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DFB-Pokal: FC Bayern macht Pokal-Dutzend voll

Gleich im ersten Jahr als Bayern-Trainer hat Felix Magath das Double geschafft: Nach der deutschen Meisterschaft gewannen die Münchner ihren 12. Pokalsieg. Doch das 62. Finale war von vielen Schiedsrichter-Fehlentscheidungen geprägt.

Der FC Bayern München hat das Dutzend an DFB- Pokalsiegen vollgemacht und Felix Magath gleich in seinem ersten Jahr als Trainer das Double beschert. 14 Tage nach der Feier der 19. deutschen Meisterschaft gewannen die Münchner am Samstagabend in Berlin das 62. Pokalfinale gegen Vizemeister FC Schalke 04 mit 2:1 (1:1) und unterstrichen ihre Vormachtstellung im deutschen Fußball. Roy Makaay (42.) und der eingewechselte Hasan Salihamidzic (76.) aus Abseitsposition erzielten vor 74 394 Zuschauern im ausverkauften Olympiastadion in einem von Schiedsrichter-Fehlentscheidungen geprägten Endspiel die Tore der Münchner, die zum fünften Mal in ihrer Vereinsgeschichte das Double schafften.

Erstes Tor nach zweifelhaftem Foulelfer

Der Brasilianer Lincoln verwandelte in der 45. Minute einen zweifelhaften Foulelfmeter für die Schalker, die in der abgelaufenen Bundesliga-Saison beide Duelle gegen die Bayern mit 1:0 für sich entschieden hatten. Die Knappen verließen in ihrem elften Pokal-Finale zum siebten Mal als Verlierer den Platz. Bereits 1969 hatten sie sich den Münchnern im Endspiel mit 1:2 geschlagen geben müssen.

"Am Ende hat hier die klar bessere Mannschaft gewonnen. Es wäre ein Wahnsinn gewesen, wenn wir dieses Spiel verloren hätten, in dem wir schon zur Halbzeit 3:0 hätten führen müssen", sagte Bayern-Manager Uli Hoeneß mit Blick auf die strittigen Entscheidungen von Schiedsrichter Florian Meyer (Burgdorf), der die Bayern in den ersten 45 Minuten in drei Szenen benachteiligt hatte. "Wir haben uns in der Halbzeit sehr geärgert, aber dann versucht, konzentriert weiterzuspielen", beschrieb Michael Ballack das Erfolgsrezept. Sieg-Torschütze Salihamidzic jubelte: "Ich sollte reingehen, ein bisschen Theater machen und ein Tor schießen. Das hat geklappt." Schalkes Keeper Frank Rost sagte dagegen enttäuscht: "Wir hätten den Pokal gerne gehabt, aber es hat leider nicht geklappt."

Schalke fehlte der Schneid

Das Treffen der beiden in Bestbesetzung angetretenen Mannschaften entwickelte sich bei hochsommerlichen Temperaturen knapp unter 30 Grad zu einem rassigen Pokal-Fight, in dem die Schalker die technischen Vorteile ihres Gegners durch großen Einsatz wettmachten. Die Bayern legten los, als wollten sie die "Königsblauen" förmlich überrennen. Nach nur 40 Sekunden flog ein Volleyschuss von Roy Makaay nach Claudio Pizarros Flanke knapp über das Schalker Tor. Drei Minuten später kam Michael Ballack bei Makaays scharfer Hereingabe um einen Schritt zu spät. In der 24. Minute forderte der Rekord-Pokalsieger vergeblich einen Elfmeter, als Sven Vermant einem 20 m-Kracher von Ballack mit den Händen den Weg ins Tor verwehrte. Doch Meyer ließ ungeachtet der wütenden Proteste weiterspielen.

Als Claudio Pizarro den Ball sechs Minuten vor der Pause doch im Schalker Tor untergebracht hatte, wurde er vom Unparteiischen fälschlicherweise zurückgepfiffen. Der Peruaner hatte beim Abspiel von Lucio nicht im Abseits gestanden. Doch die Münchner steckten den Frust schnell weg und schlugen durch Torjäger Makaay doch noch zu. Der Niederländer war im zweiten Nachschuss erfolgreich, nachdem Ze Roberto in seinem letzten Spiel im Bayern-Trikot zuvor den Pfosten getroffen hatte. Doch schon im Gegenzug war der Vorsprung wieder dahin. Als Willy Sagnol Schalkes Torjäger Ailton am Trikotärmel zupfte, ließ sich der Brasilianer theatralisch fallen und Meyer zeigte zum Entsetzen der Bayern auf den Elfmeterpunkt. Lincoln ließ sich die Gelegenheit nicht entgehen und überwand Oliver Kahn zum 1:1.

Schiedsrichter lag zu oft falsch

"Er hat uns benachteiligt. Es ist nicht angenehm, wenn man dadurch ins Hintertreffen gerät", sagte der erboste Bayern-Vize Karl-Heinz Rummenigge in der Halbzeit zur Schiedsrichterleistung und erhielt dabei sogar Unterstützung von Schalkes Manager Rudi Assauer: "Ich muss dem Kalle Recht geben, bei dem Elfmeter lag der Schiedsrichter falsch."

Nach der Pause verflachte die Partie merklich. Als nach einer Stunde für kurze Zeit die Rasensprenganlage anging, war dies der erste Höhepunkt der Begegnung nach Wiederanpfiff. Zwar bemühten sich die Münchner, den Spielfaden wieder in die Hand zu bekommen, doch in die Nähe von Frank Rost kamen die Angreifer jetzt nur noch selten. Dafür prüfte der bis dahin fast völlig abgemeldete Ailton mit seinem ersten Torschuss Kahn (69.). Für den Brasilianer war es die letzte Aktion, dann musste er für Mike Hanke Platz machen. Felix Magath bewies mit seiner Einwechslung eine glückliche Hand. Kaum auf dem Platz, verwertete Salihamidzic eine Hereingabe von Makaay mit seinem ersten Ballkontakt zum Siegtor - allerdings stand er im Abseits.

Ulli Brünger und Klaus Bergmann/DPA / DPA

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