Bundesliga McClaren kommt, Funkel geht


Die Spatzen pfiffen es schon von den Dächern, nun ist es amtlich. Steve McClaren coacht ab der kommenden Saison den VfL Wolfsburg. Der Engländer kommt vom frisch gebackenen niederländischen Meister Twente Enschede. Auch in Berlin kommt es zum Trainerwechsel.

Premiere in Wolfsburg: Als erster englischer Trainer in der Fußball-Bundesliga übernimmt Steve McClaren ab der kommenden Saison den VfL Wolfsburg. Am Dienstag brachten die Niedersachsen ihre monatelange Suche zum Abschluss und einigten sich mit dem früheren englischen Nationalcoach auf einen Zweijahresvertrag bis 2012. Der 49-Jährige soll allerdings erst nach seinem Urlaub voraussichtlich Ende Mai offiziell vorgestellt werden.

"Ich bin froh, dass wir die Verpflichtung endlich in Sack und Tüten haben und einen Trainer dieser Qualität nach Wolfsburg holen konnten", sagte VfL-Manager Dieter Hoeneß sichtlich erleichtert. Ausschlaggebend für die Entscheidung seien gleichermaßen menschliche Qualitäten wie Fußball-Sachverstand und internationale Erfahrung McClarens gewesen, sagte Hoeneß.

Der künftige Leitwolf kommt vom niederländischen Meister Twente Enschede, den er nach zweijähriger Amtszeit dank einer Ausstiegsklausel ein Jahr vor Vertragsablauf verlassen konnte. "Ich hatte meiner Familie in England versprochen, dass wir maximal zwei Jahre getrennt wohnen würden - jetzt werden wir alle gemeinsam nach Deutschland ziehen", sagte er der niederländischen Tageszeitung TC Tubantia.

Hoeneß begrüßte, dass McClaren gemeinsam mit Frau und Kindern seinen Lebensmittelpunkt nach Wolfsburg verlegen wolle. Dagegen seien die mangelnden Deutschkenntnisse des Briten kein Argument gegen die Verpflichtung gewesen: "Darin sehe ich kein Problem", so Hoeneß.

Der neue Coach tritt beim letztjährigen deutschen Meister die Nachfolge von Lorenz-Günther Köstner an, der das Amt nach der Entlassung von Armin Veh Ende Januar interimsweise übernommen hatte. McClaren soll dabei ein geschätztes Jahressalär von drei Millionen Euro verdienen. Wie schon bei seinen früheren Engagements wird er keinen eigenen Assistenztrainerstab mit nach Wolfsburg bringen.

Hertha BSC trennt sich von Funkel

In Berlin hat Hertha BSC auf den Abstieg aus der Fußball-Bundesliga reagiert und sich von Trainer Friedhelm Funkel getrennt. Der Hauptstadt-Klub kündigte am Dienstagabend an, den auslaufenden Vertrag mit Funkel nicht mehr zu verlängern. Als mögliche Nachfolger gelten Markus Babbel, Michael Oenning und Lorenz-Günther Köstner. Nach intensiven Gesprächen in den vergangenen Tagen seien Hertha und Funkel, laut Preetz "absolut einvernehmlich", zu der Entscheidung gekommen, "dass wir nicht gemeinsam weitermachen". Die neue Saison für Hertha BSC solle mit einem Neuanfang auf der Trainerposition beginnen, sagte Preetz der Tageszeitung B.Z.

Seit Tagen wurde mit der Trennung gerechnet. Am Samstag, im letzten Saisonspiel gegen Meister Bayern München (1:3), skandierten Herthas Fans "Funkel raus". Nur im Fall des Klassenerhaltes hätte sich der Kontrakt des 56-Jährigen automatisch verlängert. Der Coach hatte sich vor drei Wochen bei Hertha auch für die 2. Liga angeboten, als er auf seine erfolgreiche Arbeit als Zweitliga-Coach hingewiesen hatte. Fünfmal war ihm der Aufstieg in die Bundesliga gelungen.

DPA/dab DPA

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