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Fragen und Antworten

Sommerurlaub 2020: Offene Grenzen in Europa – aber fortdauernde Reisewarnungen für den Rest der Welt

Bald fallen die Grenzkontrollen bei Fahrrten in beliebte Urlaubsländer wie Österreich und Italien weg. Doch wie sieht es mit Reisen in die USA, nach Ägypten oder Dubai aus? Antworten auf die wichtigsten Fragen nach der jüngsten Entscheidung der Bundesregierung.

Die neue Normalität an Flughäfen weltweit: : Eine Mitarbeiterin des Flughafen Leonardo da Vinci in Rom trägt den neuen Smart Helmet zur automatischen Messung der Temperatur von Passagieren.

Die neue Normalität an Flughäfen weltweit: Eine Mitarbeiterin des Flughafen Leonardo da Vinci in Rom trägt den neuen Smart Helmet zur automatischen Messung der Temperatur von Passagieren.

DPA

Ab nächsten Dienstag dürfen Touristen wieder reisen. Nach drei Monaten öffnen sich weitere Grenzen in Europa. Das Bundeskabinett hat am Mittwoch in Berlin beschlossen, die pandemiebedingten Kontrollen an den deutschen Grenzen bis Anfang nächster Woche zu beenden.

Das bedeutet jedoch noch keine weltweite Reisefreiheit. Die am 17. März verhängten Reisewarnungen des Auswärtigen Amtes für mehr als 160 Staaten außerhalb der EU gelten nach wie vor und wurden sogar bis Ende August verlängert.

Welche Konsequenzen hat die jüngste Kabinett-Entscheidung für Reisende? Antworten auf die wichtigsten Fragen.

In welche Länder darf ich ab nächster Woche reisen?

Aufgehoben wird ab Mitte Juni die Reisewarnung für die 26 Partnerländer Deutschlands in der Europäischen Union, sowie für das gerade aus der EU ausgetretene Großbritannien und die vier Staaten des grenzkontrollfreien Schengenraums, die nicht Mitglied in der EU sind: Island, Norwegen, die Schweiz und Liechtenstein.

Gibt es auch Ausnahmen innerhalb der EU?

Wegen der noch bestehenden Einreisesperren sind Spanien und Norwegen vorerst ausgenommen. Spaniens Regierungschef Pedro Sánchez hat den "Alarmzustand" im Rahmen der Coronakrise erneut bis zum 21. Juni verlängert. Der einstige Corona-Hotspot Spanien will erst zum 1. Juli die Grenzen wieder öffnen. Zu einem Pilotprojekt auf Mallorca dürfen allerdings 6000 Touristen aus Deutschland schon nächste Woche nach Mallorca fliegen.

Fallen ab dem 16. Juni alle Grenzkontrollen in Europa weg?

Nein, denn zahlreiche Länder haben in der Migrationskrise und den Jahren danach Grenzkontrollen eingeführt - und die bleiben auch dann bestehen, wenn die Corona-Kontrollen auslaufen. So wird Deutschland etwa weiterhin die Grenze zu Österreich kontrollieren und begründet das mit dem "fortbestehenden illegalen Migrationspotenzial auf der Balkanroute".

Bleiben für Großbritannien besondere Reisehinweise bestehen?

Ja, denn die britische Regierung hat zum 8. Juni für sämtliche aus dem Ausland Einreisende zweierlei Verpflichtungen eingeführt: erstens eine 14-tägige häusliche Quarantäne, unabhängig davon, ob der Einreisende aus einem Land mit hoher oder niedriger Gefährdung kommt. Und zweitens eine elektronische Anmeldung vor der Einreise unter folgender Webadresse: www.gov.uk/provide-journey-contact-details-before-travel-uk

Wie sieht es mit außereuropäischen Reisen aus?

Die Bundesregierung hat am Mittwoch eine Verlängerung der Reisewarnung bis einschließlich dem 31. August 2020 für alle "nicht notwendigen, touristischen Reisen in das Ausland für alle Länder außer den Mitgliedsstaaten der Europäischen Union, den Schengen-assoziierten Staaten und dem Vereinigten Königreich" beschlossen. Das spricht gegen einen Sommerurlaub in Florida oder Thailand.

Wie begründet das Auswärtige Amt die Verlängerung?

"Anders als bei unseren europäischen Nachbarn haben wir für den Rest der Welt heute noch nicht die gemeinsamen belastbaren Datengrundlagen, Kriterien und Abstimmungsprozesse, die einen uneingeschränkten Reiseverkehr ohne unkalkulierbare Risiken wieder möglich machen", heißt es in einer Presseerklärung aus Berlin. "Wir können und werden nicht riskieren, dass im Sommer erneut Deutsche in aller Welt stranden oder Urlaubsrückkehrer das Virus unentdeckt nach Deutschland tragen."

Kann ich bald meinen Urlaub in der Türkei oder anderswo antreten?

Ab wann touristische Reisen in die Türkei, Nordafrika oder Südostasien und Amerika wieder vertretbar sind, werde vom Verlauf der Pandemie abhängen, sagte Bundesaußenminister Heiko Maas. "Wo das Gesamtpaket aus positiver Pandemieentwicklung, einem stabilen Gesundheitssystem, stimmigen Sicherheitsmaßnahmen für den Tourismus und verlässlichen Hin- und auch Rückreisemöglichkeiten das zulässt, können wir möglicherweise schon früher von einer Reisewarnung zu Reisehinweisen zurückkehren", sagte Maas.

Badesee in Plüderhausen, Baden Württemberg

Werden Reisen nach Ägypten in den Sommerferien möglich sein?

Das ist unklar. Noch gilt die Reisewarnung auch für das bei Europäern beliebte Reiseziel. Die Ferienorte Hurghada und Scharm el Scheich empfangen seit dem 1. Juni wieder Urlauber, jedoch nur aus dem eigenen Land. Nur 150 Hotels haben eine Genehmigung mit einer Belegung bis zu maximal 50 Prozent erhalten, wenn sie bestimmte Hygienevorschriften umsetzen.

Wer darf bald nach Deutschland einreisen?

Alle Bürger aus EU-Staaten, sowie Menschen aus der Schweiz, aus Norwegen, Liechtenstein, Island und Großbritannien. Schweizer und Niederländer dürfen also wieder zum Einkaufen über die Grenze. Für Deutsche, die in die Heimat zurück wollten, gab es ohnehin die ganze Zeit keine Einreisebeschränkungen, jedoch war es schwierig die Rückreise per Flugzeug zu organisieren.

Müssen Ausländer nach der Einreise noch in Quarantäne?

Wer aus europäischen Ländern nach Deutschland reist, muss sich nach der Rückkehr nicht mehr für eine Übergangszeit abschotten. Eine Ausnahme bildet Schweden, das mit dem Verzicht auf strenge Kontaktbeschränkungen einen anderen Weg im Umgang mit der Pandemie gewählt hatte als andere europäische Staaten. Deshalb müssen Einreisende aus Schweden vorübergehend in häusliche Quarantäne – mit Ausnahme der Bundesländer Brandenburg und Nordrhein-Westfalen.

Einreisen aus Nicht-EU-Ländern sollen ab Juli wieder schrittweise möglich werden. Allerdings dürfte es je nach Coronavirus-Lage im Herkunftsland unterschiedliche Regelungen geben. In der vergangenen Woche hatte Innenminister Seehofer auf die USA, Brasilien und Russland verwiesen, wo die Lage noch deutlich angespannter ist als in den EU-Ländern.

tib

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