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Champions League Bayern lassen Manchester City keine Chance


Brillanter Auftriff der Bayern: Mit 3:1 besiegte die Guardiola-Mannschaft ein fast chancenloses Manschester City. Etwas glücklicher war der Erfolg der Leverkusener gegen Real Sociedad.

Mit lange Zeit beeindruckender Dominanz stürmt Titelverteidiger FC Bayern Richtung Gruppensieg in der Champions League. Die Münchner setzten sich am Mittwochabend im Schlüsselspiel der Gruppe D gegen Verfolger Manchester City durch. Mit einem hochverdienten 3:1 (1:0)-Sieg fügten die Bayern dem ehemaligen englischen Fußball-Meister die erste Heimniederlage seit fünf Jahren bzw. seit 20 Spielen zu und schickte der Konkurrenz eine klare Botschaft der Stärke.

Europas Fußballer des Jahres Franck Ribéry sorgte in der 7. Minute für die Führung. Thomas Müller (56.) und Arjen Robben (59.) erhöhten nach der Pause für die Gäste. Im Hochgefühl des Sieges ließen die Münchner aber den Anschlusstreffer des eingewechselten Álvaro Negredo (80.) zu - und eine hektische Schlussphase. Ausgerechnet der ehemalige Manchester-Profi Jerome Boateng sah vier Minuten vor Ende wegen einer Notbremse die Rote Karte. Eine bis dahin absolut von den Bayern dominierte Partie wurde noch einmal spannend. Am Ende konnten die Münchner vor 47.000 Zuschauern im ausverkauften City-Stadion aber jubeln.

Guardiolas Plan geht auf

In der Gruppe D führen sie nach dem zweiten Spieltag der Meisterklasse nun mit der Maximalausbeute von sechs Punkten vor Manchester (3). ZSKA Moskau (3) ist nach einem 3:2-Sieg über Schlusslicht Viktoria Pilsen (0) Dritter.

Guardiolas Plan ging auf. Der Bayern-Coach ließ Mario Mandzukic, einer der Schützen beim 3:0-Gruppenauftaktsieg über Pilsen, auf der Bank. Dafür schickte er Müller allein in die Spitze. Hinter dem Nationalspieler formierte sich eine offensive Viererkette mit Robben, Bastian Schweinsteiger, Toni Kroos und Ribéry. Auf der Sechser-Position vor der Abwehr half Philipp Lahm, die ohnehin nur zaghaften Angriffsbemühungen der Gastgeber mit zu unterbinden.

Lediglich in den allerersten Minuten der Partie, als Keeper Manuel Neuer einen Kopfball von Micah Richards (5.) parieren musste, konnten sich die "Citizens" gegen Münchner erstmal durchsetzen. Die Gäste, vor zwei Jahren mit 0:2 bei Manchester City im bedeutungslosen Match mit einer B-Elf in der Gruppenphase noch unterlegen, übernahmen danach aber komplett das Kommando.

Und wie ein Beschleuniger wirkte der Treffer von Ribéry. Nach einem feinen Seitenwechsel durch Rafinha nahm der Franzose aus rund 20 Metern mit dem rechten Fuß von halblinks Maß. Manchesters Keeper Joe Hart, immerhin Englands Nationaltorwart, gab bei dem flachen Distanzschuss eine denkbar schlechte Figur ab. Den Bayern war's egal, auf der Tribüne freuten sich auch Präsident Uli Hoeneß und der Vorstandsvorsitzende Karl-Heinz Rummenigge über die frühe Führung.

Auf dem Feld schlug sich Hart die Hände vors Gesicht. Wenig zu sehen war danach von seinen Mitspielern. Die mit internationalen Profis wie dem Belgier Vincent Kompany, dem Franzosen Samir Nasri, dem Ivorer Yaya Touré oder dem Argentinier "Kun" Agüero hochkarätig besetzte Manchester-Elf brachte rein nichts zustande. Ex-Bundesliga-Profi Edin Dzeko war im Angriff allein auf weiter Flur und wurde in der 56. Minute bereits ausgewechselt.

Müller und Robben legen nach

Mit lauten Pfiffen hatten sich die heimischen Fans Luft, als die "Citizens" deprimiert zur Pause in die Kabine schlichen. Zu souverän hatten die Bayern mit 75 Prozent im ersten Spielabschnitt agiert. Schweinsteiger, Ribéry & Co ließen Ball und Gegner laufen. Einziges Manko der Münchner: Das fehlende zweite Tor. Müller kam an eine zu scharfe Hereingabe von Robben nicht mehr ran (31.), Alabas Versuch landete von einem City-Abwehrspieler abgefälscht letztlich in den Armen von Hart.

Als hätte sie Coach Manuel Pellegrini, der endlich einmal als Trainer gegen Guardiole gewinnen wollte, in der Pause ein wenig durchgeschüttelt, nahmen die Manchester-Profis zunächst mit deutlich mehr Tatendrang die zweite Hälfte in Angriff. Nur dauerte auch das Aufbegehren nicht lange. Mit einem herrlichen Diagonalpass setzte Dante Sturmspitze Müller in Szene. Dessen Gegenspieler Gaël Clichy blieb einfach stehen und der Bayer hatte keine Probleme auch noch Hart zu überwinden.

Und kaum hatte Robben nach schöner Einzelleistung das 3:0 erzielt und die Demütigung des englischen Meisters von 2011 zunächst fortgesetzt, sangen die FC-Fans "Football is coming home". Leichte Unachtsamkeiten der Bayern ließen die Hausherren aber zum Ehrentreffer kommen. Nachdem Mario Götze noch sein Debüt im Bayern-Dress in der Champions League erlebte, sorgte der Platzverweis gegen Boateng noch mal für Spannung.

Lesen auf der nächsten Seite, wie Leverkusen sich gegen San Sebastian schlug.

Joker Jens Hegeler hat Bayer Leverkusen in der Champions League zurück in die Erfolgsspur geführt. Der kurz zuvor eingewechselte Mittelfeldspieler erzielte am Mittwoch in der zweiten Minute der Nachspielzeit den glücklichen Siegtreffer zum 2:1 (1:0) gegen den spanischen Club Real Sociedad San Sebastian und bescherte der Werkself damit die ersten drei Punkte am zweiten Spieltag der Königsklasse. Damit befinden sich die in der Bundesliga so überzeugend aufspielenden Leverkusener auch auf internationaler Bühne wieder auf Kurs, nachdem es zum Auftakt noch ein 2:4 bei Manchester United gegeben hatte. Am 23. Oktober können die Rheinländer im nächsten Heimspiel gegen Schachtjor Donezk den nächsten Schritt Richtung Achtelfinale machen.

Unter den Augen von Bundestrainer Joachim Löw hatte Kapitän Simon Rolfes die Rheinländer mit seinem Tor kurz vor der Pause zunächst in Führung (45.+1) gebracht, doch Carlos Vela gelang für die ebenfalls mit einer Niederlage in den Wettbewerb gestarteten Spaniern der zwischenzeitliche Ausgleich (51.). Vela traf dabei im zweiten Anlauf, nachdem er zunächst mit einem Foulelfmeter an Bernd Leno gescheitert war. Doch in der hektischen Schlussphase durfte Bayer dank Hegeler jubeln. Damit gelang den Leverkusenern zugleich die Generalprobe für den Bundesliga-Schlager gegen Triple-Sieger FC Bayern München am Samstag.

Dabei lief vor 27.463 Zuschauern zunächst alles nach Plan für Bayer. Die Mannschaft von Trainer Sami Hyypiä, der im Vergleich zum Hannover-Spiel seine Startelf auf einer Position (Philipp Wollscheid für Emir Spahic) veränderte, übernahm von Beginn an die Initiative und kam gleich in der dritten Minute durch Heung-Min Son zur ersten Torchance. Nach einem langen Ball von Lars Bender prüfte der südkoreanische Nationalspieler den spanischen Keeper Claudio Bravo mit einem Schuss auf das kurze Ecke.

Bruch im Leverkusener Spiel

Auch in der Folgezeit agierte Bayer mit hohem Tempo und gutem Pressing. Die sehr defensiv agierenden Spanier, die in der Primera Division nach zuletzt sechs Spielen ohne Sieg nur auf Platz 13 liegen, kamen in der ersten Viertelstunde kaum zu Entlastungsangriffen. Der Führungstreffer wollte Bayer aber zunächst nicht gelingen. Sowohl zwei Distanzschüsse von Wollscheid (9.) und Simon Rolfes (20.) blieben ohne Erfolg als auch ein Kopfball von Stefan Kießling (21.).

Der Bundesliga-Torschützenkönig stand dabei unter besonderer Beobachtung. Seit Wochen wird über eine mögliche Rückkehr Kießlings ins Nationalteam diskutiert, zumal nach den Verletzungen von Miroslav Klose und Mario Gomez große Stürmernot bei Löw herrscht. Seine beste Szene hatte der Franke dabei kurz vor dem Pausenpfiff, als er sich den Ball an der Außenlinie erkämpfte, auf dem Weg zum Tor einen Spanier aussteigen ließ und dann knapp verzog (42.). Ansonsten bekam Löw von Kießling aber nicht viel zu sehen.

Quasi mit dem Pausenpfiff durfte Bayer aber doch jubeln. Nach einem Freistoß von Sidney Sam konnte Gäste-Keeper Bravo den wuchtigen Kopfball von Rolfes zunächst noch parieren, im Nachsetzen stocherte der 26-malige deutsche Nationalspieler den Ball über die Linie.

Nach dem Seitenwechsel wurden die Spanier immer stärker. Dabei halfen die Leverkusener mit eklatanten Abspielfehlern aber auch kräftig mit. Den Basken spielte dabei der schnelle Ausgleichstreffer in die Karten. Dem Elfmeter war ein Foulspiel von Roberto Hilbert an Vela vorausgegangen. Der Ausgleichstreffer brachte einen Bruch ins Leverkusener Spiel. Leno verhinderte mit mehreren Paraden gar Schlimmeres. So verfinsterten sich auf der Tribüne die Mienen von Bayer-Sportchef Rudi Völler und Michael Schade, der erstmals in seiner Funktion als Leverkusener Geschäftsführer auf der Tribüne saß. Erst recht, nachdem Robbie Kruse und Kießling in der Schlussphase zwei hochkarätige Chancen vergaben (jeweils 85.). Doch Hegeler sorgte noch für ein Happy End.

tis/DPA DPA

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