HOME

Bundesliga: Erfolglose Bayern-Jagd

Während die Bayern sich nicht vom Erfolgkurs abbringen lassen, patzen ihre Verfolger aus Bremen, Hamburg und Schalke. Auch den Mainzern bleibt nichts übrig, als ernüchtert mit den Zähnen zu knirschen.

Bayern München siegt, die Konkurrenz stolpert, und bei einigen Protagonisten liegen schon nach drei Spieltagen in der Fußball-Bundesliga die Nerven blank. Meister-Trainer Felix Magath, dessen Team mit dem 3:0-Sieg über Hertha BSC die alleinige Tabellenführung übernahm, sieht sich nach dem souveränen Start mit neun Punkten schon veranlasst, mit einem süffisanten Seitenhieb die patzende Konkurrenz zu trösten. "Wir werden in der Phase mit Länderspielen und Champions League auch mal das eine oder andere Spiel nicht gewinnen", sagte Magath mit Blick auf den FC Schalke 04 und Werder Bremen. Die Vorfreude auf große Europapokalabende hätte womöglich schon die Konzentration der vermeintlichen Bayern-Jäger im Liga-Alltag getrübt, glaubt Magath.

Der Mainzer Freud und Leid

Auch beim FSV Mainz 05 folgte nach der Freude über den Uefa-Cup- Einzug die Ernüchterung im Bundesliga-Alltag. Bei Arminia Bielefeld verlor Mainz durch zwei von Nebojsa Krupnikovic verwandelte Elfmeter mit 0:2. Die dritte Mainzer Niederlage in Serie. Borussia Dortmund verspielte unterdessen im kleinen Revierderby beim MSV Duisburg eine Führung und muss nach dem 1:1 ebenso wie Aufsteiger Duisburg weiter auf den ersten Saisonsieg warten.

Die Bayern-Jäger Schalke und Bremen präsentierten sich am dritten Spieltag auch nicht in Bestform und schon gar nicht auf Augenhöhe mit Meister München. "Vize" Schalke kam im Heimspiel gegen die seit nunmehr 21 Auswärtsspielen sieglosen Borussen aus Mönchengladbach nicht über ein 1:1 hinaus. Champions-League-Teilnehmer Bremen beendete die Partie gegen den VfB Stuttgart mit dem selben enttäuschenden Ergebnis. "Sollen die Bayern doch gewinnen. Es gibt noch genügend Spiele", maulte Schalkes Manager Rudi Assauer.

Einmütig und zufrieden

Einmütig aber erklärten Schalker und Bremer Verantwortliche, dass sie mit sieben Punkten aus drei Spielen durchaus zufrieden seien. "Wir liegen im Soll", sagte Werder-Sportdirektor Klaus Allofs, und Schalke-Torhüter Frank Rost zog ein ähnliches Fazit: "Meine Enttäuschung hält sich in Grenzen." Nach den Mühen der UI- Cup-Spiele und der geschafften Uefa-Pokal-Qualifikation fehlten auch dem Hamburger SV Kraft und Konzentration für eine weitere Großtat. "Es liegt eindeutig an den letzten Wochen, dass uns der Esprit gefehlt hat", sagte HSV-Sportchef Dietmar Beiersdorfer nach dem 1:1 im Nordderby gegen Hannover 96.

Für weitaus mehr Diskussionsstoff als die Partien der Spitzenclubs aber sorgten die Spiele in Köln und Wolfsburg. Auslöser für Tumulte und heftige Gefühlsausbrüche waren wieder einmal Entscheidungen der Schiedsrichter. Beim 2:3 von Aufsteiger 1. FC Köln gegen den 1. FC Kaiserslautern zog sich Fifa-Referee Helmut Fleischer den Unmut der Kölner zu. Sie sahen sich um den Lohn ihrer Aufholjagd betrogen, weil Fleischer den Pfälzern beim Stand von 2:2 in der Nachspielzeit einen höchst umstrittenen Elfmeter zugesprochen hatte.

Makaay und Altintop

Zuvor hatte Halil Altintop mit seinem Doppelpack die Pfälzer mit 2:0 in Front geschossen. Er steht nun mit Bayerns Roy Makaay an der Spitze der Torjägerliste. Matthias Scherz und Lukas Podolski hatten die Partie noch gedreht, ehe der Elfmeterpfiff nach einem vermeintlichen Foul von Christian Springer an Ferydoon Zandi die Hoffnung auf ein Remis zunichte machte. "Das war eine Frechheit. Der Schiedsrichter hat das Spiel entschieden", schimpfte FC-Coach Uwe Rapolder nach Erwin Skelas Siegtor. Springer witterte im "Aktuellen Sportstudio" gar eine Verschwörung und sprach Fleischer die Neutralität ab: "Der macht so etwas mit Absicht. Er hat das schon einmal gemacht, und er wird es wieder machen".

Ähnlich turbulent ging es beim 2:1 des VfL Wolfsburg gegen Bayer Leverkusen zu, nachdem der Unparteiische Peter Sippel die beiden Bayer-Profis Roque Junior und Marko Babic mit Roten Karten vom Platz gestellt hatte. Bayer-Sportdirektor Rudi Völler ließ sich aus Ärger darüber zu einer heftigen Reaktion hinreißen. Er brandmarkte Andres D’Alessandro als Schauspieler und Provokateur: "Er macht immer den sterbenden Schwan. So etwas gehört nicht auf den Fußball-Platz." Sippel fühlte sich zu Unrecht kritisiert und fertigte einen "Sonderbericht" über Völlers Verhalten an.

Derweil freut sich Aufsteiger Eintracht Frankfurt über den ersten "Dreier" der Saison. Jermaine Jones sicherte den Hessen im Kellerduell mit dem schwachen 1. FC Nürnberg das ersehnte Erfolgserlebnis und stürzte den "Club" in die Krise. "Wir sind die absoluten Bratwürste", schimpfte Mario Cantaluppi selbstkritisch.

Ulli Brünger/DPA / DPA

Wissenscommunity