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Auftritt in Elsterwerda: "Kanzler-Diktatorin": AfD-Vize Gauland nimmt Merkel ins Visier

Keine Woche ist es her, das AfD-Vize Alexander Gauland Nationalspieler Boateng nicht als Nachbarn haben wollte. Nun schießt er gegen Angela Merkel - und zitiert Nazi-Bands.

AFD Alexander Gauland Angela Merkel

AFD-Vize hat nun auch Bundeskanzlerin Angela Merkel ins Visier genommen

Dem AfD-Vize Alexander Gauland scheint das Rampenlicht gut zu gefallen. Nur eine gute Woche nachdem er den deutschen Nationalspieler als ungewünschten Nachbarn abgetan hatte, fällt er nun erneut mit saftigen Äußerungen auf. Zuletzt hatte er behauptet, die Nationalmannschaft sei schon lange nicht mehr deutsch, nun geht es gegen Angela Merkel. Die nannte er bei einer Rede nur noch "Kanzler-Diktatorin".

Den Begriff hat er von seinem Parteifreund Björn Höcke übernommen. Schon am Donnerstag hielten die beiden eine gemeinsame Rede bei einem Auftritt im brandenburgischen Elsterwerda. Höcke bezeichnete Angela Merkel als "potenzielle Rechtsbrecherin". Er verweigere ihr deswegen den Titel der Bundeskanzlerin der Bundesrepublik Deutschland - und bezeichne sie nur noch als Kanzler-Diktatorin.


Boateng war nur ein falsches Beispiel, findet Gauland

Eine Aussage, die vom begeisterten Publikum mit "Merkel muss weg"-Chören beantwortet wurde. Gauland, der im Anschluss auftrat, nutzte die Bezeichnung in seiner Rede mehrfach. Er übernahm allerdings noch einen weiteren Satz eines anderen Besuchers.

Der hatte ein Schild hochgehalten, das die Aufschrift trug: "Heute sind wir tolerant und morgen fremd im eigenen Land." Ein Satz, den Gauland mehrfach wiederholte. Er sähe einen klaren Zusammenhang zu seiner Aussage zu Boateng. Die sei richtig gewesen. Nur das Beispiel sei das Falsche gewesen. Daran will er aber auch nicht selbst schuld sein: Es wäre ihm von den Journalisten vorgelegt worden, sagt er.


Zitate von Nazi-Bands

Den Satz auf dem Plakat hätte er aber wohl lieber nicht aufnehmen sollen: Er stammt aus einem Lied der bekannten Nazi-Band "Gigi & Die Braunen Stadtmusikanten" von deren Album "Adolf Hitler lebt" - und ist bei Rechten deshalb extrem beliebt.

Ob Gauland das wusste, ist nicht bekannt. Er betonte aber, dass es ihm nicht darum gehe, Fremde anzulehnen. So ganz ohne Einschränkung findet er sie aber natürlich auch nicht gut: Dieses Land sei nun mal das Land der Deutschen - und die Fremden hätten sich gefälligst anzupassen. Die deutsche Leitkultur sei die entscheidende in diesem Land, alle anderen hätten sich ihr unterzuordnen. 

Gerald Asamoah zu Jerome Boateng
mma
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