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Zentralrat der Juden wird 60: "Wichtige Stimme beim Aufbau eines demokratischen Staates"

Zum 60. Jahrestag seiner Gründung haben Politiker die Arbeit des Zentralrats der Juden als unverzichtbar gewürdigt.

Zum 60. Jahrestag seiner Gründung haben Politiker die Arbeit des Zentralrats der Juden als unverzichtbar gewürdigt. "Das Wort des Zentralrats wird gehört und hat Gewicht", erklärte der bayerische Ministerpräsident Horst Seehofer. CDU-Generalsekretär Hermann Gröhe sagte am Sonntag in Berlin, mit seinem unermüdlichen Einsatz gegen jede Form von Diskriminierung sei der Zentralrat "zu einer gewichtigen Stimme beim Aufbau eines demokratischen Staates und einer offenen, toleranten Gesellschaft in Deutschland" geworden.

Der Zentralrat der Juden in Deutschland wurde am 19. Juli 1950 in Frankfurt/Main gegründet. Damals lebten den Angaben zufolge 15.000 Juden in Deutschland. Inzwischen hat der Zentralrat 105.000 Mitglieder. Als Körperschaft des öffentlichen Rechts hat der Zentralrat vor allem die Aufgabe, die Interessen seiner Mitglieder nach außen zu vertreten.

Seehofer erklärte, in den sechs Jahrzehnten seines Bestehens habe der Zentralrat immer wieder zu wichtigen politischen und gesellschaftlichen Fragen Stellung bezogen, den politischen Diskurs in Deutschland mitgeprägt und bereichert. "Wir sind froh und dankbar, dass wir dieses Jubiläum gemeinsam feiern dürfen und dass es nach der furchtbaren Schreckenszeit des Nationalsozialismus wieder ein kraftvolles jüdisches Leben in Bayern und in Deutschland gibt. Unsere Demokratie lebendig, wachsam und wehrhaft zu halten, ist unser gemeinsamer Auftrag", sagte der CSU-Vorsitzende.

Gröhe sagte, es sei alles andere als selbstverständlich gewesen, "dass Überlebende der Shoa trotz des erlittenen unsagbaren Leids in Deutschland geblieben oder wiedergekommen sind, um hier zu leben, neue Gemeinden aufzubauen und zur Entwicklung einer stabilen und erfolgreichen Demokratie beizutragen". Der Zentralrat habe es in den vergangenen 60 Jahren immer als seine Aufgabe verstanden, jüdische Identität in Deutschland zu stärken, das geschichtlich-kulturelle jüdische Erbe lebendig zu halten und an die ungeheuerlichen Verbrechen der nationalsozialistischen Gewaltherrschaft zu erinnern.

APN / APN