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Vor Dreikönigstreffen der FDP Westerwelle wird Gespenst Lindner nicht los

Die FDP im tiefsten Umfragetief und ihr Chef mittendrin: Guido Westerwelle müsse auf dem Dreikönigstreffen Farbe bekennen und die Partei zum Aufbruch bewegen, fordert Justizministerin Sabine Leutheusser-Schnarrenberger - und lobt im gleichen Atemzug Generalsekretär Christian Lindner in den höchsten Tönen.

Von dem Dreikönigstreffen der FDP am kommenden Donnerstag in Stuttgart muss nach Auffassung von Bundesjustizministerin Sabine Leutheusser-Schnarrenberger ein klares Signal für die Partei ausgehen. Das Treffen müsse "zum Aufbruch in das Superwahljahr werden", sagte das FDP-Präsidiumsmitglied dem "Hamburger Abendblatt". "Ich erwarte von Guido Westerwelle eine inhaltlich pointierte Rede. Er muss deutlich machen, wo die FDP jetzt Schwerpunkte setzen und welche Positionen sie in der Bundesregierung durchsetzen will", forderte die Ministerin von ihrem in die Kritik geratenen Parteivorsitzenden.

Leutheusser-Schnarrenberger rief ihre Partei zur Selbstkritik auf. "Wir hatten einen schwachen Start in der Bundesregierung. Es ist ganz wichtig, das offen und selbstkritisch zu sagen. Wir können nicht so tun, als sei alles gut gelaufen. Wir müssen deutlich besser werden." Als Außenminister habe Westerwelle "ganz klar Erfolge zu verzeichnen", fügte sie hinzu. "Seine schlechten Umfragewerte haben mit der Leistung der Partei insgesamt zu tun." Sie persönlich unterstütze Westerwelle.

"Lindner exzellenter Mann für herausragende Ämter"

Zugleich lobte Leutheusser-Schnarrenberger FDP-Generalsekretär Christian Lindner, der aus ihrer Sicht für höhere Aufgaben in Frage komme. Lindner, 31, sei "jetzt schon einer der Beliebtesten in unserer Partei, der konsequent an der programmatischen Neuausrichtung mitarbeitet. Ich halte ihn für einen exzellenten Mann", sagte die Ministerin. "Er hat aufgrund seiner Persönlichkeit ganz sicher die Fähigkeit, herausragende Ämter wahrzunehmen."

In der seit Wochen anhaltenden Führungsdebatte in der FDP werden für den Fall eines Rückzugs von Parteichef Guido Westerwelle neben Lindner auch Wirtschaftsminister Rainer Brüderle, 65, und Gesundheitsminister Philipp Rösler, 37, als mögliche Nachfolger genannt. Leutheusser-Schnarrenberger sagte, beim Bundesparteitag der FDP im Mai werde ein ganzes Führungsgremium neu gewählt. Dabei werde sich einiges verändern. "Vieles hängt davon ab, was Guido Westerwelle selbst möchte. Wir sollten ihn ganz persönlich entscheiden lassen, ob er noch einmal als Vorsitzender antritt."

Merkel macht Westerwelle Mut

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) soll ihren Vize bei mehreren vertraulichen Gesprächen im Kanzleramt zum Durchhalten ermuntert haben. Das berichtet die "Bild am Sonntag" (BamS). Auch CSU-Chef Horst Seehofer habe an den Zusammenkünften in den vergangenen Wochen teilgenommen und dem Vizekanzler und Außenminister den Rücken gestärkt.

Demonstrative Unterstützung für den Parteichef kam von Rösler: "Guido Westerwelle ist der beste Wahlkämpfer, den wir haben. Er wird uns erfolgreich in die Wahlkämpfe des Superwahljahres 2011 führen. Und in diesem Jahr wird die FDP ihr Tief gemeinsam mit Guido Westerwelle überwinden“, sagte er der "BamS".

In diesem Jahr stehen in sieben Bundesländern Landtagswahlen an. Gut ein Jahr nach ihrem enormen Erfolg bei der Bundestagswahl befindet sich die FDP derzeit aber in einem dramatischen Popularitätstief. Umfragen zufolge müssten die Liberalen bei einer Bundestagswahl sogar um den Wiedereinzug ins Parlament bangen.

joe/Reuters/AFP/DPA DPA Reuters

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