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Unionspolitiker zur Atomdebatte: Moratorium ohne Ende

Das Saarland, Bayern und Schleswig-Holstein. In allen drei Ländern ist die Atomkraft offenbar out. Viele Unionspolitiker sprechen sich mittlerweile für eine endgültige Abschaltung der sieben ältesten Atommeiler aus. Der saarländische Ministerpräsident Peter Müller (CDU) fordert auch eine Laufzeit-Überprüfung der übrigen Atomkraftwerke.

Saarlands Ministerpräsident Peter Müller (CDU) hat eine dauerhafte Stilllegung der zunächst nur für drei Monate abgeschalteten älteren Atomkraftwerke gefordert. Während des von der Bundesregierung erklärten Moratoriums müsse zudem geprüft werden, wie lange die übrigen Meiler noch laufen sollten, sagte Müller am Mittwoch in einer Regierungserklärung. "Wir müssen die Brücke ins Solarzeitalter schneller bauen als bisher geplant", forderte Müller als Konsequenz aus der Atomkatastrophe in Japan.

Bayerns Umweltminister Markus Söder (CSU) sprach sich ebenfalls für die endgültige Abschaltung der sieben ältesten deutschen Atomkraftwerke aus. "Es würde uns als politisches Signal gut tun, wenn die älteren Reaktoren nicht wieder ans Netz gehen", sagte er dem "Stern". Die Nutzung der Kernenergie habe noch nie zum Markenkern der CSU gehört, ergänzte Söder. "Das Atomzeitalter geht zu Ende. Auch in Bayern. Aber noch nicht jetzt." Speicherkapazitäten und Stromnetze müssten zuvor schneller und sehr kräftig ausgebaut werden. "Es muss jetzt einen nationalen Kraftakt geben."

Auch Schleswig-Holsteins Landesregierung will den Ausstieg aus der Atomenergie beschleunigen. Spätestens 2020 solle der Norden seinen Strombedarf vollständig aus erneuerbaren Energien decken, sagte Ministerpräsident Peter Harry Carstensen (CDU) am Mittwoch im Kieler Landtag.

cjf/DPA / DPA