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Heynckes zögert noch mit Zusage an Bayern

Die Vollzugsmeldung zum spektakulären Trainer-Comeback von Jupp Heynckes beim FC Bayern soll nur noch eine Frage der Zeit sein. Dem 72-Jährigen wird zugetraut, die Probleme der Bayern schnell in den Griff zu bekommen- doch noch zaudert er.

Jupp Heynckes 2013

Jupp Heynckes vor vier Jahren vor dem Champions-League-Spiel gegen Juventus Turin

Das Sensations-Comeback von Trainer beim FC Bayern München könnte nur noch an letzten Detailfragen scheitern. Das erfuhr die Deutsche Presse-Agentur aus verlässlicher Quelle beim Fußball-Rekordmeister. Demnach könnte die spektakuläre Rückkehr des 72-Jährigen noch vor diesem Wochenende fix gemacht werden. Perfekt war der Deal am Donnerstag zunächst aber noch nicht.

Die "Bild"-Zeitung hatte am späten Mittwochabend die unerwartete Entscheidung der mit dem Triple-Trainer von 2013 vermeldet. Der Altmeister soll die Münchner bis Saisonende übernehmen. Auch das Fachmagazin "kicker" schrieb, dass die Suche auf Heynckes hinauslaufen könnte. Grundsätzlich sei an der Geschichte etwas dran, erfuhr die DPA. Eine offizielle Reaktion des Vereins stand am Donnerstag zunächst aus.

Der FC Bayern will sich Zeit verschaffen

Nach der Trennung von Carlo Ancelotti in der Vorwoche scheint eine von Heynckes für die für ihre Verhältnisse schwach in die Saison gestarteten Bayern viele Vorteile zu haben: Zum einen verschafft sich der Verein Zeit, eine langfristige Lösung zu suchen. Der Hoffenheimer Coach Julian Nagelsmann etwa gilt als ein Kandidat für die Zukunft.

Wie aus dem Verein zu erfahren war, ist der Heynckes-Deal aber keine vorbereitende Maßnahme, die automatisch zu einer Verpflichtung von Nagelsmann schon im Sommer 2018 führen soll. Spekulationen, Heynckes sei nur Platzhalter für den mehr als 40 Jahre jüngeren Coach, entbehrten zum jetzigen Zeitraum jeglicher Grundlage, hieß es. Auch soll es keine geheimen Absprachen auf Chefebene mit Bayern-Präsident Uli Hoeneß und Hoffenheim-Mäzen Dietmar Hopp geben.


Heynckes wird als Bayern-Kenner und Erfolgscoach offensichtlich auch kurzfristig zugetraut, die verunsicherte und durch Missstimmung geschwächte Mannschaft wieder auf Kurs zu bringen. Er kennt einige Profis noch aus seinem bis dato letzten Engagement an der Säbener Straße 2013, darunter neben Robben und Ribéry auch die Weltmeister Thomas Müller und Manuel Neuer. Den Chilenen Arturo Vidal hatte Heynckes in Leverkusen trainiert.

Jupp Heynckes ist eng mit Uli Hoeneß befreundet

Doch offenbar überlegt Heynckes noch. Der Rheinischen Post sagte er: "Es ist noch nichts klar oder in trockenen Tüchern. Ich muss das Ganze zunächst mal analysieren. Schließlich sind viereinhalb Jahre vergangen, seit ich bei Bayern aufgehört habe." Und der Fußball habe sich seitdem verändert.

Eine Wahl pro Heynckes bei den Bayern ist als klares Signal in Richtung Altbewährtem zu deuten. Der Ex-Profi und Weltmeister von 1974 trainierte die Münchner bereits dreimal, gewann bei seinem bislang letztem Engagement das Triple aus Meisterschaft, Pokal und Champions League und ist eng mit Präsident Uli Hoeneß befreundet.


Dass Heynckes seit 2013 keinen Verein mehr betreut hat und einer der ältesten Trainer der Bundesliga-Historie wäre, stört die Bayern nicht so sehr wie die fehlende Bayern-Vergangenheit von Kandidaten wie Thomas Tuchel. Der ehemalige Dortmund-Coach galt zuletzt als Favorit auf die Ancelotti-Nachfolge, konnte sich mit Hoeneß und Vorstandschef Karl-Heinz Rummenigge dem Anschein nach aber nicht einigen.

tis/Manuel Schwarz und Klaus Bergmann/DPA

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