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Waldorf-Pädagogik: Auf Tuchfühlung mit dem rechten Rand

Die Waldorf-Bewegung in Deutschland muss sich derzeit des Vorwurfs erwehren, sie grenze sich zu wenig ab vom rassistischen Gedankengut ihres Gründers Rudolf Steiner. Jetzt hat einer ihrer führenden Denker auch noch ein Buchmanuskript mit einem NPD-Funktionär geschrieben - es aber vor der Veröffentlichung zurückgezogen.

Von Sebastian Christ und Manuela Pfohl

Der Imageschaden ist immens. Und eigentlich möchte der Bund der Freien Waldorfschulen am Freitag mit der Beseitigung der Trümmer beginnen. Auf einer Pressekonferenz in Berlin wollen führende Vertreter der Waldorf-Pädagogik Vorwürfe entkräften, ihr Gründervater Rudolf Steiner habe rassistisches Gedankengut verbreitet, das heute noch Grundlage des Unterrichts an deutschen Waldorfschulen sei.

Doch der Weg zurück zur Normalität dürfte lang und beschwerlich werden, nicht zuletzt, weil einer der wichtigsten Vordenker der Waldorf-Pädagogik immer wieder mit der Relativierung von rechtem Gedankengut in Verbindung gebracht wird.

"Rassismus zum Humanismus umgedeutet"

Es geht um den gebürtigen Schweizer Lorenzo Ravagli. Der 50-Jährige ist Redakteur des Waldorf-Journals "Erziehungskunst - Zeitschrift zur Pädagogik Rudolf Steiners". Die Berliner Kulturwissenschaftlerin Jana Husmann-Kastein hat ihm in einer Stellungnahme vorgeworfen, rassistische Standpunkte Steiners zu rechtfertigen. Sie war Gutachterin in einem Indizierungsverfahren der Bundesprüfstelle für jugendgefährdende Medien (BPjM), das sich mit zwei Büchern von Rudolf Steiner befasste.

Als Basis für ihre Vorwürfe führt sie ein Buch an, das Lorenzo Ravagli in den Jahren 2001 und 2002 zusammen mit einem Ko-Autor herausgegeben hat. "Der Rassismus Steiners wird dabei von Bader und Ravagli nicht nur abgestritten, sondern zum Humanismus umgedeutet", schreibt Husmann-Kastein. Kritiker Steiners würden von den beiden Buchautoren massiv diffamiert. "Insgesamt wird von Bader und Ravagli alles legitimiert, was Steiner zu 'Menschenrassen' gesagt und geschrieben hat. Das liegt nicht an der mangelnden Textkenntnis, denn die einschlägigen Rassismen Steiners werden zitiert."

Familienministerium strengte Indizierungsverfahren an

Ursprünglicher Anlass für die Auseinandersetzungen um Ravagli und die anthroposophische Lehre war ein Antrag des Bundesfamilienministeriums bei der Bundesprüfstelle für jugendgefährdende Medien (BPjM). Die Behörde der CDU-Politikerin Ursula von der Leyen hatte im Sommer auf die Indizierung der Rudolf-Steiner-Gesamtausgaben Nr. 107 und Nr. 121 gedrungen. Darin finden sich zahlreiche Zitate, die rassistische Tendenzen des Autors nahe legen.

In der "Geisteswissenschaftlichen Menschenkunde" heißt es etwa: "Die Menschen, welche ihr Ich-Gefühl zu gering ausgebildet hatten, wanderten nach dem Osten und die übrig gebliebenen Reste von diesen Menschen sind die nachherige Negerbevölkerung Afrikas geworden." Auch von der "passiven Negerseele", die "völlig ihrer Umgebung, der äußeren Physis hingegeben" sei, ist die Rede.

Im September dieses Jahres fällte die Prüfstelle ein salomonisches Urteil. Man ersparte der Waldorf-Bewegung die Schmach einer Indizierung. Im Gegenzug erklärte sich die Rudolf-Steiner-Nachlassverwaltung bereit, schnellstmöglich eine kommentierte Ausgabe der Schriften zu veröffentlichen und künftig auf die Publikation von nicht-kommentierten Editionen zu verzichten. Außerdem stellte die Prüfstelle fest, dass es "Rassismus" im Werk von Rudolf Steiner gebe - eine Tatsache, die lange Zeit vom Bund der Freien Waldorfschulen und anderen anthroposophischen Institutionen vehement bestritten wurde.

"Ich will rechte Ideologen nicht pauschal ablehnen"

Wie jetzt bekannt wurde, war Ravagli außerdem noch an einem fragwürdigen Buchprojekt beteiligt. Zusammen mit dem niedersächsischen NPD-Spitzenfunktionär Andreas Molau, einem ehemaligen Waldorf-Lehrer, hatte er ein Manuskript mit dem Titel "Falsche Propheten" verfasst, in dem es um die Auseinandersetzung mit nationalistischem Gedankengut und den Lehren Steiners geht. Erst knapp vor der Präsentation auf der Frankfurter Buchmesse im Oktober bekam Ravagli offenbar kalte Füße und zog seine Autorisierung zurück.

In den Auszügen des Buches, die stern.de vorliegen - dazu gehören nicht die Einleitung und das Schlusskapitel - vertritt Ravagli zwar ausdrücklich die Ansicht, dass Nationalismus und Waldorf-Ideale nicht vereinbar seien. Dennoch sorgte er mit dem gemeinsamen Projekt dafür, dass Molau ein Forum für seine rechtsextremen Ansichten bekam. Dass es möglicherweise auf ihn selbst zurückfällt, wenn er Molau hoffähig macht, hat Ravagli mittlerweile wohl auch selbst erkannt. Zu seinem Rückzug sei es gekommen, weil "ein Buchprojekt mit einem bekennenden Rechtsaußen derzeit von der Öffentlichkeit im falschen Kontext bewertet werden könnte", sagte er stern.de. Und über seine Motivation zu diesem Buch: "Mir war und ist es wichtig, rechte Ideologen nicht pauschal abzulehnen. Ich halte eine inhaltliche Auseinandersetzung mit ihnen für notwendig."

Molau war selbst Waldorf-Lehrer in Braunschweig. Im Herbst 2004 hatte er der Schule mitgeteilt, dass er künftig die sächsische Landtagsfraktion der NPD in schulpolitischen Fragen beraten wolle. Daraufhin wurde ihm gekündigt. Im Sommer dieses Jahres geriet Molau erneut in die Schlagzeilen. Er wollte in Brandenburg ein "Waldorf-Landschulheim" eröffnen. Der Bund Freier Waldorfschulen verweigerte ihm jedoch die Erlaubnis, diesen Namen zu verwenden und ging rechtlich gegen Molau vor. Eine "NPD-Waldorfschule", warnten Kritiker, hätte das Potenzial, die ganze Bewegung in ihrer Existenz zu gefährden.

Oldtimer gekauft - bei Instandsetzung Unfallschäden entdeckt
Hallo, ich habe mir vor ein paar Wochen einen amerikanischen Oldtimer gekauft - ein Import aus den Staaten, bekam hier eine Vollabnahme und H-Gutachten. Aufgrund der Entfernung konnte ich den Wagen jedoch lediglich auf Fotomaterial besichtigen und auf den Fotos sah er aber sehr gut aus - hatte wenig Laufleistung und wurde auch beim Gespräch mit dem Verkäufer am Telefon mit einem guten Zustand beworben. Nach der Lieferung fielen mir dann sofort 2 Roststellen auf, wo ich mir noch sagte "Hey - das Auto ist 40 Jahre alt - darf es haben, also reparierst du es einfach". Bei der Reparatur stellen sich dann jedoch weitere Roststellen heraus, die sogar zur Demontage der Innenverkleidungen, Kotflügel und Windschutzscheibe führten. Aber Ok - altes Auto. Der Wagen ging daraufhin zum Lackierer und wurde dort weiter behandelt. Dabei kamen dann weitere Mängel zum Vorschein: Die Beifahrertüre wurde bereits im unteren Bereich dick mit Spachtel überzogen - die Unterkante wurde ausgetauscht und von innen nicht versiegelt - das Blech rostete durch. Jedoch war das gesamte untere Türdrittel komplett verbeult - dazu braucht es schon einen recht großen Hammer. Ca. 8mm dicke Spachtelbrocken musste ich abschlagen. An einer Stelle wurde das Blech der Seitenwand bereits ausgetauscht. Durch die schlechte Arbeit waren Blechteile vollständig durchrostet. Auf der anderen Seitenwand hatte der Wagen einen weiteren Treffer kassiert - das Blech war eingedrückt und wurde mit massig Spachtel übergetüncht. Von außen nur anhand sehr schlechtem Lackbildes zu sehen und von innen sind deutlich Schweißpunkte vom Blechzughammer erkennbar. Auch die Seitenscheiben waren stümperhaft montiert. Diese wurden nicht mit Scheibenkleber, sondern einer kaugummiartigen Substanz montiert und fielen bei der Demontage der Zierleisten dem Lackierer bereits entgegen. Laut Verkäufer wurden die Seitenwände zwar überlackiert (was man auch sehen konnte), ein Grund wurde jedoch nicht genannt - angeblich schlechter Lack oder Kratzer. Nun meine Frage: Im Kaufvertrag ist der Wagen wie folgt beschrieben: "Keine Unfallschäden laut Vorbesitzer" "Dem Verkäufer sind auf andere Weise keine Unfallschäden bekannt" Weitere Regelungen gibt es im Kaufvertrag nicht. Durch die Beseitigung der Durchrostungen an den unfachmännisch ausgeführten Blech- und Spachtelarbeiten ist der Preis für die Lackierung deutlich gestiegen. Kann man beim Verkäufer hierfür mitunter Schadensersatz geltend machen? Gekauft wurde das Fahrzeug Mitte Dezember 2018, geliefert in der 2ten KW im Januar. Danke im Voraus für eure Antworten.

Von:

Sebastian Christ und Manuela Pfohl