Ursula von der Leyen "Brückenjahr zur Schule"


In Niedersachsen läuft schon ein entsprechendes Projekt, nun soll es laut Familienministerin Ursula von der Leyen auf ganz Deutschland übertragen werden: ein Pflicht-Vorschuljahr. Die Ministerin hat dabei vor allem Problemfamilien im Blick.

Bundesfamilienministerin Ursula von der Leyen plädiert für ein Pflicht-Vorschuljahr, das dem Schulbeginn vorangestellt werden soll und die Vorbereitung auf die Schule verbessert. In einem Interview mit dem stern sagte die CDU-Politikerin, die meisten Eltern seien sehr engagiert und erfüllten ihre Aufgabe hervorragend.

Aber es gebe auch eine Gruppe von "Eltern, die mit sich und ihrer Lebenssituation völlig überfordert" seien. Diese Eltern hätten kein Problembewusstsein, "sie nehmen die Bedürfnisse ihrer Kinder überhaupt nicht mehr wahr". Von der Leyen möchte damit ein entsprechendes Projekt des Landes Niedersachsen auf ganz Deutschland übertragen.

Die Deutschen teilen ganz offenbar die Meinung der Familienministerin. Laut einer aktuellen Forsa-Umfrage im Auftrag des stern wünscht sich die Mehrheit der Bundesbürger eine Kindergartenpflicht schon für Kinder ab drei Jahren. 51 Prozent sprachen sich dafür aus. 46 Prozent lehnen eine solche Verpflichtung ab.

Die Ministerin sagte, der normale Kindergarten helfe gerade der problematischsten Gruppe nicht weiter, weil zu viele Kinder aus bildungsfernen Familien die Kindergärten gar nicht besuchten. Da könne nur die Pflicht zum Besuch der Vorschule helfen. Zur Finanzierung eines solchen "Brückenjahres zur Schule", das Eltern und Kommunen finanziell entlasten würde, sagte von der Leyen: "Wenn wir frühkindliche Bildung als Aufgabe sehen, durch die die Innovation unseres Landes in 30 Jahren geprägt wird, möchte ich mit Bund und Ländern über die Finanzierung diskutieren und so ein ganzheitliches Konzept entwickeln."

Die Ministerin will außerdem wie das Land Nordrhein-Westfalen einen verbindlichen Sprachtest im Alter von vier Jahren bundesweit einführen. Für diejenigen, die in diesem Alter noch wie Drei- oder Zweijährige sprächen, "muss der Staat verpflichtend Sprachkurse machen, damit die Kinder das ganze Potenzial an Kreativität, an Fantasie, auch an Lernvermögen der frühen Jahre entwickeln können".

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