn Jahre nach dem Mord an Treuhand-Chef Detlev Karsten Rohwedder hat das Bundeskriminalamt eine Spur zum RAF-Terroristen Wolfgang Grams ermittelt. Ein Haar von Grams sei an einem Handtuch entdeckt worden, das in einem Gebüsch am Tatort zurückgelassen wurde, teilte eine Sprecherin von Generalbundesanwalt Kay Nehm am Mittwoch in Karlsruhe mit. Nach neuen molekulargenetischen Analysen stamme das Haar zweifelsfrei von Grams.

Die Bundesanwaltschaft wollte Grams zwar nicht als Tatverdächtigen oder Tatbeteiligten einstufen, wertete die Spur aber als »entscheidenden neuen Impuls«. Der Terrorist Grams kam zwei Jahre nach dem Rohwedder-Attentat 1993 bei einem Polizeieinsatz auf dem Bahnhof von Bad Kleinen unter umstrittenen Umständen durch Pistolenkugeln ums Leben. Die Bundesanwaltschaft geht von Selbstmord aus, mit dem sich Grams seiner Festnahme entzogen habe.

Letzter politischer Mord der RAF

Rohwedder war am 1. April 1991 in seinem Privathaus in Düsseldorf erschossen worden, seine Frau überlebte das Attentat verletzt. Die Täter hatten aus einem Schrebergarten am Rheinufer durch ein Fenster des Hauses gefeuert. Am Tatort entdeckten die Ermittler neben dem Frottee-Handtuch das als authentisch eingestufte Bekennerschreiben der RAF.

Dem späten Ermittlungserfolg sei ein Durchbruch bei der genanalytischen Untersuchung von Haaren vorangegangen, so die Ermittler. In aufwendigen Forschungsreihen sei im Kriminaltechnischen Institut eine Methode entwickelt worden, die eine Kern-DNA-Analyse an ausgefallenen Haaren ermögliche.

Das Attentat auf Rohwedder 1991 war der letzte politische Mord der terroristischen Roten Armee Fraktion. Die RAF löste sich 1998 auf. Rohwedder hatte die Verantwortung für die Sanierung und Abwicklung von mehr als 8000 DDR-Industriebetrieben.