HOME

Landtagswahl: Der Wahl-O-Mat zur Hessen-Wahl und seine Alternativen: Welche Partei passt zu mir?

Nach der Landtagswahl in Bayern werden am 28. Oktober die Hessen an die Wahlurnen gebeten. Wer noch unsicher ist, welcher Partei er seine Stimme geben soll, kann sich digitale Unterstützung holen. Der stern stellt den Wahl-O-Mat und andere Entscheidungshilfen vor.

Wahl-O-Mat und Alternativen für die Landtagswahl in Hessen

Der Wahl-O-Mat der Bundeszentrale für politische Bildung für die Landtagswahl in Hessen

Am 28. Oktober wird in Hessen der Landtag gewählt. Dann können sich die Wahlberechtigten der rund 6,2 Millionen Einwohner entscheiden, welche Partei wie viel Entscheidungsgewalt bekommen sollen. In den letzten Landtagswahlen vor fünf Jahren erhielt die CDU 47 Sitze, die SPD 37. Mit einigem Abstand folgten die Grünen, die Linken und die FDP. Die AfD war bisher nicht im Landtag vertreten.

Welche Positionen die einzelnen Parteien vertreten, steht zum einen in ihren Programmen. Verknappt auf 38 Thesen finden sich Antworten auf die drängenden Fragen aber auch im Wahl-O-Mat der Bundeszentrale für politische Bildung, der die Wahlentscheidung erleichtern soll. Die Anwendung gibt es als App, Sie können die Befragung aber auch einfach am Desktop durchführen. Hier geht es zum Wahl-O-Mat für die Hessen-Wahl.

Wie funktioniert der Wahl-O-Mat?

Dem Nutzer werden verschiedene Positionen zu aktuellen Themen vorgestellt, die mit "Stimme zu", "Stimme nicht zu" oder "Neutral" beantwortet werden. Auch Überspringen ist möglich. Themen, die dem Nutzer besonders wichtig erscheinen, können mit einem Stern markiert werden. Diese werden doppelt bewertet. Im letzten Schritt entscheiden Sie sich für maximal acht Parteien, die bei der Auswertung berücksichtigt werden sollen.

Anhand der Antworten und der gewählten Schwerpunkte ermittelt der Wahl-O-Mat schließlich, welche Partei am besten passt. Bei Entscheidungsschwierigkeiten können im Nachhinein die jeweiligen Stellungnahmen der Parteien zu den einzelnen Thesen helfen. 

Was ist die Kritik am Wahl-O-Mat?

Die wohl größte Kritik am Wahl-O-Mat sind seine Vereinfachungen. Große Themenkomplexe werden bei der Abfrage auf eine einzige These reduziert. So kann sich der Nutzer zwar schnell einen Überblick verschaffen und ohne viel Aufwand die Fragen beantworten, bleibt in seinem Wissen aber recht oberflächlich. Da die Fragen bei der Landtagswahl im Verhältnis zur Bundestagswahl jedoch recht spezifisch und die Themenkomplexe kleiner sind, kommt die Kritik hier nicht so stark zu tragen wie im vergangenen Jahr. 

Alternativen zur Entscheidungsfindung

Zur Bundestagswahl im vergangenen Jahr ploppten viele Anwendungen auf, die eine Entscheidungsfehler für den Wähler darstellen sollten. Dass besonders junge Menschen in der Wahlkabine oft ins Schwitzen geraten, haben auch private Entwickler sich zu nutzen gemacht. Neben dem "Wahl-O-Mat" gab es noch viele weitere Apps und Internetseiten, auf denen die eigenen Antworten mit den Positionen der verschiedenen Parteien abgeglichen wurden. Bei der diesjährigen Landtagswahl in Hessen fällt die Vielfalt der Alternativen zwar deutlich schmaler aus, zwei Anwendungen könnten sich dennoch lohnen.

WahlSwiper

WahlSwiper ist politische Orientierung im "Tinder"-Kleid. Gemäß dem Stil der berühmten Dating-App entwickelte die Berliner Agentur "movact" in Zusammenarbeit mit der Albert-Ludwigs-Universität Freiburg und der Goethe-Universität-Frankfurt am Main eine Anwendung, bei der Nutzer ihre Meinung zu verschiedenen Thesen per Wischbewegungen kundtun. Der Unterschied zum BPB-Original: Der Nutzer des "WahlSwipers" muss ohne die Antwortmöglichkeit "Neutral" auskommen. Die Hersteller sagen zu ihrer Entscheidung: "Wir stehen auf klare Kante. Bei uns gibt’s nur 'Ja' und 'Nein', kein 'vielleicht'. Das bringt die Parteien manchmal ins Schwitzen, hilft dir aber bei der Entscheidung."

Digital-O-Mat

Wer seine Wahlentscheidung von digitalen Themen abhängig macht, sollte sich den Digital-O-Mat ansehen. Ein Zusammenschluss aus verschiedenen Kooperationspartnern, darunter der Chaos Computer Club und das Bündnis Freie Bildung, hat eine Wahl-O-Mat-ähnliche Anwendung entwickelt, die zehn Themen aus dem Bereich des Digitalen abfragt. So zum Beispiel Informationsfreiheit, öffentlich finanzierte Software-Entwicklungen oder vorhersagende Polizeiarbeit. Der Digital-O-Mat ist als zusätzliche Informationsquelle ergänzend zum Wahl-O-Mat gedacht, weil digitale Themen nach Ansicht der Hersteller in der allgemeinen Wahl-Berichterstattung oft zu kurz kämen. 

Quellen: Bundeszentrale für politische Bildung, Goethe-Universität in Frankfurt, Albert-Ludwigs-Universität in Freiburg, Wahl-O-Mat, WahlSwiper, Digital-O-Mat

sve