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Bundespräsident zu Heiligabend: Was Gauck in seiner Weihnachtsansprache betont

Joachim Gaucks Fazit zum Jahr 2015 fällt eher negativ aus, er spricht von Terror, Krieg und Gewalt. Doch eines hat ihm ganz besonders imponiert.

Joachim Gauck in der Weihnachstansprache:  "Wir haben gezeigt, was in uns steckt"

Joachim Gauck in der Weihnachstansprache:  "Wir haben gezeigt, was in uns steckt"

Bundespräsident hat sich zuversichtlich geäußert, dass Deutschland die Herausforderung durch die hohe Zahl von Flüchtlingen bewältigen kann. Zugleich erteilte er am Donnerstag in seiner Weihnachtsansprache laut vorab verbreitetem Redetext Gewalt und Hass eine scharfe Absage. Insgesamt fiel Gaucks Jahresbilanz eher negativ aus: "Das Jahr war doch in hohem Maße gekennzeichnet von Unglück, von Gewalt, Terror und Krieg".

In der Flüchtlingsfrage sieht der jedoch Zeichen der Hoffnung: "Der Einzelne wie auch die Gesellschaft können sich beständig neu entdecken und wachsen", sagte Gauck in seiner Rede. "So kann sich das Land erkennen in den Herausforderungen, die es annimmt und, da bin ich zuversichtlich, auch meistern wird." Das Staatsoberhaupt dankte allen, die dabei mitgewirkt haben und weiter mitwirken.

Gauck: "Unzählige getan, was in ihren Kräften stand"

"Wo die Behörden an ihre Grenzen kamen, haben Sie, liebe Mitbürgerinnen und Mitbürger, die Menschen willkommen geheißen". Spontan und selbstverständlich hätten Bürger Essen und Trinken, Decken und Kleidung gebracht, Sprachkurse organisiert und Unterstützung bei Behördengängen geleistet, sagte Gauck. "Sie alle sind zum Gesicht eines warmherzigen und menschlichen Landes geworden." Doch auch von Berufs wegen hätten "Unzählige getan, was in ihren Kräften stand".

Mit Blick auf Gewalt und Hass gegenüber Flüchtlingen sagte der Bundespräsident, diese seien "kein legitimes Mittel der Auseinandersetzung". "Brandstiftung und Angriffe auf wehrlose Menschen verdienen unsere Verachtung und verdienen Bestrafung", hob Gauck hervor. Stattdessen rief er zu "offenen Diskussionen und Debatten" auf, damit "wir Lösungen finden, die langfristig Bestand haben". Diese müssten "das Wohlergehen der eigenen Bürger berücksichtigen, aber nicht die Not der vergessen".

Joachim Gauck erinnert an Germanwings-Katastrophe

Gauck erinnerte in der Ansprache auch "an die schreckliche Flugzeugkatastrophe in den französischen ", wo der Kopilot eine Maschine der Fluggesellschaft Germanwings zum Absturz gebracht hatte. Zudem habe es zahlreiche Krisen gegeben, "die sich überlagerten, fast alle andauern und bei zahllosen Menschen Unsicherheit, oft auch Angst auslösen". Dazu zählten die Finanzkrise und die zunehmenden Differenzen in der Europäischen Union sowie die Debatten über die Zukunft Griechenlands.

Hinzu kämen die bewaffneten Konflikte: "Ich denke auch an die Ukraine, Syrien, Afghanistan, die vom Terror bedrohten Gebiete Afrikas", sagte Gauck.

Gerade an Weihnachten denke er dabei "besonders an Menschen, die wegen ihres christlichen Glaubens verfolgt werden". Der Bundespräsident dankte den in den Konfliktgebieten tätigen zivilen Helfern, "in gleicher Weise grüße ich die Soldatinnen und Soldaten, die im gefährlichen Kampf gegen die Wurzeln des Terrors, der vor kurzem unter anderem auch in Paris gewütet hat, eingesetzt sind".

Die Migrationsbeauftragte der Bundesregierung, Aydan Özoguz (SPD), schlug vor, Gaucks Weihnachtsansprache ebenso wie auch später die Neujahrsansprache von Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) bei der Ausstrahlung mit arabischen Untertiteln zu versehen und in Mediatheken auch mit Übersetzungen in weitere Sprachen anzubieten, damit diese "die Flüchtlinge auch verstehen könnten".

feh/AFP/Reuters

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