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23. Spieltag: HSV marschiert, Bayern gewinnen

Der Hamburger SV und Energie Cottbus haben im Abstiegskampf gepunktet und in der Tabelle einen Sprung gemacht. Bayern München fuhr gegen harmlose Wolfsburger ebenfalls drei Punkte ein. Hannover 96 nahm Dortmund auseinander und ein überragender Ex-Bremer schoss Mainz zum Sieg.

Bayern München hat im Kampf um einen Champions-League-Platz wichtigen Boden gut gemacht. Der deutsche Fußball-Meister besiegte den VfL Wolfsburg mit 2:1 (1:0) und verkürzte den Rückstand auf den Tabellenzweiten VfB Stuttgart auf fünf Punkte. Die Tore für die Münchner erzielten vor 69.000 Zuschauern in der ausverkauften Allianz Arena Nationalspieler Lukas Podolski per Foulelfmeter (26.) sowie Mark van Bommel mit einem Distanzschuss (55.). Die Wolfsburger kamen durch Cedrick Makiadi (79.) noch einmal ins Spiel zurück. Nach der neunten Niederlage im zehnten Gastspiel in München bleiben die Niedersachsen allerdings mit 25 Punkten in Abstiegsgefahr.

Bayern-Trainer Ottmar Hitzfeld hatte seine Mannschaft gegenüber der 2:3-Niederlage im Champions-League-Spiel gegen Real Madrid auf vier Position umbesetzt und in seiner Youngster-Elf überraschend auch auf Torjäger Roy Makaay verzichtet. Den Sturm bildeten Claudio Pizarro und Lukas Podolski. Vor allem der Nationalspieler agierte agil und torgefährlich wie lange nicht. Beide Angreifer waren auch am Führungstor beteiligt. Pizarro holte gegen den schlafmützig agierenden und zur Halbzeit ausgewechselten Nationalverteidiger Alexander Madlung den Foulelfmeter heraus, den Podolski eiskalt verwandelte. Es war der zweite Saisontreffer des Ex-Kölners.

Mängel im Angriffsspiel der Bayern

Das Angriffsspiel der Bayern offenbarte trotz des zweiten Rückrundensieges weiterhin einige Mängel - und auch die Defensive des Rekordmeisters stand wiederum nicht sattelfest. Christian Lell, der für Daniel Van Buyten (Grippe) neu in die Innenverteidigung rückte, unterliefen einige Stellungsfehler, die aber unbestraft blieben. So traf Nationalstürmer Mike Hanke in der 44. Minute nur den Pfosten, der erstmals seit zweieinhalb Jahren in der Münchner Startformation stehende Andreas Görlitz rettete nach dem Abpraller spektakulär gegen den frei stehenden VfL-Torjäger Diego Klimowicz. Auch in der Anfangsphase hatten die Wolfsburger eine große Torchance, aber Oliver Kahn parierte mit einem Reflex einen Kopfball von Madlung (10.).

Mit seinem vierten Saisontreffer, den er mit einem platzierten Distanzschuss ins linke untere Eck erzielte, verschaffte van Bommel den Münchnern eine scheinbar beruhigende Zwei-Tore-Führung. Denn die Wolfsburger Offensive blieb weitgehend wirkungslos. Erst nach der Auswechslung von Regisseur Marcelinho (72.) gelang Makiadi im Nachschuss nach einem weiteren Pfostentreffer von Hanke das 1:2. Im Heimspiel am kommenden Samstag gegen Borussia Mönchengladbach muss VfL-Trainer Klaus Augenthaler in der Abwehr auf Kapitän Kevin Hofland verzichten, der nach der 10. Gelben Karte gesperrt ist.

Hamburger SV verlässt Abstiegsränge

Der Hamburger SV hat mit dem dritten Sieg in Serie erstmals seit drei Monaten die Abstiegsränge der Fußball-Bundesliga verlassen. Mit einem 3:1 (1:0)-Erfolg gegen Eintracht Frankfurt setzten die Hanseaten am Samstag ihre Erfolgssträhne unter Trainer Huub Stevens fort. Der Coach stellte damit den Hamburger Startrekord von Felix Magath (1995), Rudi Gutendorf (1977) und Martin Wilke (1963) mit drei Erfolgen in vier Partien ein. Die Hessen blieben im achten Spiel nacheinander ohne dreifachen Punktgewinn und geraten als neuer Tabellenvorletzter immer mehr in Abstiegsnot.

Rafael van der Vaart (7.) brachte die Hanseaten früh mit seinem fünften Saisontor in Führung, Piotr Trochowski (77.) und Ivica Olic (90.+3) trafen zum Endstand. Der Ex-Hamburger Naohiro Takahara (59.) hatte zwischenzeitlich ausgeglichen. "Das hat noch gar nicht zu bedeuten, ich schaue nicht auf die Tabelle. Wir haben noch elf Endspiele", sagte Stevens. Und Gegenüber Friedhelm Funkel war klar, dass spätestens nach der Niederlage der Abstiegskampf begonnen hat: "Wir haben über 90 Minuten gefightet, andere Mannschaften hätten sogar noch höher verloren."

Hannover 96 feiert Schützenfest

Hannover 96 hat im Kampf um die Plätze im Uefa-Cup mit einem Schützenfest drei wichtige Punkte gewonnen. Im Duell mit dem Konkurrenten Borussia Dortmund setzte sich die Niedersachsen verdient mit 4:2 (0:0) durch. Entschieden wurde die Partie vor 43 852 Zuschauern erst nach der Pause, als zunächst Szabolcs Huszti (56.) per Foulelfmeter das 1:0 erzielte und kurz danach Nelson Valdez (58./Unsportlichkeit) Gelb-Rot sah. Anschließend erhöhten die eingewechselten Jiri Stajner (69.) und Arnold Bruggink (76., 78.). Für den ersatzgeschwächten BVB erzielten Ebi Smolarek (88.) und Florian Kringe (90.) lediglich eine Ergebniskorrektur.

"Die Gelb-Rote Karte war der Knackpunkt des Spiels", kommentierte 96-Manager Christian Hochstätter. "Wir hatten auch das Quäntchen Glück, dass wir vorher nicht in Rückstand geraten sind." Ähnlich sah es BVB-Trainer Jürgen Röber. "Bis zu dem Elfmeter haben wir gut gespielt", sagte der Coach.

Mainz mit überragendem Zidan

Der FSV Mainz hat den Höhenflug des 1. FC Nürnberg in der Fußball-Bundesliga gestoppt und den eigenen Erfolgszug fortgesetzt. Die als Tabellenletzter in die Rückrunde gestarteten Rheinhessen feierten am Samstag vor 20 300 Zuschauern im ausverkauften Bruchwegstadion einen 2:1 (2:0)-Sieg über die zuvor seit dem 7. November 2006 ungeschlagenen Nürnberger. Allerdings mussten die Mainzer nach dem Doppelpack von Torjäger Mohamed Zidan binnen sieben Minuten (20./27.) noch einmal um den Sieg zittern, nachdem Ivan Saenko (64.) der Anschlusstreffer gelungen war und Leon Andreasen kurz vor Schluss (85.) die Gelb-Rote Karte wegen wiederholten Foulspiels gesehen hatte.

Die in der zweiten Halbserie weiter ungeschlagenen Mainzer festigten letztlich aber ihren Mittelfeldplatz durch den fünften Sieg in den vergangenen sechs Spielen. Nürnberg verpasste es hingegen, den Rückstand auf die Top-Vier zu verringern.

Bielefeld mit schwarzer Serie

Mit einer wahren Energie-Leistung nach der Pause hat Bundesliga-Neuling Cottbus die schwarze Serie von Arminia Bielfeld verlängert und selbst neue Hoffnung im Abstiegskampf geschöpft. In einem hart umkämpften, aber niveauarmen Keller-Duell hatte Petr Gabriel die Gäste zwar in Führung gebracht (15. Minute). Doch Mariusz Kukielka (62.) und Energie-Torgarantie Sergiu Radu (66.) wendeten am 23. Meisterschafts-Spieltag noch das Blatt. "In der Halbzeit war es relativ laut, das scheint gefruchtet zu haben. Die erste Halbzeit war schauderhaft", kommentierte Energie-Coach Petrik Sander die erfolgreiche Aufholjagd.

Die Tabellen-Nachbarn VfL Bochum und Alemannia Aachen bleiben in der Fußball-Bundesliga stark abstiegsgefährdet. Das 2:2 (1:1) im Aufsteigerduell am Samstag bringt die Traditionsvereine bei jetzt jeweils 24 Punkten nicht entscheidend voran. Vor 21 350 Zuschauern im Bochumer Stadion beendete der VfL eine Woche nach dem 3:1-Erfolg in Bielefeld immerhin seine Negativ-Heimbilanz: Gegen Mainz (0:1) und Nürnberg (0:2) war die Mannschaft des Schweizer Trainers Marcel Koller zu Hause in diesem Jahr ohne Punkt- und Torerfolg geblieben. Für Bochum trafen Torjäger Theofanis Gekas (25. Minute) und Joel Epalle (52.), für Aachen waren Vedat Ibisevic (35.) und Matthias Lehmann (57.) erfolgreich.

Klaus Bergmann/DPA/tis / DPA

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