HOME

1. Bundesliga: Die besten Mittelfeldspieler der Bundesliga-Saison 2011/12

Juan Arango hat die totale Kapitulation der Bundesliga vor der Mittelfeld-Übermacht des Deutschen Meisters und des FC Bayern verhindert. Allerdings brauchte er dafür Schützenhilfe aus Dortmund. In unserer Rangliste geht es auch um Eier sowie eine entwendete Meisterschale und den Sieger küren wir natürlich auch.

Die Bundesliga-Rückrunde hat nicht nur die Tabelle, sondern auch unser Ranking der besten Mittelfeldspieler durcheinander gewirbelt. Andreas Ivanschitz (von Platz 10 auf 28 gefallen), Anatoliy Timoshchuk (von 9 auf 33) und Patrick Herrmann (von 8 auf 16) machten aus unterschiedlichen Gründen deutlich weniger Spiele als in der Hinserie und so war der Platz frei für drei Herren, die erst nach der Winterpause groß aufdrehten.

Aus der Rangliste herausgefallen ist zudem der Gewinner der Hinrunde. Der lange verletzte Mario Götze fiel der Regel, dass die Spieler 17 benotete Einsätze vorweisen müssen, zum Opfer. Götze stand zwar 17 Mal für den BVB auf dem Platz, gegen Mönchengladbach wurde er für eine Note aber zu spät eingewechselt.

Puh, wird der eine oder andere Anhänger außerhalb der Fanlager in Dortmund und München denken, denn nur die zu späte Einwechselung Götzes verhinderte den totalen Erfolg für die Pokalfinalisten – Jürgen Klopp haut auch hier alles richtig gemacht. Neun Spieler in der Liste tragen bereits ein rotes oder ein gelb-schwarzes Trikot, Götze wäre mit einer Durchschnittsnote von 2,47 der Zehnte gewesen.

Ob nun über den Sinn oder Unsinn dieser Regel diskutiert wird, wissen wir nicht. Für die Rangliste der Torhüter gab es viel Kritik, das Ranking der Abwehrspieler bekam wesentlich mehr Zustimmung. Nun fangen wir aber an mit den zehn notenbesten Mittelfeldspielern der Saison, berechnet wie immer nach den sportal.de-Durchschnittsnoten:

10. (5.) Juan Arango (Borussia Mönchengladbach)
sportal.de-Durchschnittsnote 3,09 (34 Spiele/6 Tore/12 Vorlagen)

Götze und Klopp sei also Dank: Juan Arango hat seinen Platz in der Top Ten verteidigt. Dauerläufer, Führungsfigur, Sprachrohr, Schlitzohr – Arango verdiente sich im abgelaufenen Jahr einige Titel. Der Venezolaner stand in allen Spielen auf dem Platz und wurde nur zweimal ausgewechselt. Nach den Abgängen von Marco Reus, Roman Neustädter und später dann Dante wurde seine Vertragsverlängerung bis 2014 als Zeichen für die Zukunft gewertet, Arango forderte als Leader in den Medien dann auch Verstärkungen. Unvergessen bleibt  sein Freistoßtor im Derby gegen Köln, als er den Ball extra knapp drei Meter zurücklegte, um mit der für ihn besseren Entfernung FC-Keeper Michael Rensing keine Chance zu lassen.

9. (neu) Arjen Robben (FC Bayern München)
sportal.de-Durchschnittsnote 3,05 (24 Spiele/12 Tore/6 Vorlagen)

Nach 34 Spieltagen von einer Szene der Saison zu sprechen ist schwer. In die engere Wahl könnte aber Arjen Robbens konsterniertes Gesicht kommen, als er beim Rückspiel in Dortmund einen Elfmeter verschossen hatte und sich BVB-Manndecker Neven Subotic wenig sympathisch vor Robben aufbaute. Der ansonsten eiskalte Elfmeterschütze – Robben konnte es nach seinem Treffer gegen Real Madrid nicht unterlassen, dem kritischen Franz Beckenbauer einen Gruß zu schicken – ließ die Meisterchancen des FC Bayern auf den Nullpunkt sinken. Doch die Saison ist ja noch nicht vorbei. Im DFB-Pokal gibt es die Chance zur Revanche und Robben ist bereit: "Das ist abgehakt", sagte er, "es kommt immer ein nächstes Spiel." Und die Bayern-Fans können auch aufatmen: Ein Kicker-Zitat, nach dem er beim Gewinn der Champions League und der EM 2012 seine Karriere beenden würde, stellte Robben im Nachhinein als Spaß dar.

8. (neu) Jakub Blaszczykowski (Borussia Dortmund)
sportal.de-Durchschnittsnote 2,96 (29 Spiele/6 Tore/10 Assists)

Der unmittelbare Profiteur von Götzes Verletzung hieß Kuba Blaszczykowski. Der Pole, in Dortmund stets als hoch veranlagt, aber nicht fokussiert genug bezeichnet, übernahm nach Götzes Ausfall die rechte Seite des BVB und strafte alle Kritiker Lügen. Mit dem Selbstbewusstsein eines Stammspielers erzielte Kuba in der Rückrunde sechs Tore und legte sieben Treffer auf. Seine Zukunft in Dortmund ist damit aber noch nicht gesichert, mit Götze und Neuzugang Marco Reus wird die Luft im Mittelfeld wieder dünner für Blaszczykowski. Doch zunächst steht mit der EM vor heimischer Kulisse ein weiteres Highlight an.

7. (2.) Bastian Schweinsteiger (FC Bayern München)
sportal.de-Durchschnittsnote 2,93 (22 Spiele/3 Tore/3 Vorlagen)

Wir könnten uns jetzt darüber auslassen, ob die Saison des FC Bayern in der Bundesliga eine andere Wendung genommen hätte, wenn Bastian Schweinsteiger nicht erst mit einer Schulter- und dann mit einer Knöchelverletzung über Wochen ausgefallen wäre. Wirklich klären können wir es aber nicht, das Spiel der Bayern mit einem Schweinsteiger in Bestform wirkt aber stabiler und variabler. Zum Führungsspieler ist Schweinsteiger in jedem Fall aufgestiegen, einen – eher unfreiwilligen – Beweis lieferte er im Halbfinale der Champions League. Nach seinem verwandelten Elfmeter sagte Schweinsteiger: "Ich habe kurz meine Eier verloren." Dass er sie wieder fand, wird besonders Oliver Kahn gefreut haben.

6. (neu) Ilkay Gündogan (Borussia Dortmund)
sportal.de-Durchschnittsnote 2,93 (28 Spiele/3 Tore/3 Vorlagen)

Ilkay Gündogan fand sich schon etwas überraschend in unserer Elf der Saison wieder, auch die Nominierung von Joachim Löw in den vorläufigen EM-Kader stieß nicht überall auf Zustimmung. Doch die Rückrunde hat gezeigt, dass ein Neuzugang nicht vom ersten Spiel an funktionieren muss. Die Umstellung von Nürnberg zum BVB brauchte seine Zeit. Als Gündogan die Anforderungen von Trainer Klopp begriffen hatte, stieg er zum Stammspieler auf und verdrängte den zuvor unersetzlichen Sven Bender – vor allem die Offensivqualitäten gaben hier den Ausschlag.

5. (4.) Sven Bender (Borussia Dortmund)
sportal.de-Durchschnittsnote 2,93 (24 Spiele/1 Tor/3 Vorlagen)

Ginge es nach den sportal.de-Durchschnittsnoten, stünde im Zweikampf der Bender-Zwillinge um ein EM-Ticket – und genau darauf wird es wohl hinauslaufen – der Sieger bereits fest. Der Dortmunder Sven verteidigte mit einer 2,93 seinen Platz in der Top Ten, Bruder Lars von Bayer Leverkusen schaffte am Ende eine 3,27. Die Saison von Sven Bender stand aber auch im Zeichen zahlreicher Verletzungen, in seiner Krankenakte ist eine Hüftverletzung, ein Kieferbruch, ein Bänderanriss und eine Rippenprellung vermerkt.

4. (neu): Sebastian Kehl (Borussia Dortmund)
sportal.de-Durchschnittsnote 2,91 (27 Spiele/3 Tore/3 Vorlagen)

Wenn es in Dortmund in den letzten Jahren um Verletzungspech ging, fiel unweigerlich der Name Sebastian Kehl. Der Kapitän des BVB machte in den beiden Spielzeiten davor insgesamt nur zwölf Spiele, auch deshalb verzichtete Kehl im letzten Jahr auf die Ehre, die Schale in den Himmel zu recken. Umso größer war wohl seine Sehnsucht in diesem Jahr, nach der Meisterfeier am Samstag nahm Kehl die Meisterschale mit zu McDonalds und lieferte sie erst am nächsten Tag wieder beim Verein ab.

3. (6.): Toni Kroos (FC Bayern München)
sportal.de-Durchschnittsnote 2,9 (31 Spiele/4 Tore/10 Vorlagen)

Toni Kroos hat in dieser Saison nochmal einen Schritt nach vorne gemacht, Trainer Jupp Heynckes verzichtete nur ganz selten auf seine Nummer 39. Kroos könnte sogar als Stammspieler zur EM 2012 nach Polen und die Ukraine fahren. Zuvor hat Kroos mit seinem Mannschaftskollegen aber noch viel vor. "Es gelingt nicht, Chelsea ganz aus dem Kopf zu bekommen. Dazu ist es ein zu großes Event. Aber Dortmund spukt genauso in unseren Köpfen rum", sagte Kroos gegenüber der Bild-Zeitung. Nach vier Pleiten in Folge gegen den BVB wollen die Roten Revanche: "Wir wollen sie endlich wieder schlagen."

2. (7.): Shini Kagawa (Borussia Dortmund)
sportal.de-Durchschnittsnote 2,65 (31 Spiele/13 Tore/12 Vorlagen)

Beinahe täglich trudeln neue Transfergerüchte in Dortmund ein, Meisterspieler sind halt begehrt. Doch BVB-Boss Hans-Joachim Watzke hat vor dem Pokalfinale alle Fans beruhigt: "Uns kann für keinen Preis in der Welt irgendein Verein in der Welt dazu verleiten, einen weiteren Spieler abzugeben" sagte Watzke auf einer Pressekonferenz. "Klarer geht's nicht." Einzige Ausnahme bleibt Shinji Kagawa. Der Vertrag des Japaners läuft noch bis 2013, bei entsprechendem Angebot wird Kagawa gehen dürfen. Die Mannschaft und vor allem Kagawas Hausgemeinschaft mit Ivan Perisic und Gündogan kämpft um den Verbleib des Spielmachers. "Shinji ist ein wichtiger Spieler für uns", meint sein Nachbar Perisic in der Halterner Zeitung. "Wir reden im Spaß mit ihm über seine Zukunft. Aber es ist leider nicht meine Entscheidung, sondern seine." Nach dem Finale in Berlin soll dann Klarheit herrschen.

1. (3.): Franck Ribéry (FC Bayern München)
sportal.de-Durchschnittsnote 2,42 (32 Spiele/12 Tore/22 Vorlagen)

Der beste Mittelfeldspieler der Saison kommt aber nicht vom Meister sondern heißt Franck Ribéry. Der Franzose bereitete überragende 22 Treffer der Münchner vor, auch die zwölf Tore sind Bestwert, seit Ribéry in München Fußball spielt. In der gesamten Saison gab es nur drei negative Aussetzer – Sorry Herr Robben, aber die Kabinenschlägerei lassen wir außen vor. Beim 0:0 in Hoffenheim (Note 4,5) war er angeschlagen, gegen Köln (5) sah Ribéry eine überflüssige Gelb-Rote Karte und bei der Niederlage in Leverkusen (4) wurde er erst spät eingewechselt. Ansonsten wimmelt es nur so von guten Noten – Ribéry ist zurecht der Klassenbeste.

Marcus Krämer

Lesen Sie morgen: Das waren die notenbesten Stürmer der Bundesliga

sportal.de / sportal

Wissenscommunity