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Bundesliga: Bayern sind Herbstmeister - Werder düpiert Köln

Nach dem Sieg gegen den 1. FC Kaiserslautern ist der FC Bayern München bis zur Winterpause nicht mehr von der Bundesligaspitze zu verdrängen. Auch Werder bleibt oben dran.

Oliver Kahn hat dem FC Bayern München zum 15. Mal die Herbstmeisterschaft in der Fußball-Bundesliga beschert. Mit seiner Elfmeter-Parade gegen Ervin Skela (59.) hielt der Nationaltorhüter am Sonntagabend den mühevollen 2:1 (1:1)-Sieg des deutschen Rekordmeisters gegen Schlusslicht 1. FC Kaiserslautern fest, für den Roy Makaay (54./Foulelfmeter) mit seinem achten Saisontor sorgte. Vor 66 000 Zuschauern in der Allianz-Arena hatte Boubacar Sanogo (38.) für die nicht wie ein Absteiger spielenden Pfälzer die Bayern-Führung durch Michael Ballack (26.) ausgeglichen. Die Herbstmeisterschaft ist für die Bayern ein gutes Omen: Schon zwölf Mal holten sie danach auch den Titel.

Das Duell zwischen dem Tabellen-Ersten, der seinen Vier-Punkte- Vorsprung vor dem Hamburger SV behauptete, und dem Letzten lief zunächst in den erwarteten Bahnen. Die Bayern mit Ali Karimi für den gesperrten Sebastian Deisler und dem nach auskurierter Knieverletzung ins Team zurückgekehrten Lucio spielten druckvoll und schnürten die Pfälzer phasenweise regelrecht ein. Allerdings agierten die Münchner ohne große Durchschlagskraft und ließen wie schon zuletzt in der Champions League beim FC Brügge hochkarätige Möglichkeiten ungenutzt.

Nachlässigkeit sofort bestraft

Nachdem er in der 6. Minute nach Kopfball-Zuspiel von Makaay eine Großchance vergeben hatte, war Ballack nach Ecke von Karimi mit seinem sechsten Saisontor zum hoch verdienten 1:0 erfolgreich. Nach seiner fünften Gelben Karte ist der Mittelfeld-Regisseur zum Vorrunden-Abschluss in Dortmund gesperrt. Die Gelegenheiten für eine höhere Führung vergaben Martin Demichelis (19.) und Ze Roberto (36.).

Den zum zweiten Mal von Wolfgang Wolf betreuten Lauterern fehlte in der Abwehr zwar oft die Ordnung, dafür deuteten sie unter den Augen ihres Ex-Trainers Michael Henke bei Kontern aber durchaus Torgefährlichkeit an. In der 38. Minute wurden die Bayern für ihre Nachlässigkeit bestraft, als Sanogo einen schulmäßig vorgetragenen Angriff über den schnellen Axel Bellinghausen mit dem Ausgleich abschloss.

Makaay verwandelt sechsten Strafstoß

Im 50. Bundesliga-Spiel unter der Regie von Felix Magath brachte erst ein Elfmeter die Münchner auf die Siegerstraße. Nach Foul von Marco Engelhardt an Ze Roberto übernahm Makaay die Verantwortung und setzte auch seinen sechsten Strafstoß im Bayern-Trikot ins Netz.

Fünf Minuten später verhinderte Kahn den erneuten Ausgleich, als er einen von Philipp Lahm an Halil Altintop verwirkten und Ervin Skela schwach geschossenen Elfmeter parierte. Für den Nationalkeeper war es der erste gehaltene Strafstoß seit dem 25. Oktober 2003, damals rettete er gegen den Ex-Lauterer Miroslav Klose.

Werder bleibt dran

Mit einer abgeklärten und routinierten Leistung haben die Europapokal-Helden des SV Werder Bremen ihre Bundesliga-Pflicht beim 1. FC Köln erledigt. Vier Tage nach dem glanzvollen Einzug in das Champions-League-Achtelfinale gewannen die Hanseaten am Sonntag beim Aufsteiger mit 4:1 (1:1) und hielten damit Anschluss an das Führungsduo Bayern München und Hamburger SV. Die ersatzgeschwächten Kölner, die seit dem 8. November 1997 auf einen Erfolg gegen Bremen warten, blieben hingegen auch im elften Spiel hintereinander ohne Sieg und fielen auf einen Abstiegsplatz.

Dabei waren der 1. FC Köln durch Imre Szabics (24.) ersten Saisontreffer in Führung gegangen. Mit einem fulminanten 30-Meter- Freistoß durch Naldo (34.) glichen die Bremer aber noch vor der Pause aus. Nationalspieler Miroslav Klose (50.), der erneut wegen seiner Gesichtsverletzung mit einer Schutzmaske auflief, brachte mit seinem 15. Saisontor Werder auf die Siegerstraße. Der überragende Johan Micoud (89.) krönte seine Leistung mit dem 3:1, zwei Minuten später war noch einmal Klose (90.+1) zur Stelle.

Köln in der Defensive stark

Die Rheinländer, die auf die gesperrten Lukas Podolski, Albert Streit und Özalan Alpay verzichten mussten, kamen vor 50.000 Zuschauern im ausverkauften RheinEnergie Stadion nur schwer ins Spiel. Die Bremer kontrollierten auch ohne die verletzten Nationalspieler Tim Borowski und Christian Schulz die Partie. Doch glänzten sie gegen die defensiv eingestellten Gastgeber nicht so wie bei ihrem Europapokal-Auftritt am Mittwoch gegen Panathinaikos Athen.

Erst nach 14 Minuten besaß Nelson Valdez die erste gute Chance. Auch acht Minuten später verzog er aus aussichtsreicher Position. Völlig überraschend gingen die Kölner gleich mit ihrer ersten Gelegenheit in Führung: Nach Pass von Yousef Mokhtari war Szabics (24.) vor dem zuletzt heftig kritisierten Werder-Torwart Andreas Reinke am Ball und vollendete. Sechs Minuten später musste der Ungar mit Verdacht auf Muskelfaserriss im linken Oberschenkel ausscheiden.

Klose und Micoud überragend

Werder benötigte nach dem Gegentreffer einige Minuten, um sich zu erholen. Zwar waren die Gäste mit ihren spielerischen und technischen Möglichkeiten weiter überlegen, zwingende Torchancen besaßen sie aber nicht. Erst das Freistoß-Tor von Naldo (34.) aus 30 Metern belohnte die Mühe. Eine Minute vor der Pause rettete Reinke allerdings bei einem Schuss von Matthias Scherz das Remis für die Bremer.

Auch nach dem Wechsel war Werder spielbestimmend. Eine Kombination mit Frank Baumann und Johan Micoud vollendete Klose (50.) ohne Mühe. Drei Minuten später war Reinke bei einem Schuss von Mokhtari auf dem Posten. Das war aber schon die letzte Schrecksekunde für den Favoriten. Kölns Trainer Uwe Rapolder brachte Denis Epstein und Rolf- Christel Guié-Mien, um die Offensive zu stärken. Doch Werder ließ sich nicht mehr aus dem Rhythmus bringen. Micoud (89.) und Klose (90.+1) machten den Klassenunterschied in der Schlussphase deutlich.

DPA / DPA

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