stern-Serie Der Germane und die Seife


Ein ungepflegtes, blutrünstiges Volk, das eimerweise Met trank? Von wegen. Die Germanen waren anders, als es das Klischee will, wie die neue stern-Serie zur Geschichte der Deutschen zeigt. Wussten Sie schon, dass ...

... die Germanen waren kein einheitliches großes Volk. Tatsächlich siedelten zwischen Rhein und Elbe unter anderem Chauken, Chasuarier, Chamaven, Cherusker, Brukterer, Tenkterer, Marserer, Mattlaker, Chatten. Das war römischen Geschichtsschreibern vermutlich zu kompliziert. Seit zirka 70 vor Christus fassten sie die verschiedenen Völker einfach zusammen und nannten sie wie einen der kleineren Stämme: Germanen.

... bei diesen "Germanen" galten lange Haare bei Männern als Zeichen der Königswürde.

... die Germanen waren keineswegs ungepflegt und dreckig: Sie stellten Seife her und benutzten Pomade. Außerdem bleichten sich die Dunkelhaarigen unter ihnen die Haare.

... wer unfrei war, durfte nicht ohne die Zustimmung seines Herren heiraten. Meist bestimmte dieser Ehepartner von vornherein und konnte sie auch willkürlich trennen, indem er sie weiterverkaufte. Das änderte sich erst, als die Ehe im 9. Jahrhundert Sache der Kirche wird.

... Männer gingen noch bis ins hohe Alter harter, körperlicher Arbeit nach. Darauf deutet die hohe Knochendichte bei männlichen Skelettfunden hin. Frauen hingegen litten stark unter Osteoporose, weil ihre Wechseljahre schon zwischen 30 und 40 einsetzten.

... Gewalttätigkeiten waren recht alltäglich, wie zahlreiche Schädelfunde mit (verheilten) schweren Verletzungen belegen.

... gebratenes Fleisch galt als Luxus und "Herrenspeise". Das einfache Volk kochte das Fleisch, nur auf diese Weise konnten alle Teile des Tieres verwertet werden.

... Roggen kannte man ursprünglich nur als Unkraut. Erst im Laufe der Jahrhunderte lernte man, ihn gezielt anzubauen.

... unsere Vorfahren hatten stark abgenutzte Zähne: Beim Mahlen von Getreide kam immer auch etwas gemahlener Stein mit ins Mehl.

... auch bei den Germanen war die Jagd schon eine luxuriöse Freizeitbeschäftigung des Adels. Wild kam so gut wie gar nicht auf den Tisch.

... die Germanen tranken Wasser, Milch, Wildfruchtsäfte, Absinth, Met und viel Bier. Heiße Getränke galten als Medizin.

... anders als die Römer tranken die Germanen Wein stets unverdünnt, was ihnen den Ruf eintrug, ein Volk der Trinker zu sein.


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