DFB-Pokal Bundesligisten sterben wie die Fliegen

Schalke, Gladbach, Leverkusen - keiner von den eigentlichen Top-Clubs hatte genügend Biss, sich im Turnier um den DFB-Pokal zu halten. Ein Bundesligist nach dem anderen muss die Segel streichen, zur Freude von Bayern München und Eintracht Frankfurt.

Überschattet vom Skandal-Spiel in Stuttgart hat sich das Favoritensterben in der 2. Runde des DFB-Pokals fortgesetzt. Nachdem Bayer Leverkusen und Borussia Mönchengladbach bei unterklassigen Teams die Segel streichen mussten, ist die halbe Bundesliga schon vor dem Achtelfinale aus dem Rennen um den Pott ausgeschieden. Am Dienstag hatten sich mit Borussia Dortmund und Schalke 04 zwei "Schwergewichte" verabschiedet. Dagegen hält Titelverteidiger Bayern München trotz der anhaltenden spielerischen Krise weiter Kurs auf das Finale in Berlin.

Hauptsache weiterkommen

"Die anderen Mannschaften, die in der Bundesliga oben stehen, sind schon gescheitert - wir sind weiter. Das ist es, was zählt", sagte Bayern-Stürmer Lukas Podolski nach dem mageren 1:0 gegen Bundesliga- Absteiger 1. FC Kaiserslautern. Auch Manager Uli Hoeneß stellte das Ergebnis in den Vordergrund. "Im Pokal muss man weiterkommen und nicht immer fünf Tore schießen. Wir tanzen weiter auf drei Hochzeiten", erklärte Hoeneß. Siegtorschütze Andreas Ottl räumte immerhin ein: "Wir sind im Moment nicht gerade in der besten Verfassung."

Der Aufreger der 2. Pokal-Runde ereignete sich in Stuttgart, wo Schiedsrichter Michael Weiner das Spiel der Kickers gegen Hertha BSC beim Stande von 0:2 in der 86. Minute abbrach. Zuvor war Assistent Kai Voss von einem Bierbecher am Hinterkopf getroffen worden und benommen zu Boden gegangen. Der Deutsche Fußball-Bund (DFB) ermittelt in dem Fall. Dem Aufstiegskandidaten aus der Regionalliga Süd drohen eine empfindliche Geldstrafe und möglicherweise sogar eine Platzsperre. Die Partie dürfte am "Grünen Tisch" für die Hertha gewertet werden.

Der Täter, ein 38-Jähriger Stuttgarter, wurde von der Polizei festgenommen. "Das macht alles kaputt, was wir in den letzten drei Jahren hier aufgebaut haben. Das ist ein unglaublicher Rückschlag für den Verein", klagte Kickers-Coach Robin Dutt über den im deutschen Fußball bisher einmaligen Vorfall. "Das hatte das Spiel einfach nicht verdient", sagte Berlins Trainer Falko Götz.

Die einen zittern, die anderen stehen fest in ihren Trainerschuhen

In Leverkusen hat sich unterdessen die sportliche Krise durch das 2:3 nach Verlängerung beim Bundesliga-Absteiger MSV Duisburg weiter verschärft. Michael Skibbe muss derzeit allerdings nicht um seinen Job bangen, denn wie in Dortmund und Schalke stellten sich die Verantwortlichen zunächst demonstrativ vor den Coach. "Eine Trainerdiskussion gibt es bei uns nicht", erklärte Bayer- Geschäftsführer Wolfgang Holzhäuser.

Statt durch ein Erfolgserlebnis im Pokal gestärkt zum Westderby zu den ebenfalls gescheiterten Mönchengladbachern zu fahren, begleitet Bayer nun die Angst, noch tiefer in den Keller zu rutschen. "Das Signal haben wir uns anders vorgestellt", sagte Leverkusens Sportdirektor Rudi Völler. Doch auch bei der Borussia herrscht nach dem 1:2 beim Regionalligisten VfL Osnabrück Katzenjammer. "Das ist eine Riesenenttäuschung für uns", sagte Manager Peter Pander.

Relativ souverän zog Vorjahresfinalist Eintracht Frankfurt durch das 2:1 bei Rot-Weiss Essen ins Achtelfinale, das von Bundestrainer-Assistent Hansi Flick ausgelost wird. Die Frankfurter sind neben den Bayern das einzige Team, das noch auf drei Hochzeiten tanzt. In München kommt es in der Neuauflage des Vorjahresfinals zum direkten Bundesliga-Duell. "Wir werden versuchen, dort zu punkten", versprach Eintracht-Trainer Friedhelm Funkel. Zittern mussten dagegen Alemannia Aachen und der 1. FC Nürnberg, die sich gegen die Zweitligisten Erzgebirge Aue beziehungsweise SC Paderborn erst nach 120 Minuten durchsetzten.

DPA DPA

Mehr zum Thema



Newsticker