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CL-Halbfinale: Vorsicht, Bayern! So gefährlich ist Atlético

Heute gilt’s: Der FC Bayern trifft im Hinspiel des Champions-Legaue-Halbfinales auswärts auf Atlético Madrid. Der spanische Verein ist ein verdammt harter Brocken. Warum das so ist, lesen Sie hier.

Fernando Torres

Rot-Weiße Power: Torjäger Fernando Torres (2.v.r.) jubelt nach einem Torerfolg in der LIga mit den Mitspielern

Bevor die Bayern zum Champions-League-Finale nach Mailand reisen dürfen, haben sie noch eine schwere Hürde zu nehmen. Denn im Halbfinale wartet Atlético Madrid, ein Gegner, den die Münchner fürchten müssen. Zum Hinspiel geht es ins Vincente-Calderon-Stadion, der Heimat von Atlético im Süden der spanischen Hauptstadt (ab 20:45 Uhr im stern.de-Liveticker). Ein Hexenkessel, in dem das Team von Pep Guardiola Nervenstärke braucht. Nur zur Erinnerung: In den vergangenen zwei Jahren flogen die Bayern jeweils im Halbfinale raus. 

Diego Simeone erschuf das neue Atlético

Die Rojiblancos (die Rot-Weißen) stehen in Spanien punktgleich hinter Barcelona auf dem zweiten Tabellenplatz. Im Viertelfinale warfen Sie den amtierenden Champions-League-Sieger sogar aus dem Wettbewerb. Unter Trainer Diego Simeone ist Atlético wieder zu einer Macht geworden. Eine Defensiv-Maschine, die ihre Gegner zermürbt. 2012 gewannen sie die Europa League, 2013 den spanischen Pokal und 2014 holte Atlético den Meistertitel. Im selben Jahr standen sie im Champions-League-Finale, wo sie dem Stadtrivalen Real unterlagen. Atlético ist zu einem ernsthaften Favoriten auf den Champions-League-Titel gereift. Was dieses Team auszeichnet und warum sich die Bayern warm anziehen sollten, haben wir in vier Punkten zusammengefasst.

1. Atlético kassiert kaum Gegentore

Die Spanier kommen über eine unheimlich kompakte Defensive. In der Primera División sind sie auf Augenhöhe mit Barcelona und Real, obwohl sie nur halb so viele Tore geschossen haben (59 zu 102/104). Atlético kassiert nämlich auch nur die Hälfte (16 zu 29/32) und hat mit Abstand den Ligabestwert. Auch in der Champions League gelangen den Gegnern bislang lediglich fünf Treffer. Das so enorm wichtige Auswärtstor wird für den FC Bayern heute eine echte Herausforderung.

2. Simeone hat seine Spieler zu Kriegern gemacht

Man kann vom argentinischen Heißsporn Simeone halten, was man will. Aber in Sachen Motivation gehört er zu den Größten des Fußballgeschäfts. Er geht mit leuchtendem Beispiel voran und treibt seine Spieler zu kämpferischen Höchstleistungen. Elf Verteidiger schmeißen sich in die Zweikämpfe, als wären es ihre letzten. "Wir gehen in jeden Ball wie in den Tod, wie in ein Finale", bringt es Mittelfeldmann Saúl Níguez auf den Punkt. Die Bayern werden um jeden Zentimeter Rasen kämpfen müssen.

3. Antoine Griezmann, das Power-Küken

Der kleine, blonde Franzose ist mittlerweile der wichtigste Offensivspieler in der Kämpfer-Truppe von Diego Simeone. Sein Spitzname lautet "Pollito", das Küken. Der Name ruft allerdings falsche Vorstellungen hervor. Der 25-jährige Nationalspieler ist zwar schmächtig, aber hilflos und niedlich wie ein Küken bestimmt nicht. Passender wäre es wohl, von einem kleinen Kampfhahn zu sprechen. Griezmann vereinigt die seltene Fähigkeit, ein aggressiver Kämpfer und guter Techniker zugleich zu sein. Mit Fernando Torres bildet er den Atlético-Sturm. Griezmann ist der erste, der beim Pressing attackiert, hat Spielübersicht und ist torgefährlich. 29 Tore hat er bislang wettbewerbsübergreifend geschossen. Wie hoch sie seinen Wert bei Atlético schätzen, macht die Ausstiegsklausel in seinem Vertrag deutlich: Sie beträgt satte hundert Millionen Euro.

4. Der Fluch des Pep

Kann Pep Guardiola nicht gegen spanische Teams siegen? Gibt es gar den Spanien-Fluch des Pep? Ja, leider ist das so. Guardiola ist mit den Bayern zwei Mal hintereinander gegen spanische Teams im Champions-League-Halbfinale ausgeschieden. Einmal gegen Real Madrid, im vergangenen Jahr dann gegen seinen Heimatclub FC Barcelona. Da setzte es im Rückspiel in der Allianz Arena eine 0:4-Klatsche. Das ist nicht gerade eine Erfolgsbilanz. Das reicht locker, um verflucht zu sein. Defensiv sind die Bayern unter Pep nun mal anfällig. Es ist also an der Zeit, liebe Bayern, den verfluchten Fluch zu überwinden. 

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