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Truppenbesuch in Mali: Von der Leyen will mehr Soldaten ins Ausland schicken

Sie ist für ein stärkeres internationales Engagement der Bundeswehr. Bei ihrem Besuch der deutschen Truppen in Mali warnt die Verteidigungsministerin: Die Terroristen seien noch nicht entwaffnet.

Bundesverteidigungsministerin Ursula von der Leyen (CDU) ist am Donnerstag zu einem Truppenbesuch im westafrikanischen Mali eingetroffen. Sie landete am Vormittag auf dem Flughafen der Hauptstadt Bamako. Von der Leyen hält sich seit Mittwoch in der Region auf und besuchte zuvor deutsche Soldaten im benachbarten Senegal.

Es ist der erste Besuch der Ministerin in Afrika seit ihrem Amtsantritt. In Mali will von der Leyen unter anderem mit Präsident Ibrahim Boubacar Keïta und Verteidigungsminister Soumeylou Boubèye Maïga in der Hauptstadt Bamako zusammenkommen. Zudem ist ein Besuch im Bundeswehrtrainingslager in Koulikoro etwa 50 Kilometer nordöstlich der Hauptstadt geplant.

Ausbildung und medizinische Versorgung

In Mali beteiligt sich die Bundeswehr seit dem Sommer mit derzeit etwa hundert Soldaten an der EU-Mission EUTM Mali. Ihre Aufgaben sind die Ausbildung malischer Soldaten und Unterstützung bei der medizinischen Versorgung. Eine Verlängerung des zunächst bis zum Monatsende laufenden Mandats bis Februar und eine Aufstockung der Obergrenze von 180 auf 250 Soldaten wurden am Mittwoch vom Bundeskabinett beschlossen und müssen nun vom Bundestag beraten werden.

Im Januar 2013 hatte die französische Armee zur Unterstützung der malischen Truppen im Kampf gegen islamistische Kämpfer einen Einsatz im Norden des Landes begonnen. Die Islamisten wurden inzwischen weitgehend aus den wichtigen Städten der Region vertrieben, allerdings sorgen sie weiter für Unruhe.

5000 Bundeswehrsoldaten im Ausland

Zur Stabilisierung des Landes beteiligt sich die Bundeswehr seit dem Sommer auch mit derzeit etwa 70 Soldaten an der UN-Mission MINUSMA in Mali und im Senegal. Die Obergrenze für dieses Mandat, das zunächst noch bis Juni läuft, liegt bei 150 Soldaten. Die UN-Truppe soll für Stabilität sorgen und die Zivilbevölkerung schützen. Die Bundeswehr unterstützt ihren Einsatz etwa mit Lufttransporten und der Betankung von Flugzeugen in der Luft.

Nach einem Gespräch mit dem senegalesischen Verteidigungsminister Augustin Tine sagte von der Leyen, die Sicherheitslage in Mali sei ihr als beherrschbar und stabil geschildert worden. Aber die Terroristen seien noch nicht entwaffnet. "Ein Gefahrenpotenzial ist durchaus noch da", sagte sie. "Wir müssen wachsam bleiben und zurückdrängen heißt nicht, dass das Problem gelöst ist."

Insgesamt sind derzeit etwa 5000 Bundeswehrsoldaten im Ausland im Einsatz, die meisten von ihnen in Afghanistan und - mit großem Abstand - im Kosovo. Von der Leyen hatte sich zuletzt für ein stärkeres internationales Engagement der Bundeswehr ausgesprochen. Die geplante Aufstockung des Mali-Mandats ist ein erster Schritt, zudem ist die Entsendung eines Lazarettflugzeugs für die Zentralafrikanische Republik im Gespräch.

amt/DPA/AFP / DPA