VG-Wort Pixel

Frankreich gegen Schweiz Warum pfeift bei der Europameisterschaft ein Schiedsrichter aus Argentinien?

Fernando Rapallini beim Viertelfinale der EM 2021 zwischen Frankreich und der Schweiz
Fernando Rapallini beim Viertelfinale der EM 2021 zwischen Frankreich und der Schweiz
© Marko Djurica / Getty Images
Fernando Rapallini heißt der Schiedsrichter beim EM-Viertelfinale zwischen Frankreich und der Schweiz. Wie seine Assistenten kommt er aus Argentinien. Warum pfeift ein Südamerikaner bei der Europameisterschaft?

Nein, an Top-Schiedsrichtern mangelt es in Europa wahrlich nicht. Die EM 2021 ist auch für die Unparteiischen des Kontinents ein Highlight, die Besten der Besten pfeifen hier. Unter anderem gehören die Bundesliga-Referees Felix Brych und Daniel Siebert zum Kader der insgesamt 19 EM-Schiedsrichter. 

Daneben sind Unparteiische aus Rumänien, den Niederladen, Spanien, England, der Türkei, Schweden, Italien, Israel, Portugal, Russland, Frankreich und Slowenien bei den 51 Turnierspielen im Einsatz. Außerdem im Aufgebot der Uefa: Fernando Rapallini. Er kommt aus Argentinien und ist damit der einzige Nicht-Europäer unter den EM-Schiedsrichtern: Im Einsatz war er schon bei den Gruppenspielen zwischen der Ukraine und Nordmazedonien und zwischen Kroatien und Schottland.

Warum ist ein Argentinier bei der EM 2021 Schiedsrichter?

Am Montagabend stand der 43-jährige im Viertelfinale zwischen Frankreich und der Schweiz als Spielleiter auf dem Platz, begleitet von seinen Assistenten Juan Pablo Belatti und Diego Yamil Bonfa, ebenfalls Argentinier.

Doch warum pfeift überhaupt ein Südamerikaner bei der Fußball-Europameisterschaft, wenn es hier doch nicht an Top-Personal mangelt? Dahinter steckt ein Austauschabkommen zwischen dem europäischen Fußballverband Uefa und dem südamerikanischen Pendant Conmebol. 

"Der Austausch von Schiedsrichtern mit der Conmebol im Rahmen unserer Vorzeigewettbewerbe bietet einen Mehrwert für beide Turniere und den Erfahrungsschatz von Spitzenschiedsrichtern", erklärte Uefa-Boss Aleksander Čeferin nach der Ernennung von Rapallini im April. "Der Fußball in Europa und Südamerika zeichnet sich durch eine hohe Qualität und lange Tradition aus. Das gilt auch für das Schiedsrichterwesen. Dieser Austausch ist ein wesentlicher Bestandteil unserer Kooperationsvereinbarung und wird uns dabei helfen, unsere Wettbewerbe weiter zu verbessern."

Im Gegenzug setzt der südamerikanische Verband den Spanier Jesús Gil Manzano bei der derzeit stattfindenden Copa América 2021 in Brasilien ein. Auch Conmebol-Präsident Alejandro Domínguez freute sich über die Kooperation der beiden Verbände: "Wir sind überzeugt, dass eine Zusammenarbeit mit der Uefa in diesem Bereich für beide Konföderationen von großem Nutzen sein wird." Das Ziel: "Die Schiedsrichter professioneller zu machen und perfekt im Umgang mit technologischen Hilfsmitteln zu schulen."

Allzu schlecht hat Rapallini seinen Job bisher nicht gemacht. Das Fachmagazin "Kicker" gab dem Unparteiischen für die Leitung der beiden Vorrundenspiele die Noten 2,0 bzw. 3,0.

Quellen: Uefa (1), Uefa (2), "Kicker" (1), "Kicker" (2)

wue

Mehr zum Thema


Wissenscommunity


Newsticker