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Anna-Beeke Gretemeier und Florian Gless stern-Aktion "Quotenfrau" - Das sagt die Chefredaktion

Chefredakteure Anna-Beeke Gretemeier und Florian Gless
Chefredakteure Anna-Beeke Gretemeier und Florian Gless
© stern
Im stern berichten 40 Top-Frauen aus Politik, Wirtschaft, Wissenschaft, Kultur und Sport, wie die Frauenquote nützt und warum sie nur der Anfang sein kann. Das sagt die Chefredaktion.

Liebe Leserin, lieber Leser!

Die Frage liegt ja auf der Hand: Wie sieht es eigentlich beim stern aus mit der Frauenquote? Wir schreiben Ihnen hier als Führungsduo, das Anfang 2019 die Verantwortung über diese Medienmarke übernommen hat. Und wie Sie oben sehen können: Wir sind ein Mann und eine Frau. Zufall oder Absicht?

Vielleicht lohnt sich zunächst ein Blick auf die gesamte stern-Führungsstruktur. Jedes Jahr zählt der Verein Pro Quote Medien in den deutschen Redaktionen aus, wie sich Männer und Frauen in verantwortlichen Positionen verteilen. Der stern ist demnach das einzige Leitmedium Deutschlands, in dem der Frauenmachtanteil mehr als die Hälfte beträgt: 52 Prozent.

Das ist kein Zufall, sondern eine gewollte Entwicklung. In unserem Verlag Gruner + Jahr ist es seit rund zehn Jahren selbstverständlich, dass es immer auch Kandidatinnen gibt, wenn eine Führungsposition besetzt wird. Wenn die Führung fair verteilt ist, wird es natürlich, dass beide Geschlechter über die nächsten zu besetzenden Positionen entscheiden. Und das macht dann den Unterschied.

"Das Leben ist abwechslungsreicher und vielstimmiger geworden"

Wie die Spitze unseres Verlages glauben auch wir beim stern, dass divers besetzte Teams kreativer und innovativer sind – und damit erfolgreicher. Brauchte es erst eine Frau an der Spitze unseres Verlages, damit dieses Denken zur Selbstverständlichkeit wurde? Heute stellt es jedenfalls niemand mehr infrage. Im Gegenteil: Das Geschlechterthema ist für uns einfach keins mehr. Unser Leben ist dadurch nicht nur einfacher, sondern auch abwechslungsreicher und vielstimmiger geworden. Gleichberechtigung macht uns Spaß!

Quotenfrauen

Und ist trotzdem noch viel zu selten. Die Frauen, die beim stern zu Wort kommen, sind Expertinnen auf diesem Gebiet. Sie gehören fast alle zu den Frauen, die in den oberen Rängen mitmischen, "obwohl" sie Frauen sind. Die meisten sind keine Quotenfrauen im Wortsinn, sie werden aber oft so gesehen und auch so behandelt: als etwas Besonderes, als Ausnahme, als Aushängeschild. Nur nicht als das, was sie sind: eine Selbstverständlichkeit.

Das könnte sich nun ändern. Seit Bundesjustizministerin Christine Lambrecht am Freitag vergangener Woche den ersten Durchbruch bei der Frauenquote verkündete, ist klar: Es wird in Deutschland wohl schon bald mehr Frauen in Spitzenpositionen geben – lauter Quotenfrauen. Endlich.

Sind Sie auch eine Quotenfrau? Wenn Sie sich angesprochen fühlen, schreiben Sie uns unter quotenfrau@stern.de.

P.S. Quotenmann? Vor Kurzem fragte unsere Chefin Julia Jäkel den Mann von uns beiden, ob er eigentlich ein Quotenmann sei. "Ich? Nein!", war die spontane Antwort. Ihre coole Reaktion: "Sicher?" Manchmal hilft eine neue Perspektive: Was sich kurz ungewohnt anfühlt, ist längst das neue Normal.


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