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1. Bundesliga: Fünf Fragen an den 29. Spieltag

Ostern steht für die die Gedächtnisfeier der Auferstehung Jesu Christi. Am 29. Spieltag werden gerade die Teams im Tabellenkeller für die Realisierung der christlichen Symbolik sorgen wollen. Die Fünf Fragen an den 29. Spieltag beschäftigen sich auch damit, ob der Osterhase vielleicht in diesem Jahr ein Weihnachtsmann ist.

Der 29. Spieltag – traditionell die Runde, in der die Nächstenliebe mit Stollen getreten und in den Supermärkten das Geschenkpapier in den Container gestopft wird. Und das alles, obwohl der Sohn Gottes, der die Nächstenliebe predigte und sich nicht zu schade war, von seinem Wein mal eine Runde zu schmeißen, seinerzeit am Osterwochenende auferstand.

Während in anderen Ländern gefeiert wird, in Tschechien die Frauen ihren Männern bemalte Eier schenken, in der Ukraine die Eier mit flüssigem Wachs verziert werden und in Italien die Torta di Pasquetta verspeist wird, diskutierte man in Deutschland über Trainerentlassungen, zeigt einfarbige Rote sowie Gelbe Karten und geht ins Stadion, um bei einer Bratwurst auf Pappe gegen eine Niederlage zu skandieren.

Und warum sitzen Familienväter nicht mit ihrem Nachwuchs beim Suchen von Eiern im Garten und wieso wird das Osterfest nicht in all seiner Würde zelebriert? Na, weil der vorentscheidende 29. Spieltag ansteht und wir einmal mehr den metaphorischen Deckel öffnen, um nachzusehen, wo sich die Spreu vom Weizen getrennt und wie Aschenputtel denn nun sortiert hat.

Wird in Bremen falsch gegessen?

Nicht nur zu Ostern eine brandaktuelle Frage in Bremen. In grauer Vorzeit musste ein Trainer nur auf dem Trainingsplatz stehen und den angestellten Profis entsprechend angepasste verbale Anweisungen mit auf den Weg geben. Der Aufgabenbereich war überschaubarer als heute und zur Not reichte auch mal die knappe Anweisung: "Geht's raus und spielt's Fußball". Für Thomas Schaaf ist es nicht ganz so einfach, denn trotz der Nähe zur wasserreichen Weser brennt es bei den Hanseaten an allen Ecken und Enden.

Auf Platz acht liegend geht es für Bremen um die Qualifikation für die Europa League und das 0:3 am vergangenen Spieltag gegen Mainz war sehr kontraproduktiv für das Erreichen dieser Vorgabe. Dabei muss Schaaf sein Team immer wieder umbauen, stellte beim 1:1 gegen Augsburg die jüngste Werder-Mannschaft aller Zeiten auf. Die lange Liste an Verletzten ist dabei sein direkter Vorgesetzter.

Doch woher kommen die Verletzungen? Ist von einem Fremdverschulden auszugehen oder sind die Probleme im wörtlichen Sinne hausgemacht? Manager Klaus Allofs wollte ob der vielen Verletzungen die Essgewohnheiten der Spieler überprüfen und wagte einen Blick durch die Küchenfenster seiner Pappenheimer. Denn im Hinterkopf hatte er die Aussage seines Ex-Spielers Ivan Klasnic, der laut zeit.de gesagt hatte: "Gemüse, bäh, das ist nicht mein Ding".

Gerade bei Claudio Pizarro war Allofs gewarnt, hatte er doch gelesen, dass Francisco Pizarro im 16. Jahrhundert den Anbau von so manch gesundem Nahrungsmittel unter Todesstrafe gestellt hatte. Allerdings gilt Claudio mittlerweile als Musterprofi und traf im Hinspiel nach einem 0:2-Rückstand per Hattrick zum Sieg. Sollte ihm dies am 29. Spieltag erneut gelingen, das filigranst bemalte Ei in Ganz Bremen wäre ihm gewiss.

Ist Michael Preetz der neue Klaus Augenthaler?

Wer erinnert sich nicht an die skurrile Pressekonferenz, in der Klaus Augenthaler als Trainer des VfL Wolfsburg Fragen an sich selber stellte und diese dann einsilbig beantwortete – kurz darauf wurde er entlassen. Preetz hat sich nun als talentierter Parodist erwiesen und das Kammerspiel nach der 1:4-Niederlage gegen – natürlich – Wolfsburg als literarisches Werk veröffentlicht. Er führte ein imaginäres Interview mit Pressevertretern und präsentierte das Ergebnis auf der Hertha-Homepage.

Es hagelte Kritik und wer weiß, wie das Ergebnis ausfällt, sollte die Hertha am Wochenende gegen Gladbach verlieren. Momentan beträgt der Rückstand auf Platz 16 zwei Punkte und noch so einen Gaga-Brief (Zitat bz-online) verkraftet das Berliner Umfeld sicherlich nicht. Wie gut, dass wenigstens der Trainer ein Mann der offenen Worte ist. "Noch ist Polen nicht verloren, also noch ist Hertha nicht verloren", zog Otto Rehhagel einen aussagekräftigen Vergleich. Die Fohlen werden gewarnt sein.

Bekommt auch Christian Träsch eine Videobotschaft?

Die Bayern haben nach dem 4:4 von Borussia Dortmund gegen den VfB Stuttgart wieder Blut geleckt und sich mit der Idee angefreundet, im Sommer doch noch eine Sause auf dem Münchner Rathausbalkon zu starten. Ein kleiner Vorgeschmack fand unlängst in einem Hotel statt, in dem Mario Gomez und einige Bayern-Kollegen sich das Duell des BVB gegen den VfB anschauten.

Christian Gentner erzielte in letzter Minute den Treffer zum 4:4 sorgte damit auch dafür, dass Gomez sich an gemeinsame Zeiten im Dress der Schwaben erinnerte. In purer Ekstase ob des geschmolzenen Vorsprungs der Dortmunder nahm sich der Bayern-Stürmer sein Mobiltelefon und zusammen mit den anderen Spielern zeichnete er ein Video für den Helden des Abends auf.

Über den Inhalt wollte Gentner nichts sagen, es habe ihm jedoch sehr gefallen. Den Interpretationsspielraum wollen wir nicht füllen, vielleicht kann Christian Träsch aber Licht ins Dunkle bringen. Denn der BVB gastiert am Wochenende beim VfL Wolfsburg, der sich zuletzt stark präsentierte. Träsch und Gomez spielten ebenfalls zusammen beim VfB und vielleicht wird aus dem einmaligen Video ja eine ganze Serie.

Was kann ein Leverkusener Besen?

Praktikanten haben in der Weltgeschichte schon häufig für Schlagzeilen gesorgt. Ob nun Gregor Gysi im Kindergarten Salamischeiben an Kinder verteilt und kleinere Streitereien schlichtete, oder Monica Lewinsky, die im Or …, Oval Office für Missstimmung gesorgt hatte – zumindest im Nachhinein. Auch bei Bayer Leverkusen gibt es ihn nun, den Praktikanten, der Leverkusen wieder auf internationalen Kurs bringen soll

Sami Hyypiä wurde allerdings der Status der Praktikanten aberkannt und nun darf er sich Teamchef nennen – in enger Zusammenarbeit mit Fußball-Lehrer Sascha Lewin …., Lewandowski. Nach vier Niederlagen in Folge muss das Duo der Mannschaft nun schnell Leben einhauchen und dafür sorgen, dass vorne auch mal wieder getroffen wird.

"Sami hat mehr Konzentration gefordert und dass vom Trainer bis zum Zeugwart alle an einem Strang ziehen“, erklärte Rene Adler dem Abendblatt. Nun geht es gegen die Rothosen aus Hamburg und Hyypiä muss beweisen, dass auch in kurzer Zeit Erstaunliches wachsen kann. Denn er möchte nicht wie Monica Lewinsky enden, die auf diepresse.com erklärte: "Ich bin bekannt für etwas, für das man nicht gern bekannt ist."

Gibt es in Köln ein kuschliges Osterfeuer?

Auch in Köln könnte man diesen Satz hier und da formulieren, denn einfaches Arbeiten wird am Rhein klein geschrieben – im übertragenen Sinne. Das musste Trainer Stale "Sohlbänken" (laut Werder-Twitter) leidvoll erfahren, als sein Team gegen Augsburg verlor und seine Stelle praktisch schon neu besetzt wurde. Nach seiner medialen Entlassung folgte dann der Schulterschluss – nicht jedoch mit den Fans.

Erst wurde der Kölner Bus von aufgebrachten Fans gestoppt, am heimischen Geißbockheim setzte dann eine Gruppe von FC-Anhängern zu verbalen Beleidigungen an. "Es gab eine Szene mit Ammar Jemal, der von einem Fan an der Schulter berührt wurde. Jemal sagte: 'Don't touch me' und schubste sein Gegenüber ebenfalls", betonte ein Sprecher.

"Ich kann das Gelaber der Spieler nicht mehr hören", polterte später der Kölner Boss Claus Horstmann und vor dem Duell mit Werder strich Solbakken dann Petit, Milivoje Novakovic, Kevin Pezzoni und Andrezinho aus dem Kader. Ein weiterer Spieler soll nach einer Meldung auf welt.de seinem Berater angefleht haben, schnell einen neuen Club für ihn zu finden und der Express schreibt, dass der Vorstandsboss des Hauptsponsors arg erbost sei.

Den FC zog es zur Vorbereitung auf das Spiel gegen Bremen voller Abgeschiedenheit ins Kloster und dort soll die nötige Ruhe an den Mann gebracht werden, um die so wichtigen Punkte gegen den Abstieg einzufahren. Gibt es gegen Werder aber eine Heimpleite, würde das ganze Spielchen wahrscheinlich von vorne beginnen und das gemeinsame Eiersuchen wohl gestrichen.

Gunnar Beuth

sportal.de / sportal

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