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FORMEL 1: Coulthard startet von der Pole-Position

Neben dem Schotten auf McLaren-Mercedes geht Ferrari-Pilot Michael Schumacher aus der ersten Reihe beim morgigen Großen Preis von Monaco ins Rennen.

Als Michael Schumacher auf dem Abschleppwagen von den Fans in Monte Carlo gefeiert wurde, hielt Herausforderer David Coulthard im Spielerparadies alle Trümpfe in der Hand. Völlig losgelöst raste der WM-Zweite am Samstag auf die 12. Pole-Position seiner Karriere und schnappte Ferrari-Star Schumacher die Spitzenposition noch vor der Nase weg. Vor dem Rennen des Jahres am Sonntag (14.00 Uhr/live bei RTL und Premiere World) in Monaco war Schumacher im Zwiespalt der Gefühle. »Die zweite Position ist nicht ganz so gut wie die erste. Aber David hat am Ende einen guten Job gemacht«, sagte der 32-Jährige und sah dabei gar nicht glücklich aus. Silberpfeil-Pilot Coulthard strahlte, hütete sich jedoch vor Übermut: »Die Pole ist zwar sehr wichtig, aber das Rennen liegt noch vor uns.«

Hinter den beiden ersten der WM-Wertung, die nur durch vier magere Pünktchen getrennt sind, startet der Finne Mika Häkkinen im zweiten Silberpfeil neben Schumachers Teamkollegen, dem Brasilianer Rubens Barrichello, aus Reihe zwei. Dahinter kommt schon Ralf Schumacher im Williams-BMW. Die Mönchengladbacher Heinz-Harald Frentzen im Jordan-Honda und Nick Heidfeld im Sauber beendeten den Kampf um die besten Startpositionen auf den Rängen 13 und 16.

Husarenritt im Kurvenlabyrinth

Silberpfeil-Pilot Coulthardt holte sich kurz vor dem Ende der einstündigen Qualifikation die für das Rennen im Fürstentum so wichtige Pole-Position. Mit einem wahren Husarenritt im Kurvenlabyrinth verschaffte sich der Vorjahressieger aus Schottland die beste Ausgangsposition für den 59. Großen Preis von Monaco.

»Wir können sehr optimistisch für den Grand Prix sein. Wir sind sehr schnell«, kommentierte Häkkinen. Da wurde Schumacher noch auf dem Abschleppwagen von den vielen Fans umjubelt. Sein Ferrari war beim letzten Versuch, Coulthard die Bestzeit (1:17,430 Minuten) doch noch abzujagen, hinter dem Tunnel stehen geblieben. Der rote Renner wurde auf einen Abschleppwagen gehievt. Schumacher, der am Vormittag in der Boxengasse noch fröhlich mit dem brasilianischen Fußballstar Pele geplaudert hatte, sprang traurig hinterher, winkte seinen Fans aber freundlich zu.

Ralf Schumacher war nach seinem Trainings-Unfall vom Donnerstag wieder fit, beendete die Qualifikation als Fünfter und geht aus der dritten Reihe ins Rennen. »Wir sind zufrieden, die Abstände nach vorne sind relativ gering. Aber wir haben uns auf den winkligen Kurven schwer getan«, sagte der Imola-Sieger. Mehr wäre drin gewesen für den kleinen Schumacher-Bruder, doch der Brite Jenson Button im Benetton-Renault blockierte den Kerpener.

Michael Schumacher schockte mit Fabelzeit

Sein Bruder Michael Schumacher, der nach den 78 harten Runden im Fürstentum als WM-Spitzenreiter abgelöst werden könnte, schockte die Konkurrenz zunächst mit einer wahren Fabelzeit. 1:17,631 Minuten benötigte der 32-Jährige für 3,370 Kilometer lange Runde. Im Vorjahr hatte er sich die Pole noch in 1:19,475 erkämpft. Doch Coulthard zeigte Kampfgeist: In seiner letzten Runde war er zwei Zehntel schneller als der Weltmeister und holte sich seine zweite Pole der Saison.

»Unter diesem Druck im letzten Versuch nach vorne zu fahren, das war eine Superleistung von David«, geizte Mercedes-Sportchef Norbert Haug nicht mit Lob für den Schotten. »Man muss den Hut vor ihm ziehen, das ist eine Meisterprüfung.«

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