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DFB-Prüfung am Chiemsee Drei Bundesliga-Schiedsrichter rasseln durch Fitness-Prüfung - jetzt müssen sie nachsitzen

"Ich bin ausgerutscht": Deniz Aytekin ist knapp durch die Sprint-Prüfung gefallen
"Ich bin ausgerutscht": Deniz Aytekin ist knapp durch die Sprint-Prüfung gefallen und redete sich heraus
© Daniel Reinhardt / DPA
Vor der nächsten Saison müssen sich die DFB-Schiedsrichter einem hartem Leistungststest unterziehen. Drei von ihnen rasselten durch, darunter Fifa-Referee Deniz Aytekin. Hinzu kommen vier Verletzte. Nun müssen alle nachsitzen.

Ausgerechnet Deniz Aytekin als DFB-Schiedsrichter des Jahres und Bibiana Steinhaus als einzige Spielleiterin müssen um ihre Einsätze in der neuen Bundesliga-Saison bangen. Fifa-Referee Aytekin hat ebenso wie Tobias Welz und Marco Fritz die Leistungstests im Trainingslager in Grassau am Chiemsee abgebrochen. Steinhaus, die sich bei der Frauen-WM in Frankreich verletzt hatte, fehlte. Insgesamt müssen gleich sieben Unparteiische am 8. August in eine Nachprüfung. 

Einen entsprechenden Bericht der "Bild"-Zeitung bestätigte der Deutsche Fußball-Bund (DFB) am Donnerstag. "Natürlich sind sieben aktuell verletzte Schiedsrichter ungewöhnlich viel, da kann man schon von besonderem Verletzungspech sprechen. Aber solche Phasen gibt es in jeder Sportmannschaft leider ab und an", sagte Lutz Michael Fröhlich, Sportlicher Leiter der Elite-Schiedsrichter, der Deutschen Presse-Agentur. Er versprach: "Wir werden also keinesfalls zu wenig Schiedsrichter zum Saisonstart haben."

Bibiana Steinhaus ist wie drei weitere Kollegen verletzt

Steinhaus, die einzige Schiedsrichterin in der Männer-Bundesliga, hatte die Frauenfußball-WM in Frankreich wegen einer Muskelverletzung frühzeitig verlassen. Noch ist die 40-Jährige aus Hannover nicht wieder voll ins Training eingestiegen, sie steht vor ihrem dritten Jahr im Oberhaus. Aus gesundheitlichen Gründen fehlten bei der Leistungsprüfung auch Manuel Gräfe, Benjamin Brand und Sören Storks. 

Die Bundesliga beginnt zwar erst am 16. August. Als Vorlauf für die Spitzenschiedsrichter gelten jedoch auch die Spiele der 2. und 3. Liga sowie der DFB-Pokal. Nach Angaben eines DFB-Sprechers wäre es  jedoch kein Problem für einen Unparteiischen, direkt in die 1. Liga einzusteigen.   

"Die Limits waren sonst nie ein Problem für mich. Der Boden war nass, ich bin ausgerutscht", sagte der 40 Jahre alte Aytekin der "Bild". Der Verband hatte am Mittwoch bekannt gegeben, dass der Referee aus Oberasbach (163 Bundesligaeinsätze) zum ersten Mal als Schiedsrichter des Jahres ausgezeichnet wird. 

Links klettert ein junger Mann mit Sixpack und Badehose aus dem Meer auf ein Boot, rechts läuft ein Mann auf einem Laufband

Schiri-Chef Lutz Fröhlich ist dennoch optimistisch

"Deniz Aytekin hat beim Leistungstest leichte Probleme in der Oberschenkelmuskulatur bemerkt und diesen daraufhin beendet, um eine schlimmere Verletzung zu vermeiden", sagte Fröhlich. Laut "Bild" seien die Probleme aber erst nach dem vermasselten Sprinttest aufgetreten. Weiter sagte Fröhlich: "Tobias Welz hat bereits kurz vor dem Ende der vergangenen Saison einen Zehenbruch erlitten und konnte erst vor Kurzem wieder ins Lauftraining einsteigen." Bei Marco Fritz gab es keine Ausreden. Man sei optimistisch, dass alle die Prüfung noch vor dem Bundesligastart erfolgreich bestehen werden. Gleiches gelte für Steinhaus.

Die "Bild" berichtete weiter, dass auch zwei Linienrichter die Langstrecke nicht in der erforderlichen Zeit schafften, ein anderer hätte sich nach dem Ausdauer-Test sogar erbrochen.

Die Tests haben es in sich: In sechs Durchgängen müssen zunächst 40 Meter in sechs Sekunden gesprintet werden, dazwischen liegt ein Pause von nur 60 Sekunden. Beim "High-Intensity-Test" wird dann die Ausdauer überprüft - in zehn Runden über 400 Meter. Dabei werden immer 75 Meter gesprintet (nicht über 15 Sekunden) und 25 Meter gegangen. Dabei sind nach "Kicker"-Angaben zwei Schiedsrichter-Assistenten über der geforderten Zeit geblieben.

tis DPA

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