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Keine Werbung mehr für Merz Ein Wink mit dem Zaunpfahl? Schäuble äußert sich zur Kanzlerkandidatur der Union

Bundestagspräsident Wolfgang Schäuble (CDU)
Bundestagspräsident Wolfgang Schäuble (CDU)
© Britta Pedersen / DPA
Bundestagspräsident Wolfgang Schäuble hält einen Kanzlerkandidaten der CSU für möglich. Der Hinweis lässt Raum für Spekulationen – schon deshalb, weil der CDU-Politiker erstaunlich wenig über seinen einstigen Favoriten im Rennen sagt.

Bundestagspräsident Wolfgang Schäuble (CDU) hält es für möglich, dass der Kanzlerkandidat der Union aus der CSU kommt. Die Zahl der für die Kanzlerkandidatur in Frage kommenden Anwärter sei überschaubar, und es könne "vielleicht jemand von der CSU" sein, sagte Schäuble in einem Interview mit der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung" (FAZ).

"Jeder CDU-Vorsitzende muss geeignet sein, Kanzlerkandidat und Kanzler zu werden –  und muss es wollen", fügte Schäuble hinzu. "Aber es kann auch ein anderer werden. Franz Josef Strauß und Edmund Stoiber von der CSU waren bekanntlich ebenfalls Kanzlerkandidaten."    

Was will Wolfgang Schäuble damit sagen?

Anders als bei der CDU-Vorsitzendenwahl vor zwei Jahren legte sich Schäuble nun auf keinen der Kandidaten fest. 2019 hatte er noch die Kandidatur von Friedrich Merz für die Nachfolge Angela Merkels an der Parteispitze unterstützt. Merz unterlag dann Annegret Kramp-Karrenbauer.

Eine subtile Distanzierung von Merz? Der Hinweis, auch ein CSU-Kanzlerkandidat sei denkbar, lässt Raum für Interpretationen und Spekulationen. Merz sagte bei einem Auftritt auf dem Landestag der Jungen Union Niedersachsen, dass er keine Chance für einen CSU-Kanzlerkandidaten sehe.

Dennoch wird seit längerer Zeit spekuliert, dass auch CSU-Chef Markus Söder seinen Hut in den Ring werfen könnte. Der hat seine möglichen Ambitionen bisher nicht publik gemacht hat, bringt sich aber zunehmend ins Gespräch, indem er auffällig als konsequenter Corona-Manager auftritt. In Umfragen zur Kanzlerkandidatur der Union besetzt der Ministerpräsident von Bayern regelmäßig die Beliebtheitsspitze – ein Umstand, der Schäuble durchaus bewusst sein dürfte.

Sehen Sie im Video: Markus Söder reagiert auf AfD-Zwischenrufe – und sorgt für Applaus im Landtag.

Darauf angesprochen, warum Schäuble dieses Mal nicht für Merz als CDU-Chef und möglichen Kanzlerkandidaten wirbt, antwortete der Bundestagspräsident: "Das habe ich damals in der Woche vor dem Parteitag gemacht, nachdem sich schon viele andere geäußert hatten." Dieses Mal hätten sich bisher nur relativ wenige öffentlich für einen Kandidaten ausgesprochen, so Schäuble zur "FAZ". "Und anders als 2018 bin ich dieses Mal Delegierter, darf also mitwählen."

Der nächste CDU-Chef wird im Januar auf einem digitalen Parteitag mit anschließender Briefwahl bestimmt. Neben dem ehemaligen CDU-Fraktionschef Merz stellen sich auch Nordrhein-Westfalens Ministerpräsident Armin Laschet und der Außenpolitiker Norbert Röttgen zur Wahl.

Kanzlerkandidat "zwischen Ostern und Pfingsten" bestimmen

Schäuble warb in dem Interview hingegen dafür, die Entscheidung über die Kanzlerkandidatur möglichst spät zu treffen. Das solle "zwischen Ostern und Pfingsten" nächsten Jahres geschehen. Pfingsten ist Ende Mai, die Bundestagswahl wird Ende September stattfinden. Seine Empfehlung, möglichst lange mit der Festlegung der Kanzlerkandidatur zu warten, begründete Schäuble damit, dass es für jeden Kandidaten schwer sei, sich neben Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) zu behaupten.    

Wer immer es werde, müsse Interesse daran haben, dass die Zeit neben "einer so starken Kanzlerin" nicht zu lange dauere, sagte Schäuble. Merkel sei als Kanzlerin "so stark, dass der Raum für politische Führung in der Union neben ihr gering ist".

fs AFP

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