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Italien gegen England: Gesucht: Deutschlands Halbfinal-Gegner

Im Mannschaftsquartier wird die DFB-Elf am Abend das Viertelfinale zwischen Italien und England verfolgen. Gesucht wird der Halbfinalgegner der Deutschen. Die Kontrahenten sehen die Chancen bei 50:50.

Das Warten hat ein Ende. Am Abend erfahren Bundestrainer Joachim Löw und die Nationalspieler endlich, mit wem sie sich im Halbfinale der Fußball-Europameisterschaft messen müssen. England oder Italien? So lautet die Frage. Die beiden ehemaligen Weltmeister bestreiten um 20.45 Uhr im Endspielstadion von Kiew das letzte Viertelfinale (live im stern.de-Ticker. Das zweite Semifinale ist nach dem Sieg Spaniens gegen Frankreich bereits komplett: Im iberischen Duell treffen die Titelverteidiger auf Portugal.

Löw hatte nach dem 4:2-Sieg der DFB-Auswahl gegen Griechenland keinen Wunschgegner für die Vorschlussrunde benannt, sondern sowohl die Italiener als auch die Engländer als "sehr unangenehmen Gegner" bezeichnet. Teammanager Oliver Bierhoff hält beide Kontrahenten ebenfalls für dicke Brocken: "Aber sie sind beide zu schlagen."

Gegner loben gegenseitig ihre Teams

Offenbar sehen die beiden Halbfinalgegner der Deutschen die Chancen ebenfalls bei 50:50. Jedenfalls haben sich Italien und England gegenseitig die Favoritenrolle zugeschoben. "Italien hat mit seinem Auftreten wohl alle beeindruckt", sagte "Three-Lions"-Coach Roy Hodgson am Samstag in der ukrainischen Hauptstadt. Der Gegner sei eine "großartige Mischung aus jungen und erfahrenen" Spielern und "sehr athletisch".

Italiens Nationaltrainer Cesare Prandelli wiederum sprach von einer "sehr charismatischen und gut organisierten" englischen Mannschaft. "Das wird eine echte Herausforderung", betonte er.

ManCity-Star Balotelli glaubt, "es wird lustig"

Hodgson warnte besonders vor Mario Balotelli. "Er ist ein gefährlicher Angreifer, sehr vielseitig." Dass die englischen Spieler Balotelli durch dessen Engagement bei Manchester City kennen würden, sei kein Nachteil, sagte Prandelli. "Erst einmal sehen, ob er in der Startelf steht. Das erfährt er eine Stunde vor Anpfiff."

Er freue sich auf das mögliche Kräftemessen mit seinen Mitspielern aus Manchester, betonte Balotelli. "Ich denke, das wird lustig. Und ich hoffe, sie verlieren." Der zuletzt angeschlagene Mittelfeldspieler Thiago Motta sei einsatzbereit, bestätigte Trainer Prandelli. "Er hat ein Muskelproblem, aber trainiert wie alle anderen. Er ist bereit."

England hat Elfmeter geübt

Englands Kapitän Steven Gerrard sagte, die Mannschaft fürchte die K.o.-Situation nicht. "Ich denke, wir sind mit jedem Spiel bei dieser Europameisterschaft stärker geworden. Das gibt uns enormes Selbstvertrauen." Er habe Elfmeterschießen üben lassen, seinem Team aber eingeschärft, vorher die Entscheidung zu suchen, erzählte Coach Hodgson.

Auf den "Torklau von Donezk", als ein regulärer Treffer von Gastgeber Ukraine gegen England nicht anerkannt wurde, wollte er nicht mehr eingehen. "Ich sehe keinen Grund, darüber zu reden. Das ist jetzt schon Schnee von gestern."

Keine Rückkehr ins Danziger Quartier

Wer auch immer der Gegner am kommenden Donnerstag in Warschau (20.45 Uhr/live im stern.de-Ticker) sein wird, die DFB-Elf glaubt an ihre Chance. Man werde sich das Spiel im Danziger Teamhotel "entspannt anschauen", sagte der Gladbacher Marco Reus, der gegen die Griechen sein Turnierdebüt mit einem Tor krönen konnte. "Wir wissen, dass wir eine starke Mannschaft sind. Der EM-Titel geht nur über uns."

Der DFB hat nach dem Halbfinaleinzug seine ursprünglichen Reisepläne verändert. Das Team wird am kommenden Mittwoch von Danzig aus zum Spielort nach Warschau reisen und unabhängig vom Ausgang der Partie gegen Italien oder England anschließend nicht mehr in das EM-Stammquartier zurückkehren. Bei einem Ausscheiden würden Löw und seine 23 Spieler aus Warschau direkt nach Deutschland zurückfliegen.

Beim von allen erhofften Einzug ins Endspiel am 1. Juli in Kiew reist der DFB-Tross von der polnischen Hauptstadt gleich weiter in die Ukraine. "Wir wollen den nächsten Schritt machen, wir wollen ins Finale", erklärte Spielmacher Mesut Özil entschlossen.

dho/DPA / DPA

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