VG-Wort Pixel

"heute wichtig" "Vier Jahre Tohuwabohu" in der CDU – und daran ist nicht nur Armin Laschet schuld

Armin Laschet
CDU-Politikerin Lilli Fischer glaubt nicht, dass die Einbußen der Partei nur durch Armin Laschet kamen
© Kay Nietfeld / DPA
Die CDU sortiert sich neu, inhaltlich und personell. Welche Parteiwerte müssen überdacht werden? Und wer kann die Partei in die Zukunft führen? Auf dem Deutschlandtag der Jungen Union werden erste Antworten gesucht. 

Verpassen Sie keine Folge von "heute wichtig" und abonnieren Sie unseren Podcast bei: Audio Now,Spotify, Apple Podcasts, Deezer, Castbox oder in ihrer Lieblings-Podcast-App. Bei inhaltlichen Fragen oder Anregungen schreiben Sie uns an heutewichtig@stern.de 

Es ist das erste Mal, dass Armin Laschet sich seit seiner Niederlage bei der Bundestagswahl bei einer großen, öffentlichen Parteiveranstaltung zeigt. Am heutigen Freitag beginnt in Münster der sogenannte Deutschlandtag der Jungen Union. Dabei wollen die jungen Unionler vor allem, "ein ehrliches Resümee ziehen, die Ergebnisse diskutieren und gemeinsam die Union auf den richtigen Kurs bringen", wie sie auf ihrer Website schreiben.

Die 21-jährige CDU-Politikerin Lilli Fischer hat das für uns schon einmal gemacht. Sie ist Stadträtin und Stellvertretende Fraktionsvorsitzende der CDU-Fraktion in Erfurt und war vor der Bundestagswahl sehr optimistisch, dass Armin Laschet Kanzler wird. Alleine an seiner Person möchte sie das Debakel jetzt aber nicht festmachen: "Ich glaube, dass diese Einbußen nicht nur durch den Wahlkampf Laschet gekommen sind, sondern durch vier Jahre Tohuwabohu in der Partei." Die CDU habe ihre Kernthemen aus dem Blick verloren, sagte sie, jetzt "liegt’s an jedem Einzelnen von uns, an jedem Mitglied, den Arsch hochzukriegen, zu sagen, okay war scheiße und so und so machen wir’s besser."  

Michel Abdollahi
© TVNOW / Andreas Friese

Podcast "heute wichtig"

Klar, meinungsstark, auf die 12: "heute wichtig" ist nicht nur ein Nachrichten-Podcast. Wir setzen Themen und stoßen Debatten an – mit Haltung und auch mal unbequem. Dafür sprechen Host Michel Abdollahi und sein Team aus stern- und RTL-Reporter:innen mit den spannendsten Menschen aus Politik, Gesellschaft und Unterhaltung. Sie lassen alle Stimmen zu Wort kommen, die leisen und die lauten. Wer "heute wichtig" hört, startet informiert in den Tag und kann fundiert mitreden.

Stühlerücken im Bundestag 

Im Bundestag ist ein Streit um die Mitte entbrannt, nicht die politische, die räumliche: Thema ist die Sitzordnung. Die FDP will im Bundestag nicht mehr neben der AfD sitzen. Die Liberalen beschweren sich über ständige Pöbeleien und sexistische Äußerungen der AfD. "Eine schöne Zeit war das nicht", sagte der FDP-Abgeordnete Frank Sitta über die vergangenen vier Jahre mit den unliebsamen Nachbarn. Doch für eine Änderung in der Sitzordnung gibt es für die FDP auch noch andere Gründe.
Bislang sah der Bundestag so aus: Rechts, ganz außen, die AfD, dann kam die FDP, in der Mitte waren Union und Bündnis 90/Die Grünen platziert. Weiter links dann SPD und Linke. Die Sitzordnung im Bundestag spiegelt die Parteipositionen. Jetzt sieht sich die FDP jedoch eher als Partei der Mitte und möchte daher auch mittig im Parlament sitzen. Würde die FDP im neuen Bundestag aber nach links rücken, dann müsste die Union wohl weiter nach rechts. Doch das will die Union wiederum nicht. Kommt nun aber eine Ampelkoalition zustande, dann ist klar, dass die drei Parteien gerne beieinandersitzen würden. Mit einer einfachen Mehrheit im Plenum könnte sie die neue Sitzordnung beschließen und die Union nach rechts rücken.  
les

Mehr zum Thema


Wissenscommunity


Newsticker