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Champions League: Ausgerechnet Giovane Elber ...

Bitterer Fußballabend für erschreckend schwache Bayern: Ausgerechnet Giovane Elber schoß das 2:1-Siegtor für Olympique Lyon im Olympiastadion. Nun droht den Münchnern wieder das Vorrunden-Aus.

Ausgerechnet Giovane Elber hat den FC Bayern München auch in der Champions League in die Krise gestürzt. 81 Tage nach seinem letzten Auftritt im Olympiastadion kehrte der Brasilianer am Mittwoch als Siegtorschütze zum 2:1 (1:1) von Olympique Lyon beim deutschen Rekordmeister in sein "Wohnzimmer" zurück. Nach einer insgesamt blamablen Vorstellung verloren die Münchner die Tabellenführung in der Gruppe A, rutschten auf den dritten Platz ab und drohen wie schon im Vorjahr bereits in der Vorrunde auszuscheiden.

Vor 59.000 Zuschauern im ausverkauften Olympiastadion wurde der deutsche Rekordmeister wie schon in den vorangegangenen Wochen den eigenen Erwartungen nicht gerecht und hätte sogar noch höher verlieren können. Den frühen Rückstand durch Juninho (6.) hatte Roy Makaay (14.) ausgeglichen. Doch vor allem in der zweiten Halbzeit blieben die Gastgeber alles schuldig, hatten nicht eine einzige Torchance und wurden am Ende zurecht ausgepfiffen.

Hohe Fehlerquote bei den Bayern

Nach der 0:2-Bundesligapleite beim FC Schalke 04 und der Kritik von Kapitän Oliver Kahn an der Einstellung war bei seinen Kollegen das Bemühen um Wiedergutmachung unverkennbar. Doch fand der auf drei Positionen veränderte deutsche Rekordmeister nie zu seiner spielerischen Linie, hatte große Probleme im Spielaufbau, eine erschreckend hohe Fehlerquote und offenbarte zu wenig Laufbereitschaft.

Bezeichnenderweise für den blinden Eifer war Michael Ballacks ungestüme Attacke in der 6. Minute gegen Pegguy Luyindula, der zum Freistoß für Juninho und zum 0:1 führte. Gegen den brillant getretenen Kunstschuss des Brasilianers, der vom Innenpfosten ins Tor prallte, hatte Nationaltorhüter Oliver Kahn keine Abwehrchance.

Ballack mit Höhen und Tiefen

Nur acht Minuten später leitete Ballack, der wenige gute Szenen hatte, mit einem klugen Pass auf Ze Roberto den Ausgleich durch Makaay ein. Für den Niederländer war es bereits der vierte Treffer in der laufenden Champions League-Saison und schon das zehnte Pflichtspieltor für den neuen Arbeitgeber.

Allerdings führte sein Tor nicht zur erhofften Initialzündung für die Gastgeber, die nie ihre Verkrampfung abschütteln konnten und zu keiner Zeit souverän wirkten. Die beste Phase hatte der FC Bayern Ende der ersten Halbzeit, als er sich binnen kurzer Zeit drei hochkarätige Chancen erarbeitete. Dabei hatte Claudio Pizarro Pech, dass Feldspieler Florent Malouda seinen Kopfball noch vor der Torlinie abfing.

Hat man Elber zu früh ziehen lassen?

Immerhin hatten die Münchener in der ersten Halbzeit noch ihren Ex-Kollegen Elber im Griff. Doch damit war es in der zweiten Halzeit auch vorbei. In der 53. Minute untermauerte der vom Bayern-Anhang mit freundlichem Applaus und Spruchbändern empfangene Brasilianer, dass man ihn nicht aus den Augen lassen darf und vielleicht zu früh aus München ziehen ließ. Nach einem Zuspiel des starken Malouda setzte sich Elber problemlos gegen Ballack durch und ließ auch Kahn keine Abwehrchance. Es war sein erster Champions League-Treffer für den neuen Arbeitgeber, der nun Tabellenführer ist.

Den Münchnern fiel nichts ein, um das Blatt zu wenden. Zwar brachte Hitzfeld mit Mehmet Scholl und Roque Santa Cruz zwei neue Offensivkräfte, doch auch die brachten keinen kosntruktiven Spielzug zustande. Am Ende war es Kahn, der gegen Malouda (82.) eine höhere Pleite verhinderte.

"Juve" sicher im Achtelfinale

Als zweiter Verein nach Real Madrid hat Juventus Turin das Achtelfinale in der Champions League erreicht. Dem italienischen Fußball-Meister genügte am Mittwoch bei Real San Sebastian ein 0:0, um sich in der Gruppe D vorzeitig für die Runde der letzten 16 zu qualifizieren. In San Sebastian verzichtete Juve-Trainer Marcello Lippi auf einige Stammkräfte. Dennoch reichte es für die Turiner zum Remis und dem Achtelfinal-Einzug. Mit 10 Punkten ist der italienische Rekordmeister in der Gruppe D nicht mehr abzufangen. Auch die Spanier können sich mit 7 Zählern berechtigte Hoffnungen auf die nächste Runde machen, nachdem Galatasaray Istanbul (3) bei Olympiakos Piräus (3) mit 0:3 (0:2) unterlag.

Celtic Glasgow jetzt vor Bayern München

In der Gruppe A setzte sich Celtic Glasgow deutlich mit 3:1 (3:0) gegen den RSC Anderlecht (4 Punkte) durch und überflügelte mit 6 Punkten den FC Bayern München (5) nach dessen 1:2-Niederlage gegen den neuen Tabellenführer Olympique Lyon (7). Der FC Arsenal London feierte mit Torwart Jens Lehmann beim 1:0 (1:0) gegen Dynamo Kiew den ersten Sieg in der Gruppe B und wahrte die Chancen auf das Weiterkommen. Zwei Minuten vor dem Abpfiff bewahrte Ashley Cole (88.) mit seinem Treffer Arsenal London (4) vor einer erneuten Enttäuschung. Das 1:0 gegen Dynamo Kiew (6) sicherte dem Tabellenführer der englischen Premier League eine gute Chance, doch noch in der Gruppe B das Achtelfinale zu erreichen. Die Spitze übernahm Inter Mailand (7) trotz des enttäuschenden 1:1 (1:0) gegen Lokomotive Moskau (5).

Torfestival bei Monaco gegen La Coruna

Ein wahrliches Torfestival erlebten die wenigen Zuschauer beim Spitzenspiel der Gruppe C zwischen AS Monaco und Deportivo La Coruna. Das Team aus dem Fürstentum siegte 8:3 (5:2). Herausragender Spieler war der Kroate Dado Prso (26., 30., 45.+2, 49.), der vier Tore zum Sieg des Tabellenführers der ersten französischen Liga beitrug. Die Monegassen übernahmen damit die Spitze in ihrer Gruppe mit 9 Punkten vor La Coruna (7) und dem PSV Eindhoven (6). Die Niederländer bezwangen AEK Athen mit 2:0 (0:0).

Andrea Wimmer / DPA

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