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Zitate: "Das ist ein würdeloser Abgang"

Kanzler Gerhard Schröder hat dem Bundestag die Vertrauensfrage gestellt. Im Folgenden folgen Zitate aus der Debatte vor der Abstimmung.

Angela Merkel, CDU-Chefin und Kanzlerkandidatin der Union

"Sie sind 1998 angetreten, haben nahezu alles rückgängig gemacht, was wir in richtiger Weise unter der Führung von CDU/CSU und FDP auf den Weg gebracht hatten, und Sie mussten dann erkennen, dass es so nicht weitergeht.

"Sie haben die sozialen Sicherungssysteme geplündert",

"Unser Land braucht eine Mehrheit für einen Neunfang endlich auch im Deutschen Bundestag."

Joschka Fischer, Außenminister, Grüne

"Diese Koalition hat allen Grund, stolz zu sein auf das, was sie erreicht hat."

An Angela Merkel: "Gegenwärtig kommen Sie mir mit Ihren Umfragen vor wie ein wunderbar anzuschauendes Soufflee im Ofen. Werden wir mal sehen in den letzten drei Wochen."

Mit Blick auf den Irak-Krieg und den Bundestagswahlkampf 2002: "Für uns geht Bündnissolidarität nicht vor Vernunft. Sie waren da anderer Meinung."

Claudia Roth, Vorsitzende der Grünen

"Es ist wichtig, dass jetzt der Weg freigemacht wird für Neuwahlen."

Guido Westerwelle, FDP-Vorsitzender

"Sie stehen mit dem Rücken zur Wand, weil Sie die Mehrheit der eigenen Leute nicht hinter sich haben."

Michael Glos, CSU-Landesgruppenchef

"Der Bundesaußenminister hat zwar noch den Nadelstreifenanzug, aber ihn rhetorisch ausgezogen. Er hat eine Oppositionsrede gehalten."

Werner Schulz, Grünen-Abgeordneter

"Das ist ein inszeniertes, ein absurdes Geschehen. Ich werde mich an dieser Abstimmung nicht beteiligen."

"Hier läuft eine fingierte oder, wie die Juristen sagen, eine unechte Vertrauensabstimmung."

Zu Schröders Enthaltung: "Was ist das für ein Kanzler, der das Selbstvertrauen verloren hat?"

"Sie beugen die Verfassung, wenn sie mit Hinweis auf das Grundgesetz ein Referendum über die EU-Verfassung verwehren und im nächten Augenblick durch Selbstauflösung des Bundestages eine Volksabstimmung über die Fortsezung ihrer Politik herbeiführen wollen"

"Sie wollten Helmut Kohl nicht nachahmen, sie kopieren ihn nun"

"Sie werden nicht als Patriot in die Geschichte eingehen"

"Dass ausgerechnet die alten 68er es sind, die den Missbrauch des Artikels 68 vorbereiten, gehört zu den Grotesken dieses Vorgangs"

"Das ist ein würdeloser Abgang."

Reuters / Reuters
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