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DFB-Pokal: Wolfsburg entgeht knapp der Blamage - Bayern souverän

Mit fünf Weltmeistern hat Bayern München die Aufgabe im DFB-Pokal gegen Preußen Münster souverän gemeistert. Der VfL Wolfsburg zitterte sich gegen Darmstadt durchs Elfmeterschießen.

Die Spieler des VfL bedanken sich bei Keeper Max Grün - nach dem Sieg im Elfmeterschießen

Die Spieler des VfL bedanken sich bei Keeper Max Grün - nach dem Sieg im Elfmeterschießen

Der VfL Wolfsburg hat die harte Aufgabe Darmstadt 98 erst im Elfmeterschießen gemeistert aber dennoch verdient die zweite Runde des DFB-Pokals erreicht. Der Europa-League-Teilnehmer gewann am Sonntagabend mit 5:4 nach Elfmeterschießen bei dem als Pokalschreck gefürchteten SV Darmstadt 98. 120 Minuten lang verteidigte der Zweitliga-Aufsteiger mit viel Leidenschaft und Disziplin ein 0:0, dann wurde Benaglio-Ersatz Max Grün zum VfL-Retter.

Der Torhüter parierte den entscheidenden Elfmeter gegen Milan Ivana. Zuvor hatte er auch gegen Maurice Exslager gehalten. "Mich freut es für Max Grün. Für ihn ist es ja bei uns nicht immer so glatt gelaufen. Für uns ist es nicht nur wichtig weitergekommen zu sein, sondern dieses Erfolgserlebnis als Mannschaft gehabt zu haben", sagte Wolfsburgs Sportchef Klaus Allofs.

Bayern siegen souverän - Traumtor von Alaba

Mit fünf Weltmeistern hat Bayern München seine DFB-Pokal-Pflicht erfüllt. Vier Tage nach dem Martinez-Schock bei der Supercup-Niederlage gegen Borussia Dortmund machte der deutsche Rekordchampion am Sonntag mit dem 4:1 (2:0) beim Drittligisten Preußen Münster den ersten Schritt zur erfolgreichen Cup-Verteidigung.

"Ich gratuliere meiner Mannschaft für ihre seriöse Leistung", lobte Coach Pep Guardiola sein Team. "Wir sind zufrieden. Bis zum 1:0 war aber der Gegner besser", erkannte er. Tatsächlich kamen die Bayern anfangs nur schwer ins Spiel. Mit der Führung durch WM-Torheld Mario Götze (19.) per Kopf fanden die Bayern jedoch zu ihrer gewohnten Klasse. Thomas Müller (29.) sorgte mit seinem 100. Pflichtspiel-Tor für die Bayern noch vor der Pause für ein beruhigendes Ergebnis. David Alaba (52.) und Claudio Pizarro (73.) machten mit ihren Treffern nach dem Wechsel den standesgemäßen Erfolg gegen das Bundesliga-Gründungsmitglied perfekt.

Pflichtaufgabe erfüllt: Der junge Mario Götze legt locker den Arm um den noch jüngeren Nachwuchsspieler Gianluca Gaudino

Pflichtaufgabe erfüllt: Der junge Mario Götze legt locker den Arm um den noch jüngeren Nachwuchsspieler Gianluca Gaudino

Wackere Amateure machen es Werder schwer

Werder Bremen vermied die Fortsetzung seiner blamablen Pleiten-Serie im Pokal nur mit größter Mühe gegen die wackeren Amateure des FV Illertissen. Der sechsmalige Pokal-Champion quälte sich vor 10.205 Zuschauern in Ulm gegen den tüchtigen bayerischen Viertligisten zu einem 3:2 (1:1, 1:1)-Erfolg nach Verlängerung und entging damit nach drei Pleiten gegen Drittligisten einem vierten Erstrunden-K.o. nacheinander.

Abwehrspieler Assani Lukimya (92. Minute) und U19-Europameister Davie Selke (99.) sorgten mit einem Doppelschlag in der Verlängerung für den ersten Bremer Pokalsieg nach exakt vier Jahren und zwei Tagen. Allerdings konnten die Amateure gegen den Bundesligisten durch Marc Hämmerle sogar in der Extra-Spielzeit noch einmal zurückschlagen (102.). Moritz Nebel (25.) hatte für den moralischen Sieger, der sich mit einer Einnahme von rund 200 000 Euro trösten musste, die frühe Bremer Führung von Izet Hajrovic (4./Handelfmeter) ausgeglichen.

Magdeburg wirft Bundesligist Augsburg raus

Der FC Augsburg hat sich im DFB-Pokal kräftig blamiert. Der Fußball-Bundesligist zog nach einer schwachen Leistung am Sonntag beim Regionalligisten 1. FC Magdeburg mit 0:1 (0:0) den Kürzeren und vermasselte sich damit nicht nur die Generalprobe für den Ligaauftakt in einer Woche. Durch die Niederlage entgehen dem FCA auch die lukrativen Zusatzeinnahmen aus dem Pokal, über die sich nun der Viertligist freut. Vor 17.854 Zuschauern sorgte Christian Beck in der 57. Minute für den Überraschungscoup des Underdogs.

Magdeburg hatte bereits in der Saison 2000/01 für Furore gesorgt. Erst warfen die Bördeländer den 1. FC Köln, dann den FC Bayern München und Karlsruher SC raus. Erst der FC Schalke 04 beendete damals im Viertelfinale den "Pokal-Lauf" der Magdeburger.

Dass Magdeburg ein unbequemer Gegner wird, hatte Augsburgs Coach Markus Weinzierl prophezeit. Die defensive Einstellung des Gegners dürfte ihn nicht überrascht haben - doch sein Team hatte Probleme, die gut aufgestellte Fünfer-Abwehrreihe und das Vierer-Mittelfeld auseinanderzunehmen. Die Magdeburger störten früh und ließen dem Favoriten mit ihrem hohen Laufpensum kaum Platz, um eigene Spielzüge zu kreieren. Von einem Dreiklassen-Unterschied war nichts zu sehen.

RB Leipzig eine Nummer zu groß für Paderborn

Zweitliga-Aufsteiger RasenBallsport Leipzig war für den Erstliga-Aufsteiger SC Paderborn 07 eine Nummer zu groß. Die Ostwestfalen sind am Sonntagabend im DFB-Pokal mit 1:2 (1:1/1:1) nach Verlängerung bei den ambitionierten Sachsen ausgeschieden.

Vor 24.348 Zuschauer in Leipzig brachte Süleyman Koc (27.) die Gäste mit einem Traumtor aus 30 Metern in Führung. Der Gastgeber glich mit einem abgefälschten Freistoß von Anthony Jung (43.) aus. Den Siegtreffer markierte Clemens Fandrich in der 109. Minute und machte die erneute Pokalüberraschung perfekt. Schon 2011/2012 hatten die Leipziger, damals noch Viertligist, den VfL Wolfsburg (3:2) im Pokal ausgebremst.

Bielefeld schlägt Sandhausen

Mit einem Kantersieg marschierte 1899 Hoffenheim leicht und locker in Runde zwei. Beim völlig chancenlosen Oberliga-Aufsteiger USC Paloma Hamburg behielt der klar favorisierte Erstliga-Club aus dem Kraichgau souverän mit 9:0 die Oberhand und gab sich keine Blöße. Der SC Freiburg gab sich beim ehemaligen Pokal-Schreck Eintracht Trier ebenfalls keine Blöße. Nach anfänglichen Schwierigkeiten setzten sich die Breisgauer verdient mit 2:0 durch.

Drittligist Arminia Bielefeld brachte dem klassenhöheren SV Sandhausen eine bittere Niederlage bei. Der Zweitliga-14. aus Baden-Württemberg kam beim 1:4 (0:1) am Sonntag in der Schüco-Arena böse unter die Räder. Sebastian Schuppan (42. Minute), Fabian Klos (57.), Florian Dick (60.) und Christian Müller (64.) bescherten den schwach in die 3. Liga gestarteten Ostwestfalen ein in dieser Höhe unerwartetes Erfolgserlebnis. Das 1:4 durch Lukas Kübler (76.) vor 7035 Zuschauern kam für die enttäuschende Mannschaft von Trainer Alois Schwartz zu spät.

TSV 1860 München meisterte nach dem Fehlstart in der Liga die Pokal-Aufgabe mit Mühe und Not. Die Mannschaft des neuen Trainers Ricardo Moniz gewann bei Drittligist Holstein Kiel mit 2:1. Eine Pleite wie im Vorjahr erlebte hingegen Fortuna Düsseldorf. Die Rheinländer scheiterten beim bayerischen Regionalligisten Würzburger Kickers mit 2:3 nach Verlängerung. Erzgebirge Aue war gegen den Regionalligisten FC Carl Zeiss Jena mit 1:0 erfolgreich.

Aalen muss ins Elfmeterschießen

Der VfR Aalen darf sich bei Keeper Daniel Bernhardt bedanken. Der Torwart parierte in Cloppenburg zweimal und rettete sein Team das 5:4 nach Elfmeterschießen gegen den Regionalligisten BSV Rehden. Der Karlsruher SC kam mit einem 3:1 (0:0)-Sieg beim Oberligisten 1. FC Neubrandenburg 04 glanzlos in die nächste Runde.

tis/feh/DPA / DPA

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