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WAHLKAMPF: Erster Streit in der Union

Nach der Entscheidung für eine Kanzlerkandidatur Edmund Stoibers zeichnet sich in der Union der erste Streit ab. Präsidiumsmitglieder der CDU warnten vor einer zu starken Dominanz der Schwesterpartei.

Kurz nachdem der frisch gekürte Unions-Kanzlerkandidat Edmund Stoiber seine Partei zur Geschlossenheit aufgerufen hat, gibt es in der Partei offenbar den ersten Streit über die künftige Abstimmung der beiden Schwesterparteien, das berichtet die »Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung«. CSU-Chef Stoiber und CDU Chefin Merkel hatten vereinbart, den Wahlkampf von den Parteizentralen in Berlin und München gemeinsam zu führen. Dem widersprach der hessische Ministerpräsident Roland Koch und forderte den Führungsanspruch der CDU ein.

Angst vor zu starker Dominanz der CSU

Koch drang den Informationen der Zeitung zufolge während der Klausurtagung in Magdeburg auf einem gemeinsamen Wahlkampf von Berlin aus. Die CDU müsse auch nach der Entscheidung für Stoiber ihre Eigenständigkeit behaupten. Teilnehmer berichteten, Koch habe gesagt, wenn man so manchem in der CSU die Hand gebe, müsse »man hinterher darauf achten, ob nach alle fünf Finger dran sind«. Einige Präsidiumsmitglieder hätten vor einer zu starken Dominanz der CSU gewarnt.

»Gastrecht« bei der CDU?

Koch und die CDU-Landesvorsitzenden von Niedersachsen und Rheinland-Pfalz, Christian Wulff und Christoph Böhr, wollen der Parteivorsitzenden Angela Merkel den Vorschlag machen, Stoiber jederzeit ein »Gastrecht« im CDU-Präsidium zu geben. Damit sei er besser eingebunden. Im Umfeld der Parteivorsitzenden Angela Merkel stoße diese Überlegung allerdings auf Ablehnung.