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Bundesliga im stern-Check: Warum Werder Bremen der Abstieg droht

Nicht nur der 18. Tabellenplatz spricht eine deutliche Sprache, auch der mutlose Auftritt von Werder Bremen beim FC Bayern München - so geht es für Werder direkt in Liga 2. Auch der BVB hat Sorgen.

Von Thomas Krause

So liefen die Spiele

Hier finden Sie alle Ergebnisse, Tabellen und Highlights im Überblick.

Aufreger des Spieltags

Sie haben es einfach gewagt. Trotz Diskussionen um Gefahrenstoffe, FCKW-Werte und darüber, ob die Schiedsrichter schon genug geschult seien, wurde an diesem Spieltag erstmals das Freistoßspray eingesetzt. Und siehe da: Erwachsene Männer und Frauen sind ganz offensichtlich in der Lage, mit Schaum eine einigermaßen gerade Linie zu ziehen. Die Fans in den deutschen Stadien haben das durchaus zu schätzen gewusst. Beim ersten Einsatz in der siebten Minute der Zweitliga-Partie des VfL Bochum gegen Darmstadt 98 spendeten die Fans Applaus - und nahmen das Sprühen eher belustigt-beiläufig zur Kenntnis. Auch die Profis wussten den Einsatz des Sprays zu schätzen. Beim 3:0-Sieg in Hannover traf Mönchengladbachs Granit Xhaka in der 49. Minute per Freistoß. "Er hat ja einen Super-Schuss. Diesmal lag der Ball auf dem Freistoß-Schaum, darum hat Granit ihn so gut getroffen", witzelte Nationalspieler Max Kruse hinterher.

Die Aufregung vorab war also unnötig. Es bleibt eher die Frage, warum DFB und DFL nicht in der Lage sind, eine sinnvolle und einfache Neuerung binnen Wochen einzuführen. Schließlich hat schon die WM gezeigt, dass sich der Einsatz des Schaums bezahlt macht. Das Vortrippeln der Mauer und das Vorrollen des Balles vor einem Freistoß dürften nun jedenfalls auch in der Liga der Vergangenheit angehören.

Dieses Tor sollten Sie (nochmal) sehen

Es lief die 66. Minute der Partie SC Paderborn gegen Eintracht Frankfurt, als der Paderborner Marvin Ducksch am Frankfurter Strafraumeck den Ball Volley nahm - und in weitem Bogen über Frankfurts Torhüter Felix Wiedwald ins Tor hämmerte. Dabei war Duksch gerade einmal zwei Minuten auf dem Platz, als er den Ausgleich schoss. Er leitete mit diesem sehenswerten Treffer den Paderborner Sieg ein.

Gewinner des Spieltages

Jetzt schießt er auch noch Tore! Philipp Lahm traf gegen Werder Bremen gleich doppelt - zum ersten Mal seit der Jugend. Vollmundig sagte er mit Blick auf die Torjäger-Kanone: "Ich bin nah dran, jetzt will ich das durchziehen den Rest der Saison." Kritisch äußerte sich dagegen Pep Guardiola über Lahm: "Ich bin ein bisschen enttäuscht von Philipp Lahm, ich wollte einen Hattrick von ihm", sagte der Trainer des FC Bayern mit ernster Miene.

Verlierer des Spieltages

Werder Bremen trat gegen Bayern München so auf, als habe die Mannschaft schon vor Anpfiff aufgegeben. Bei Werders 0:6-Niederlage ließen die Bayern noch Gnade walten, sonst hätte das Ergebnis auch zweistellig werden können. Das Spiel der Bremer war so desolat, dass Werder-Manager Thomas Eichin gegen die eigene Mannschaft wetterte. "Es war einfach grottenschlecht, da gibt es nichts schönzureden, basta, aus! Die Zweikampfführung war wie die eines Tabellenachtzehnten. Wenn du Angst hast gegen Bayern München, hast du keine Chance", sagte Eichin. Trainer Robin Dutt sitzt zumindest kommenden Freitag im Heimspiel gegen den 1. FC Köln dennoch auf der Bank. "Das hatte heute gar nichts mit dem Trainer zu tun", sagte Eichin.

Dennoch muss sich der Trainer an seiner Erfolgsbilanz messen lassen. Und die lautet diese Saison: 4 Punkte aus 8 Spielen. Wenn das mit einem halben Punkt pro Partie weiterginge, stünde Bremen als Absteiger fest. Denn mit 17 Punkten am Saisonende hat noch niemand die Liga gehalten. Das Sparprogramm von Werder Bremen hat seine Spuren in der Mannschaft hinterlassen. Wenn im Winter nicht Transfers kommen, die dann auch mal einschlagen, steigt Werder ab.

Bild des Spieltages

Frage des Spieltages

Wann kriegt der BVB wieder die Kurve? Obwohl Marco Reus und Ilkay Gündogan nach langwierigen Verletzungen in die Mannschaft zurückkehrten, reichte es für die Dortmunder auch gegen den Aufsteiger 1. FC Köln nicht zu einem Sieg. Trainer Jürgen Klopp scheint das Erfolgsrezept zu kennen: "Wir müssen die Fehler abstellen. Nicht morgen, nicht übermorgen, sondern sofort!" Doch das ist leichter gesagt als getan. Normalerweise ist Torwart Roman Weidenfeller ein sicherer Rückhalt für seine Mannschaft. Doch an diesem Spieltag sah er bei beiden Kölner Toren - vorsichtig formuliert - unglücklich aus. Dormund hat mit Verletzungen zu kämpfen und vielen Spielern steckt die WM noch in den Knochen. Doch viele WM-Fahrer haben die Bayern auch im Kader. Und der Konkurrent hat bereits 13 Punkte Vorsprung auf den BVB. Da ist das Tabellenende deutlich näher als die Tabellenspitze. Wenn die Borussia nicht schnell eine positive Serie startet, dann könnte sogar das internationale Geschäft diese Saison an andere Vereine gehen.

mit DPA

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