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"heute wichtig" Gleichberechtigung für selbstständige Schwangere: Eine Petition kämpft für #mutterschutzfüralle

Die Petition #mutterschutzfüralle fordert Gleichberechtigung für selbstständige Schwangere (Symbolbild)
Die Petition #mutterschutzfüralle fordert Gleichberechtigung für selbstständige Schwangere (Symbolbild)
© Mascha Brichta / DPA
Arbeiten bis einen Tag vor der Geburt? Für viele selbstständige Schwangere ist das bisher Realität, an staatlicher Unterstützung mangelt es bisher. Eine Petition will das nun ändern.

Die selbstständige Tischlerin Johanna Röh aus Niedersachsen hat eine Petition gestartet, die in dieser Woche unter dem Hashtag #mutterschutzfüralle hohe Wellen geschlagen hat und so erfolgreich war, dass sich der Bundestag jetzt mit dem Thema beschäftigen muss. In der 318. Folge "heute wichtig" erzählt sie davon, wie alles begonnen hat und wie es jetzt weitergeht.

50.000 Stimmen haben sie gebraucht, nun sind es mehr als doppelt so viele. Weil sie bekannte Unterstützer:innen für ihr Projekt bekommen haben, Influencerin Jessie Weiß oder Model Marie Nasemann zum Beispiel, ist in den vergangenen Tagen kaum einer auf Instagram um das Thema herumgekommen, sagt Röh. Als sie schwanger wurde, musste die Tischlerin feststellen, dass sich ein Betrieb und das Gründen einer Familie sehr schlecht vereinbaren lassen.

Selbständigen Schwangeren fehlt finanzielle Unterstützung

Als Festangestellte würde sie als Tischlerin sofort einem Beschäftigungsverbot unterliegen. Schweres Material, laute, brummende Maschinen – alles keine geeignete Umgebung für eine Schwangere. Als Selbstständige aber fehlt die finanzielle Unterstützung, Krankengeld oder eine Betriebshilfe. "Eigentlich ist das ein Problem für jede selbstständige Schwangere. Wenn das eine Risikoschwangerschaft ist, kann niemand ernsthaft arbeiten." Zwar stünde ihr eine Haushaltshilfe zu, eine Betriebshilfe gibt es aber nicht: "Mein Problem ist ja aber nicht, ob der Haushalt geführt wird, sondern, dass meine eigene Arbeitskraft für einen superlangen Zeitraum im Betrieb ausfällt."

Michel Abdollahi
© TVNOW / Andreas Friese

Podcast "heute wichtig"

Klar, meinungsstark, auf die 12: "heute wichtig" ist nicht nur ein Nachrichten-Podcast. Wir setzen Themen und stoßen Debatten an – mit Haltung und auch mal unbequem. Dafür sprechen Host Michel Abdollahi und sein Team aus stern- und RTL-Reporter:innen mit den spannendsten Menschen aus Politik, Gesellschaft und Unterhaltung. Sie lassen alle Stimmen zu Wort kommen, die leisen und die lauten. Wer "heute wichtig" hört, startet informiert in den Tag und kann fundiert mitreden.

Pausieren oder arbeiten: Eine Frage der Finanzrücklagen

Johanna Röh musste selbst entscheiden, ob sie arbeiten kann. Eine Entscheidung, die letztlich die Finanzen fällen, denn nur wer es sich leisten kann, kann pausieren – ein Unding und der Grund, warum Röh die Petition ins Leben gerufen hat. Im Herbst muss sich der Bundestag nun mit dem Thema auseinandersetzen und Röh hofft auf echte Veränderung: "Wir erwarten das, was sich die Regierung in den Koalitionsvertrag geschrieben hat, nämlich, dass sie Frauen im Handwerk unterstützen." Für sie geht es nach nur zehn Wochen Pause nach der Geburt ihrer Tochter nun bald wieder in die Werkstatt. Von Mutterschutz kann bei den zwei Wochen Pause keine Rede seien, die Auszeit bezahlt sie mit ihrem Partner aus eigener Tasche.

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