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CHAMPIONS LEAGUE: FC Bayern auf Sieges-Kurs

Mit einem 1:0-Sieg bei Titelverteidiger Real Madrid schuf sich der deutsche Rekordmeister eine glänzende Ausgangsposition für das Rückspiel.

Nur zwölf Tage nach seiner Knieoperation hat Giovane Elber dem FC Bayern München das Tor zum Champions League- Finale weit aufgestoßen. Mit einem erhofften, aber kaum für möglich gehaltenen 1:0-Sieg bei Titelverteidiger Real Madrid schuf sich der deutsche Rekordmeister am Dienstag bei der Halbfinal-Revanche eine glänzende Ausgangsposition für das Rückspiel am kommenden Mittwoch im ausverkauften Olympiastadion. Garant des Erfolges war neben Elber, der in der 55. Minute das Siegtor erzielte, ausgerechnet die zuletzt so vielgescholtene Abwehr um den überragenden Libero Patrik Andersson. Im Rückspiel fehlt allerdings Kapitän Stefan Effenberg wegen einer Gelbsperre. Als gutes Omen dient dem FC Bayern die Historie: Alle fünf Gastspiele in München hat Real Madrid verloren.

Bayern-Trainer Ottmar Hitzfeld setzte auf die defensivere Variante, verzichtete zunächst auf Stürmer Carsten Jancker und berief stattdessen Willy Sagnol als zusätzliche Absicherung auf der rechten Seite in die Anfangself. Mit Elber und Jens Jeremies waren auch die beiden Rekonvaleszenten nur zwei Wochen nach ihren Knieoperationen erstmals wieder von Anfang an dabei.

Die Münchner zogen sich - ähnlich wie im Viertelfinale bei Manchester United - sehr weit zurück, igelten sich förmlich in der eigenen Hälfte ein und hofften auf Konter. Und wie Manchester United tat sich auch Real Madrid, das die bisherigen sieben Champions League-Heimspiele allesamt gewonnen hatte, sehr schwer mit dieser Taktik. Die 75 000 Zuschauer sahen bei ungewöhnlich kühlen Temperaturen um fünf Grad keinen herzerfrischenden Offensiv-Fußball ihrer Mannschaft, sondern taktisch interessantes Rasenschach.

Die »Königlichen« waren zwar die klar feldüberlegene Mannschaft, agierten aber nicht so druckvoll und zielstrebig, um das Münchner Abwehr-Bollwerk zu knacken. Der englische Dribbelkünstler Steve McManaman, der ebenso wie Portugals Superstar Luis Figo in Ballbesitz in Doppeldeckung genommen wurde, kam kaum zur Geltung. Auch die beiden Sturmspitzen Raul und Guti fanden gegen Sammy Kuffour und Thomas Linke selten eine Lücke. Die einzig hochkarätige Chance in der ersten Halbzeit hatte Raul (30.), als er den Ball aus stark abseitsverdächtiger Position und spitzem Winkel knapp am langen Pfosten vorbeispitzelte. Drei Minuten zuvor scheiterte Figo mit einem 18-Meter-Schuss an Torhüter Oliver Kahn.

Einziges Manko der Münchner in der ersten Halbzeit war, dass sie ihrerseits ganz selten nur zu Entlastungsangriffen kamen. Im zentralen Mittelfeld verloren Jeremies und vor allem der sonst so zweikampfstarke Effenberg zu schnell die Bälle, oder brachten den Gegner mit schlampigen Abspielen wieder in Ballbesitz. Nur ein Konter endete in der ersten Halbzeit mit einer vielversprechenden Möglichkeit, die Mehmet Scholl aber in der 20. Minute mit einem halbherzigen Linksschuss nicht nutzen konnte.

Hitzfeld forderte seine Mannschaft in der Halbzeit auf, das Tempo besser zu variieren und auf die Chance zur Führung zu lauern. Die bot sich bereits in der 49. Minute Hasan Salihamidzic, doch der Bosnier brachte nach einer Flanke von Sagnol den Ball nicht im Real-Tor unter. Sechs Minuten später aber zeigte Elber einmal mehr seine Klasse und sein Selbstvertrauen, als er nach einem von Salihamidzic gewonnenen Kopfball-Duell aus 20 Meter einen Volley-Drehschuss riskierte und dabei Real-Keeper Iker Casillas offensichtlich überraschte.

Prompt nahm das Spiel eine völlig neue Wendung. Real Madrid legte alle Zurückhaltung ab, antwortete mit wütenden Angriffen und rückte Kahn in den Mittelpunkt des Geschehens. In der 58. Minute parierte der Nationaltorhüter reaktionsschnell einen McManaman-Schuss, neun Minuten später fing er auch einen Raul-Hammer ab. Ein Kopfball von Helguera landete zudem knapp über dem Tor (60.). Auch in der turbulenten Schlussphase, in der Real verzweifelt auf den Ausgleich drängte, behielt die Bayern-Deckung den Überblick. Kurz vor Schluss hatte der eingewechselte Sergio sogar die Chance zum 2:0.

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