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Die Männer hinter Steinmeier: Der Kandidat und seine Tafelrunde

Auf dem SPD-Parteitag wurde Frank-Walter Steinmeier für seine Rede gefeiert. Sie ist das Werk eines einflussreichen Teams von Beratern. Mit einigen von ihnen ist der SPD-Kanzlerkandidat seit vielen Jahren befreundet.

Von Jens Tartler

Einige im Saal schauen sich ungläubig an, als der Kanzlerkandidat sagt: "Wir bleiben die Partei der Neuen Mitte." Computerunternehmer, Kreative, "alle diese haben in dieser großen Traditionspartei ihren Platz", ruft Frank-Walter Steinmeier. Mit der "Neuen Mitte", der Erfolgschiffre des Wahlkampfs 1998 von Gerhard Schröder, hatte auf dem Parteitag niemand gerechnet, nachdem Steinmeier mit Reichensteuer, Mindestlohn und Opel-Rettung eher linke Akzente gesetzt hatte.

Wir haben gemerkt, dass wir nicht nur die Karstadt-Kassiererin ansprechen müssen, sondern auch andere Wählergruppen", sagt ein enger Berater des Mannes, der für die SPD im Herbst ins Kanzleramt einziehen will.

An der Rede, für die Steinmeier am Sonntag elf Minuten von seinen Genossen gefeiert wurde, haben mehrere Männer gearbeitet. Sie begleiten Steinmeier zum Teil schon seit Jahren. Viele von ihnen sind mit dem Kanzlerkandidaten eng befreundet. Das erklärt nicht nur den enormen Einsatz der Zuarbeiter, sondern auch die geringen Reibungsverluste im Team.

Stephan Steinlein und Ulrich Deupmann - Die Verfasser

Bei der Rede am Sonntag kommt das größte Verdienst sicher zwei Männern zu: Stephan Steinlein und Ulrich Deupmann. Sie haben den Text geschrieben. Zugeliefert haben aber viele andere wie Steinmeiers Wirtschaftsberater Markus Klimmer. Etwas überraschend: Auch Matthias Machnig, Staatssekretär bei Umweltminister Sigmar Gabriel (SPD) und erfolgreicher Wahlkampforganisator von Schröder 1998, hat in der Rede seine Spuren hinterlassen. Jetzt fragen sich manche, ob Machnig in Steinmeiers Kampagne noch eine wichtigere Rolle spielen wird.

Redenschreiber Steinlein ist schon von Amts wegen kein Wahlkämpfer. Er ist Steinmeiers Büroleiter im Auswärtigen Amt und gehört seit zehn Jahren zu den engsten Vertrauten des Kanzlerkandidaten. Beide denken so ähnlich, dass Steinlein im Team als Alter Ego der Nummer eins gilt. Der Büroleiter hat seine Stärken nicht nur in der Organisation, sondern auch in der Entwicklung der Strategie.

Steinmeier und sein Team treffen sich mindestens einmal in der Woche zu einer Planungsrunde im Außenministerium. Hinzu kommt noch eine Strategierunde, in der Themen diskutiert werden, die über das kurzfristige Tagesgeschäft hinausweisen.

Ulrich Deupmann ist Steinmeiers Kommunikator im Hintergrund. Dem langjährigen Journalisten ist es wohl auch zu verdanken, dass die Reden des Kanzlerkandidaten wesentlich strukturierter und rhetorisch geschliffener sind als die des ehemaligen SPD-Chefs Kurt Beck oder die von Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU).

Heinrich Tiemann und Markus Klimmer - sie beraten ihn

Eher Exekutor als Stratege ist Steinmeiers Staatssekretär Heinrich Tiemann. Der Sozialdemokrat diente, genau wie der frühere Kanzleramtschef Steinmeier, schon Schröder in der Regierungszentrale. Heute ist er Staatssekretär im Auswärtigen Amt - dabei hat er mit Außenpolitik nichts zu tun. Seine Position lässt sich allein damit begründen, dass Steinmeier Vizekanzler ist und er Tiemann übernahm, als Franz Müntefering seinen Job als Arbeitsminister und Vizekanzler aufgeben musste. Als Quasichef des Vizekanzleramts ist Tiemann heute der Gegenpart zu Merkels Kanzleramtsminister Thomas de Maizière (CDU). Er hat im Außenamt ein leistungsfähiges Team, das ebenfalls schon lange für ihn arbeitet. Außerdem gilt er als durchsetzungsstark. "Er geht durch wie ein Panzer", sagt ein Kollege.

Gerade in Zeiten kriselnder Großunternehmen wie Opel und Arcandor ist ein Wirtschaftsfachmann unverzichtbar. Bei Steinmeier ist das der McKinsey-Berater Markus Klimmer. Die beiden haben sich vor Jahren in der niedersächsischen Staatskanzlei kennengelernt, als sie gemeinsam ein Projekt durchzogen. Klimmer hat gute Kontakte zu Beratern und Unternehmen. So kann er schnell Gesprächsrunden zusammenstellen, zum Beispiel bei der Opel-Rettung durch Magna. Steinmeier schätzt an dem Unternehmensberater, dass er wirtschaftliche Probleme schnell analysieren und eine Lösung anbieten kann - notfalls nach einer durchgearbeiteten Nacht.

Der Sprecher

Diplomat Der 41-jährige Jens Plötner ist ein Eigengewächs des Auswärtigen Amtes. Er war unter anderem in Tel Aviv tätig. Später arbeitete er mit Steinmeier vor allem beim Thema Nahost zusammen.

Beförderung

Seit 2008 ist Plötner oberster Pressesprecher des Ministers. In dieser Funktion äußert er sich aber auch zu innenpolitischen Themen wie Opel und Arcandor.

Der Macher

Gewerkschafter Der Diplom-Verwaltungswissenschaftler Heinrich Tiemann hat schon für die IG Metall gearbeitet. Seitdem hat er gute Gewerkschaftskontakte. Er war Ministerialdirektor im Kanzleramt bei Schröder.

Staatssekretär

Als Staatssekretär im Gesundheits- und Arbeitsministerium zeigte er Managementqualitäten. Der 58-Jährige ist seit 2007 Staatssekretär im Auswärtigen Amt.

Der Ökonom

Berater Der 44-jährige Markus Klimmer hat Politik, Volkswirtschaft und öffentliches Recht in Hamburg und an der London School of Economics studiert. Nach dem Studium ging er zur Unternehmensberatung McKinsey. Dort ist er seit 2000 Partner.

Idealist

Klimmer hat sich von McKinsey freistellen lassen, um bis zur Bundestagswahl Steinmeier zu beraten - gratis.

Der Schreiber

Journalist Er arbeitete für die "Süddeutsche Zeitung", den "Spiegel" und "Bild am Sonntag". Dann stieg Ulrich Deupmann aus dem Journalismus aus und wurde Steinmeiers Medienberater.

Reden

Er schreibt für den Kanzlerkandidaten zentrale Reden. Außerdem zieht der 43-Jährige im Hintergrund die Fäden, wenn es um Kommunikationsfragen geht. Er ist ein wichtiger Ratgeber.

Der Stratege

Botschafter Der Ostdeutsche Stephan Steinlein stammt aus dem Umfeld des letzten DDR-Außenministers Markus Meckel (SPD). Steinlein war zu Wendezeiten Botschafter der DDR in Paris.

Agenda

Der 47-Jährige traf im Kanzleramt mit Steinmeier zusammen. Er arbeitete mit an der Agenda 2010, die Steinmeier für Schröder konzipierte. Steinmeier und Steinlein sind Freunde.

FTD
kann man sich gegen eine maßnahme vom jobcenter wehren?
hallo. ich bin quasi arbeitsunfähig seit meinem 18ten lebensjahr. ich wiege 200 kg und habe eine betreuung weil ich sonst gar nichts schaffen würde. sie bringt mich zu terminen und begleitet mich zu arzt besuchen. das einzige was ich noch alleine kann ist einkaufen und das auch nur weil es nunmal lebensnotwendig ist ,jedoch bin ich danach total erschöpft und fertig.ich kann keine 200 meter mehr laufen.und mal ganz abgesehen von meiner körperlich verfassung leide ich seit meiner kindheit an starken depressionen,borderline,panikattacken,einer traumatischen belastungsstörung und angstzuständen. ich bin demnach körperlich sowie auch psychisch ziemlich fertig. gestern war ich beim amtsarzt zur begutachtung sowie auch einmal vor 2 jahren. und die ärztin sagt mir ernsthaft,das es zumindest köperlich nicht ausreichen würde das ich weiterhin krank geschrieben werden kann und sagte,das eine maßnahme sicherlich gut sein kann.und das obwohl ich bereits sagte,das ich körperlich unfähig bin irgendwas alleine zu schaffen und ,meine betreuerin mich überallhin begleiten muss.(ich habe kein auto)ich bin vollkommen entsesetzt und habe nun angst das sie mich in eine maßnahme stecvken welche ich einfach nicht schaffe und sie mir dann das minum an geld nehmen welches ich bekomme und ich dann verhungernd und auf der starße leben muss,eben weil es ein ding der unmöglichkeit für mich darstellt.kann man sich da irgendwie wehren?sie sagt sie findet ich sei zu jung um berentet zu werden (28).ich habe gerade wirklich angst.kann man einen menschen zwingen etwas für ihn unmögliches zu tun?ich hab das gefühl die wollen irgendeine quote erfüllen und solange man die arme bewegen kann,ist man arbeitsfähig...hilfe :(