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Fragen zu Trump

Interessenkonflikte programmiert: Was passiert mit Trumps Firmen-Imperium?

Wenn Donald Trump das Amt des Präsidenten antritt, drohen ihm Interessenskonflikte, die in der US-Geschichte ohne Beispiel sind. Denn er ist der Herrscher über 500 Firmen. Und er ist nicht bereit, auf sie zu verzichten.

Donald Trumps Taj Mahal Casino Resort in Atlantic City

Donald Trumps Taj Mahal Casino Resort in Atlantic City. Der zukünftige US-Präsident herrscht über ein riesiges Firmengeflecht.

Donald Trump herrscht über ein Milliardenimperium. Über 500 Firmen nennt er sein eigen. 91 Prozent der Unternehmen gehören dem Mogul zu 100 Prozent: Luxushotels, Immobilien, Golfplätze - verteilt über den gesamten Globus. Wenn Trump im Januar 2017 in die Fußstapfen von Barack Obama tritt, sind Interessenkonflikte programmiert: zwischen Trump, dem Geschäftsmann und Trump, dem US-Präsidenten. 

Nicht wenige Firmen und Projekte Trumps in den USA und im Ausland profitieren von Steuervergünstigungen oder staatlichen Subventionen. Einige seiner Gesellschaften sind bei deutschen und chinesischen Banken verschuldet und somit von diesen Instituten abhängig. Ein gravierenderes Konfliktpotenzial bergen auch Trumps Investments in Ländern, die mit den USA durch schwierige diplomatische Beziehungen verbunden sind, unter anderem Saudi Arabien und China. 

"Trump hat Unternehmensinvestments in unfreundlichen Staaten, und die Unternehmen sind oft an die unfreundlichen Regierungen gebunden", sagte der ehemaliger Wahlbeamter und Anwalt Ken Gross gegenüber der "Washington Post". 

Kein Blind Trust für Donald Trump

Dennoch hindert den zukünftigen US-Präsidenten nichts daran, diese Geschäfte weiter zu betreiben. Zwar gibt es in den USA Gesetze, die es Kabinettsmitgliedern vorschreiben, von finanziellen Engagements, die Interessenkonflikte erzeugen können, Abstand zu nehmen. Gewählte Volksvertreter wie der Präsident sind jedoch davon ausgenommen.

Aus ethischen Gründen haben die amerikanischen Präsidenten bislang trotzdem für die Dauer ihrer Amtszeit auf solche Geschäfte verzichtet. In den häufigsten Fällen wurde dabei ein sogenannter Blind Trust errichtet: eine Treuhandstiftung, bei der ein unabhängiger Dritter die Vermögenswerte verwaltet. Im Idealfall weiß der Eigentümer hierbei gar nicht, wo sein Geld investiert wird. Für diese Methode entschieden sich einst unter anderem Ronald Reagan, George H. W. Bush oder Bill Clinton.

Doch Trump hat bereits vor seiner Wahl angekündigt, im Fall seines Sieges sein Imperium an seine drei erwachsenen Kinder Ivanka, Don und Eric und sein bisheriges Management übergeben zu wollen. "Ich würde mich nie einmischen, denn ich würde mich für nichts außer unser Land interessieren", beteuerte er.

"Man vergisst nicht, dass man besitzt"

Selbst wenn wenn Trump sich an dieses Versprechen halten sollte, so wird das weltweite Firmengeflecht in Familienhand bleiben. Dass der Milliardär dabei nicht mitbekommt, was mit seinem Geld geschieht, ist äußerst unwahrscheinlich. Schließlich steckt sein Vermögen nicht in Wertpapieren, sondern größtenteils in Immobilien.

Wenn ein Hotel oder ein Golfplatz, die seinen Namen tragen, verkauft werden oder eine Immobilie dazu kommen sollte, so wird es Trump nicht entgehen. Der zukünftige Präsident wüsste weiterhin ganz genau, was ihm gehört und Geld einbringt, selbst wenn er einen Blind Trust einrichten sollte. "Man kann durch einen Blind Trust keine Amnesie bekommen. Nur weil man etwas in eine Stiftung steckt, vergisst man nicht, dass man es besitzt", wie es Ken Gross gegenüber dem "National Public Radio" formulierte.

ivi