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Boykottiert Sotschi 2014: Kein Olympia bei Schwulenhassern

Spiele beim netten Onkel Putin? Von wegen! Russland tritt Menschenrechte mit Füßen. Höchste Zeit, die Winterspiele in Sotschi zu boykottieren. Ein Plädoyer für Olympia bei Freunden, nicht bei Hassern.

Von Jens Maier

Es sind schöne Bilder, die wir derzeit aus Moskau zu sehen bekommen: ein gigantisches Stadion, kämpfende Athleten, fröhliche Zuschauer und eine glanzvolle russische Hauptstadt. Die Leichtathletik-WM hat begonnen. Und mit ihr die russische Propaganda. Mit den schönen Bildern von Moskau sonnt sich ein Regime im Glanz des internationalen Sports, das die Menschenrechte mit Füßen tritt. Doch das ist nur der Auftakt. Im nächsten Jahr folgen die Olympischen Winterspiele in Sotschi, 2018 die Fußball-Weltmeisterschaft. Alles so schön bunt hier, wird auch dann die Botschaft an die Welt lauten. Unerträglich!

Es sind widerliche Bilder, die die internationale Gemeinschaft längst hätte handeln lassen müssen: Ein schwuler Jugendlicher wird von mehreren Männern drangsaliert und gefoltert. Die Täter haben ihre Misshandlung auf Video festgehalten und ins Internet gestellt, um ihr Opfer zu verhöhnen. Offen prahlen sie damit, es einer "Schwuchtel so richtig gezeigt" zu haben. Hässlich. Menschenverachtend. Traurig. Die Polizei bleibt untätig. Die Hetzjagd auf Schwule wird von oberster Stelle geduldet - ja sogar gewollt: von Wladimir Putin.

Händchen halten kann im Gefängnis enden

Vor wenigen Wochen hat Putin ein Gesetz gegen Homosexuelle unterschrieben, das verbietet, sich als schwul oder lesbisch zu outen. Händchen halten in der Öffentlichkeit verboten! Wer es doch tut, dem drohen hohe Geld- oder sogar Gefängnisstrafen. Auch Ausländern und Touristen. Das Gesetz ist das geeignete Mittel, eine Minderheit, die als Sündenbock herhalten soll, zu diskriminieren. Ein Vorgehen, das mit der auch von Russland unterzeichneten europäischen Menschenrechtskonvention nicht vereinbar ist. Doch das juckt den Despoten vom Kreml wenig.

Als der russische Sportminister in der vergangenen Woche ankündigte, das Gesetz gelte auch während der Olympischen Spiele in Sotschi und selbstverständlich auch für Athleten, hat er die Damen und Herren beim Internationalen Olympischen Komitee nur kurz aufgeschreckt. Nach Konsultationen zwischen Moskau und Genf sagte IOC-Mitglied Lamine Diack, das Homosexuellen-Gesetz schränke keinen ein. "Ich habe nicht das Gefühl, dass es ein Problem ist", sagte er. "Jeder kann seine Privatsphäre bewahren. Ich bin nicht beunruhigt."

IOC reagiert verlogen, scheinheilig und dumm.

Was muss eigentlich noch geschehen, damit der Herr beunruhigt ist? Von einem wütenden Mob zusammengeschlagene Homosexuelle? Polizisten, die auf Demonstranten einschlagen, die für die Rechte von Homosexuellen kämpfen? Ein erstes Todesopfer? Ach stimmt, das gibt es ja alles schon. Es sind Menschen wie Lamine Diack, die auch vor 77 Jahren gesagt haben, sie seien nicht beunruhigt. Damals fanden die Olympischen Spiele in Nazi-Deutschland statt - und Hitler winkte als lieber Onkel in die Kameras.

Das IOC scheint gewillt, sich mit einer inzwischen abgegebenen Zusicherung Moskaus zufrieden geben zu wollen, homosexuellen Sportlerinnen und Sportlern werde während der Zeit in Sotschi "nichts passieren". Auf diese Idee muss man erst mal kommen. Das ist so, als hätten in den 70er oder 80er Jahren in Südafrika Olympische Spiele stattgefunden, weil die Apartheit für ein paar Wochen ausgesetzt worden wäre. Das Vorgehen des IOC ist verlogen, scheinheilig und dumm.

Nur ein Boykott kann Putin stoppen

Die Sonntagsreden von Funktionären und Politikern haben bislang nicht zum Umdenken in Moskau geführt. Der Kreml führt den Westen weiter rotzfrech vor. Trotzdem sagt US-Präsident Barack Obama im Hinblick auf Sotschi 2014, er halte "einen Boykott für unangemessen". Aber was dann? Regenbogenfahnen schwenkende Athleten? Sich küssende homosexuelle Sportler im Stadion? Reicht das wirklich, um der Gewalt und den Verbrechen des Menschenhassers vom Kreml Einhalt zu gebieten?

Nein. Ein Boykott oder der Entzug der Winterspiele von Sotschi sind das einzig angemessene Mittel, um auf die Menschenrechtsverletzungen in Russland zu reagieren. Sport habe nichts mit Politik zu tun, halten die Nichtstuer dagegen. Doch wenn unsere Athleten von einem Verbrecher-Regime für schöne Bilder missbraucht werden sollen, hat er das sehr wohl. Man mag es sich gar nicht vorstellen: Putin und seine Mannen, die Olympiasieger beklatschen und ihnen gar noch die Hand geben. Vor diesen Bildern muss einem grausen. Sie erinnern an Berlin 1936 und daran, dass Verbrecher nicht mit warmen Worten zu beeindrucken sind. Boykottiert Sotschi 2014! Vergebt die Spiele in ein Land, in dem alle Menschen frei und gleich sind. Olympia bei Freunden, nicht bei Hassern.

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