Qualifying Belgien Ferrari vor den Silberpfeilen


Ferrari-Pilot Kimi Räikkönen hat die Qualifikation für den Großen von Belgien gewonnen. Zweiter wurde Felipe Massa, Dritter Formel-1-Weltmeister Fernando Alonso vor seinem McLaren-Teamkollegen Lewis Hamilton. Nach dem Ausschluss von McLaren-Mercedes in der Marken-WM liegt Ferrari klar vor BMW.

Erstmals in dieser Formel-1-Saison hat McLaren-Mercedes dem großen Rivalen Ferrari die erste Startreihe überlassen müssen. Zwei Tage nach der Rekordstrafe gegen die Silberpfeile wegen der Spionage-Vorwürfe waren Weltmeister Fernando Alonso und WM-Spitzenreiter Lewis Hamilton am Samstag in der Qualifikation in Spa-Francorchamps etwas langsamer unterwegs als die beiden Ferrari-Piloten Kimi Räikkönen und Felipe Massa. "Das ist ein gutes Resultat, aber es wird trotzdem eng", sagte der Finne Räikkönen.

Während das Ferrari-Team beim Großen Preis von Belgien am Sonntag (14.00 Uhr/RTL und Premiere) nach der Disqualifikation von McLaren- Mercedes in der Konstrukteurs-WM vorzeitig den 15. Marken-Titel einfahren kann, dürfte die Fahrer-Wertung an die beiden Silberpfeil- Piloten vergeben sein. Hamilton führt mit einem Drei-Punkte-Vorsprung vor dem Spanier Alonso. Räikkönen als Dritter liegt vor den letzten vier Rennen des Jahres schon 18 Punkte hinter dem Spitzenreiter aus Großbritannien zurück.

Bester deutscher Pilot in Belgien war Nico Rosberg im Williams vor Nick Heidfeld im BMW. Die beiden Piloten starten aus Reihe drei. Zwölfter auf dem 7,003 Kilometer langen Grand-Prix-Kurs wurde Ralf Schumacher im Toyota. Sebastin Vettel im Torro Rosso kam Rang 17, Adrian Sutil im Spyker fuhr auf Platz 20.

FIA-Präsident Mosley hätte noch härter bestraft

Unterdessen rechtfertigte FIA-Präsident Max Mosley die Rekord- Strafe in der Spionage-Affäre gegen das McLaren-Mercedes-Team. Er hätte persönlich noch härter geurteilt, meinte er. Er glaube, dass man auch den Fahrern die Punkte hätte wegnehmen sollen, doch dafür habe es im Weltrat des Internationalen Automobil-Verbandes keine Mehrheit gegeben, sagte der Brite. McLaren-Mercedes war am Donnerstag nach der Anhörung in Paris mit der Rekordstrafe von 100 Millionen Euro belegt worden. Außerdem wurden dem Team die Punkte in der Konstrukteurswertung aberkannt. McLaren-Mercedes wird Industrie- Spionage vorgeworfen.

Die Silberpfeile lagen bis zum umstrittenen Richterspruch in der Konstrukteurswertung mit 166 Konstrukteurs-Punkten klar auf WM-Kurs. Nun hat Ferrari (143) die Chance, bereits am Sonntag den Marken-Pokal einzufahren. Ein Doppelsieg reicht den Italienern, um den neuen zweitplatzierten BMW (86) vor den letzten Ausfahrten in Japan, China und Brasilien auf Distanz zu halten.

"Es war Glück, dass ich in der letzten Runde noch fahren konnte", sagte Alonso, der sich in seinem Silberpfeil auf der Strecke gedreht hatte. Der Spanier lag in 1:46,091 Minuten knapp hinter Massa (1:46,011). Die Qualifikation dominierte Räikkönen in 1:45,994 Minuten.

Rosberg bezwingt Heidfeld

Zum zweiten Mal in dieser Saison schaffte Rosberg das Kunststück seinen Landsmann Heidfeld zu bezwingen. "Ich bin sehr glücklich, das hätte ich nicht erwartet. Aber es wird sehr schwer, die BMWs zu schlagen", meinte er. Der Mönchengladbacher rückt genau wie die anderen Piloten einen Rang vor, da der fünftplatzierte Robert Kubica im zweiten BMW den Motor seines Wagens wechseln musste und um zehn Plätze nach hinten strafversetzt wurde. "Ich erwarte, dass wir Nico im Rennen besiegen", sagte Heidfeld.

Einmal mehr kam das Aus für Ralf Schumacher in Runde zwei. Der Toyota-Pilot fuhr um zwei Plätze am Finale der besten zehn vorbei. "Es wäre mehr drin gewesen. Nach dem ersten Drittel der Strecke war das Thema praktisch durch", sagte Schumacher und klagte über Reifenprobleme.

Nur 33 Zentimeter fehlten Vettel: "Das ist sehr schade, aber ich hatte einen kleinen Fehler", sagte der Heppenheimer nach Rang 17 im Torro Rosso. Drei Plätze dahinter fuhr Sutil, doch der Gräfelfinger im Spyker war trotzdem zufrieden. "Es war ein Schritt nach vorne. Es tut gut, näher dran zu sein."

Volker Gundrum/DPA DPA

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