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Formel1: Die Schumi-Brüder auf Ursachensuche

Nach dem Rennen ist vor dem Rennen: Die Analyse fiel befriedigend aus - dank der neuen Regeln scheint die Formel1 endlich wieder spannender zu werden. Lob gab es für die Leistung von Coulthard.

Formel-1-Weltmeister Michael Schumacher freute sich nach dem ernüchternden Saisonauftakt in Melbourne auf den Kurzurlaub mit Ehefrau Corinna in der Sonne. Nick Heidfeld und Heinz- Harald Frentzen wollten im «Sauber-Trainingscamp» in Thailand eine Woche lang Kraft für den Großen Preis von Malaysia in zwei Wochen in Kuala Lumpur tanken. Nur Ralf Schumacher flog als einziger der vier deutschen Formel-1-Fahrer vom anderen Ende der Welt zurück in die Heimat. «Ich werde mir jetzt ausnahmsweise noch ein Frust-Bier genehmigen», sagte der Williams-BMW-Pilot, ehe der in Salzburg lebende Rennfahrer im Schlaf das Vergessen über seinen unbefriedigenden achten Platz suchte.

Schumi erstmals seit langem kein Siegesplatz

Michael Schumacher beschäftigte sich noch im Flieger mit seiner Auftakt-Niederlage im Albert Park. «Das war ja mal ein mehr als interessantes Rennen. Diesmal habe ich eine echte Aufgabe vor mir, wenn ich im Flugzeug noch mal das Rennen auf Video anschaue», sagte der 34-Jährige. Der fünfmalige Weltmeister war als Vierter hinter dem Schotten David Coulthard im McLaren-Mercedes, dem Kolumbianer Juan-Pablo Montoya im Williams-BMW und dem Finnen Kimi Räikkönen im zweiten McLaren-Mercedes erstmals seit 18 Monaten nicht auf das Siegertreppchen gefahren.

Ende der Ferrari-Dominanz

In der internationalen Presse löste das Ergebnis Erleichterung aus und nährte die Hoffnung, dass nach langer Zeit der Dominanz von Ferrari und Michael Schumacher endlich wieder die Spannung in die Formel 1 zurückkehrt. Vor allem in den britischen Zeitungen erhielten Formel-1-Chef Bernie Ecclestone und der Präsident des Internationalen Automobilverbandes (FIA), Max Mosley, viel Lob für die von ihnen diktierte und durchgesetzte Regelreform. «Wenn Bernie Eccelstone und Max Mosley Drehbuchautoren wären, hätten sie schon längstens einen Anruf von Hollywood erhalten», schrieb «The Independent». Der «Daily Telegraph» sah «ein Rennen voller Ereignisse, ununterbrochener Spannung und ein Ferrari-freies Podest - alles, was sich der Motorsport nach Einführung der neuen Regeln wünschen konnte».

Lob für Coulthardt

In der italienischen Heimat von Ferrari war das Erstaunen größer als das Erschrecken über das Ergebnis von Melbourne. «Schumacher tritt vom Siegerpodest ab und wird menschlich. Ferrari nicht auf dem Podium? Wie aus einem anderen Jahrhundert», schrieb der «Corriere della Sera». «La Gazzetta dello Sport» stellte fest: «Coulthard jubelt - Schumi begnügt sich». Komplimente erntete in der internationalen Presse auch Sieger Coulthard für seine fehlerlose Leistung. Die «Herold Sun» aus Australien titelte: «David schlägt den Goliath k.o.». Der britische «Guardian» meinte: «Sieg für coolen Coulthard.»

Heimspiel für Frentzzen und Heidfeld

Während im Albert Park die Tribünen abgebaut wurden, bereitet sich Kuala Lumpur auf die Ankunft des Formel-1-Trosses vor. Besonders für Frentzen und Heidfeld wird der Grand Prix zu einem «Heimspiel», denn Sponsor Petronas ist dort ansässig. Die beiden Mönchengladbacher müssen in Malaysia unzählige PR-Termine absolvieren. «Das ist anstrengend, aber es macht auch Spaß», sagte Heidfeld.

Kein neuer Ferrari in Malaysia

Während Michael Schumacher, der beim Großen Preis von Australien wie die Rivalen von McLaren-Mercedes im Vorjahresmodell unterwegs gewesen war, an einem geheimen Ort die Zeit bis zum nächsten Rennen am 23. März überbrückt, testet Ferrari weiter den neuen F2003-GA. Ein Einsatz schon in Malaysia scheint allerdings nahezu ausgeschlossen. «Wenn alles normal gelaufen wäre und nicht so chaotisch, wie es letztlich war, hätte ich eine realistische Chance auf den Sieg gehabt. Unser Auto ist also stark genug», schrieb Schumacher auf seiner Homepage (www.michael-schumacher.de).

"McLaren ist 'ne Wucht"

«Das Auto ist zu neu. Wir haben noch kein Vertrauen in seine Zuverlässigkeit», nannte Ross Brawn, der Technische Direktor des Teams aus Maranello, einen der Gründe für die Zurückhaltung. Auch Ralf Schumacher rätselte über die wahre Stärke von Ferrari, hatte aber auch ein dickes Lob für die Sieger parat. «McLaren ist 'ne Wucht: Einer startet mit den falschen Reifen, der andere aus der Boxengasse, und trotzdem sind sie ganz vorne: Respekt!», schrieb der Wahl-Österreicher auf seiner Homepage (www.ralf-schumacher.de).

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