FC Bayern in Dubai "Zu viele, die zu wenig sagen"


Am Ende sprang für die Bayern beim prestigeträchtigen "Dubai-Cup" ein dritter Platz heraus. Trotz des glücklichen Sieges gegen Olympique Marseille ließ das Spiel des Rekordmeisters aber erneut zu wünschen übrig. Zwei Spieler hatten schon vorher auf Missstände hingewiesen.
Von Klaus Bellstedt, Dubai

Torjäger Roy Makaay hat den FC Bayern München vor einem klassischen Fehlstart ins neue Fußballjahr bewahrt. Nach einem 1:3-Rückstand im Spiel um Platz drei beim "Dubai-Cup 2007" sorgte der Holländer mit einem Doppelpack (85./86. Minute) sowie Andreas Görlitz in der Nachspielzeit doch noch für einen glücklichen 4:3-Sieg des deutschen Fußball-Meisters im Wüstenstaat. Das erste Spiel am Golf hatten die Bayern nach Elfmeterschießen gegen Benfica Lissabon noch verloren.

Mittelfeldspieler Mark van Bommel erzielte in der ersten Hälfte nach einem indirekten Freistoß das zwischenzeitliche 1:2 für die lange Zeit enttäuschenden Münchener. Für "OM" trafen Nasri, Cissé und Mickael Pagis, ehe "Tor-Phantom" Makaay unter gütiger Mithilfe des französischen Keepers die Wende zum Guten einleitete.

Lucio beklagt mangelnde Kameradschaft

"Drei Tore in den letzten Minuten sind natürlich ungewöhnlich. Der Sieg war am Ende aber auch verdient, denn wir hatten schon in der ersten Hälfte einige sehr gute Möglichkeiten. Man sieht, die Mannschaft will in der Rückrunde angreifen", kommentierte Trainer Felix Magath hinterher den Erfolg. Dass es bis dahin aber noch ein steiniger Weg sein wird, dürfte auch dem Coach nach der gezeigten Leistung nicht gänzlich verborgen geblieben sein. Noch gut zwei Wochen bleiben dem einzig verbliebenen deutschen Champions-League-Vertreter, um sich für die Jagd auf Bundesliga-Spitzenreiter Werder Bremen fit zumachen.

Geht es nach den Worten zweier Schlüsselspieler, muss sich bei den Bayern noch einiges verbessern. Brasiliens Nationalspieler Lucio hatte sich am Mittwoch via "Sport-Bild" über die fehlende Kameradschaft im Kader der Münchener beklagt und diese als Grund für die durchwachsene Vorrunde ausgemacht. "Bayern hat viel Qualität und große Spieler. Aber wenn du auf dem Platz keine Kameradschaft zeigst und es so weitergeht wie bisher, dann haben wir keine Chance. Es ist wichtig, dass alle Spieler das gleiche Spiel vor Augen haben. Wir brauchen eine bessere Kameradschaft, dann sind wir stark", so der Weltmeister von 2002.

Trainer Magath gefordert

Starker Tobak von Lucio, der bei den Bayern gemeinsam mit Daniel van Buyten das Innenverteidiger-Duo bildet. Und ausgerechnet der wies wenige Stunden vor der Partie gegen Marseille auf ein weiteres Missverhältnis hin: "Es gibt bei uns immer noch zu viele Spieler, die zu wenig sagen." Fehlender Zusammenhalt aufgrund mangelnder Kommunikation? So könnte man es auch deuten. Felix Magath, übernehmen Sie!


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