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Bundesliga-Planspiel: Ein Blick aufs Restprogramm: So schafft es der HSV doch noch, sich wieder zu retten

Der HSV ist das schwächste Rückrundenteam, selbst Uwe Seeler glaubt nicht mehr an den Klassenerhalt. Doch trotz allem können sich die Hamburger tatsächlich noch retten. Ein Planspiel vor dem Abstiegsduell am Abend.

Lewis Holtby feiert - noch ist es möglich, dass der HSV die Relegation erreicht.

Lewis Holtby feiert - noch ist es möglich, dass der HSV die Relegation erreicht.

Getty Images

Wenn Mainz 05 und der SC Freiburg aufeinandertreffen, ist das nicht die Bundesliga-Partie, die Fußballfans an der Elbe normalerweise elektrisiert. Doch an diesem Abend wird das ganz anders sein. Alle, die es mit dem Hamburger SV halten, werden dem SC Freiburg die Daumen halten bis es schmerzt. Mit einem Sieg der Breisgauer würden die Chancen des , sich auch diesmal wieder vor dem ersten Bundesliga-Abstieg zu retten, deutlich steigen. Denn auch wenn es nach nur einem Sieg, matten sieben Pünktchen und einem letzten Platz in der Rückrunde kaum zu glauben ist, kann es der Dino immer noch schaffen.

Wie das gehen soll? Es hängt vor allem an zwei Faktoren: Zunächst muss der HSV natürlich aus den Pötten kommen und von den letzten vier Partien mindestens drei gewinnen. Immerhin: Mit Spielen gegen Freiburg und Wolfsburg geht es noch zweimal gegen direkte Konkurrenten im Abstiegskampf. Und am letzten Spieltag kommt mit Gladbach ein derzeit desolates Team nach Hamburg, für das es zudem um nichts mehr geht. Auf der anderen Seite ist da Mainz 05, in der Rückrunde nur einen Sieg besser als die Hamburger und mit einem ungleich schwereren Restprogramm ausgestattet: Nach dem Spiel heute Abend warten auf die 05er der FC Augsburg, RB Leipzig und Borussia Dortmund. Auch das Heimspiel am letzten Spieltag gegen ein derzeit ordentlich aufgelegtes Bremer Team ist kein Selbstgänger. Kurzum: Auch wenn es noch knapper wird als in den Jahren zuvor, stirbt die Hoffnung für den HSV wieder einmal zuletzt.

So rettet sich der HSV in die Relegation

Spielen wir die Sache im Sinne der Hamburger durch. Der HSV kann im Idealfall maximal noch 34 Punkte erreichen - womit alle Mannschaften ab Hannover 96 auf Platz 13 aufwärts nicht mehr eingeholt werden können. Im Abstiegskampf befinden sich also Wolfsburg, (je 30 Punkte), Mainz 05 (27), der HSV (22) und der 1.FC Köln (21).

30. Spieltag:

Mainz verliert das wichtige Montagsspiel gegen Freiburg und kann sich nicht absetzen. Die Rangfolge nun: Freiburg (33), (30), Mainz (27), HSV (22), Köln (21).

31. Spieltag:

Der HSV feiert gegen erleichterte Freiburger einen Heimsieg, während für verunsicherte Mainzer beim kantigen FC Augsburg nichts zu holen ist. Wolfsburg und Gladbach quälen sich zu einem 0:0, verliert gegen Schalke 04 die allerletzte Chance. Die Rangfolge damit: Freiburg (33), Wolfsburg (31), Mainz (27), HSV (25), Köln (21).

32. Spieltag:

Beseelt durch den Sieg gegen Freiburg schafft der HSV bei verunsicherten Wolfsburgern einen Auswärtserfolg. RB Leipzig, das weiter um Europa kämpft, erweist sich als zu stark für . Die Hamburger liegen damit wieder einmal auf dem Relegationsplatz! Freiburg erreicht durch einen Heimsieg gegen abgeschlagene Köln das rettende Ufer. Die Rangfolge: Freiburg (36), Wolfsburg (31), HSV (28), Mainz (27), Köln (21).

33. Spieltag:

Im Auswärtsspiel bei den robusten Frankfurtern, die ihren Erfolgstrainer Nico Kovac zu den Bayern verabschieden, ist für den HSV nichts zu holen. Doch Mainz kann das nicht nutzen, da die Rheinhessen auswärts beim BVB ran müssen, der auch in der jetzigen Verfassung eine Nummer zu groß ist. Wolfsburg könnte sich endgültig retten, doch Leipzig ist zuhause zu stark für die Wölfe. Die Rangfolge bleibt unverändert: Wolfsburg (31), HSV (28), Mainz (27), Köln (21 - nach Niederlage gegen den FC Bayern).

34. Spieltag:

Die Wölfe retten sich dank eines Heimsiegs gegen den schon abgestiegenen 1.FC Köln. Mainz schwingt sich in seiner Verzweiflung noch einmal zu einem Heimsieg gegen den SV Werder auf, für den es um nichts mehr geht. Doch der HSV kann sich gegen schwache Gladbacher schadlos halten. Es geht tatsächlich wieder in die Relegation. Die Abschluss-Rangfolge: Wolfsburg (34), HSV (31), Mainz (30), Köln (21).


Einerseits, andererseits

So könnte es gehen. Gut, das würde wieder Relegation bedeuten. Aber da hat der HSV ja Routine; zudem setzen sich die Erstligisten da sowieso fast immer durch.

Hört sich doch gar nicht so unrealistisch an, oder? Es wäre auch nicht die erste schier unglaubliche Geschichte in der Bundesliga-Historie. Andererseits: Holt der HSV auch nur einen Punkt weniger als in unserem Planspielchen, wird es nicht reichen. Es sei denn, Mainz verliert wirklich alle fünf noch ausstehenden Spiele. Umgekehrt: Holt Mainz auch nur einen Punkt mehr als in unserem Planspiel, würde die Tordifferenz - Stand jetzt - für die Rheinhessen sprechen.

Bleibt nur noch, den großen Fußball-Philosophen Lothar Matthäus zu zitieren: "Wäre, wäre Fahrradkette". Eine andere Fußball-Weisheit lautet: "Entscheidend ist auf dem Platz". Das gilt natürlich auch jetzt. Der Endspurt für die Hamburger beginnt heute Abend mit dem Daumendrücken für Freiburg.


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