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FC Bayern München: Gezerre um Poldi

Die Diskussion um die Zukunft von Lukas Podolski beim FC Bayern geht weiter: Uli Hoeneß spielt öffentlich mit dem Gedanken, den Bankdrücker auszuleihen. Trainer Ottmar Hitzfeld will dagegen nicht auf den Nationalspieler verzichten.

Ottmar Hitzfeld hat den Gedankenspielen von Bayern-Manager Uli Hoeneß über eine mögliche Ausleihe von Fußball-Nationalspieler Lukas Podolski eine Absage erteilt. Der 59-Jährige will in seiner letzten Halbserie als Cheftrainer des FC Bayern München keinen personellen Engpass in der Offensiv-Abteilung des Bundesliga-Tabellenführers riskieren. "Wir haben nur vier Stürmer - und wie schnell ist etwas passiert", sagte Hitzfeld und richtete mit diesem Einwand einen Warnruf an die Vereinsführung. "Ich gehe davon aus, dass wir mit diesem Kader in die Rückrunde gehen", sagte er weiter.

Noch deutlicher wurde Hitzfelds Assistent Michael Henke. Eine Ausleihe des 22-jährigen Angreifers sei "kein Thema" für den Trainerstab: "Wir brauchen den Lukas, er ist ein ganz wichtiger Spieler für uns", sagte Henke. Podolski äußerte sich öffentlich nicht, wegen Rückenproblemen musste er erneut mit dem Training aussetzen und zum Arzt.

Hoeneß ist hin- und hergerissen

Hoeneß hatte die anhaltenden Spekulationen um den Nationalspieler im "kicker" angeheizt. Der Manager kündigte an, die Personalie Podolski noch einmal intern diskutieren zu wollen. "Wir müssen uns unterhalten, was wir da machen", wird Hoeneß zitiert, er sei "hin- und hergerissen". Hoeneß möchte Podolski auch im Hinblick auf die Europameisterschaft im Sommer "helfen", wie er sagte: "Und wenn wir ihn jetzt ausleihen und es geht alles gut, haben wir alles richtig gemacht."

Allerdings sieht auch Hoeneß das sportliche Risiko, das der Verein einginge. Denn bei einem Ausfall der gesetzten Stürmer Miroslav Klose und Luca Toni hätte man ohne Podolski ein Problem. Das wäre dann, so Hoeneß, "vom Management her eine Katastrophe". Darum bezeichnete auch der Manager ein Leihgeschäft, für das sich angeblich Manchester City interessiert, als eher unwahrscheinlich.

Kein Stammplatz für Podolski

Podolskis sportliche Situation in München ist unbefriedigend. Er steht klar im Schatten der Top-Stürmer Toni/Klose, woran sich auch in der Rückrunde zunächst nichts ändern wird. Hitzfeld hatte sich bereits im Trainingslager in Marbella darauf festgelegt, mit dem "eingespielten" Gespann Toni/Klose in die Rückrunde zu starten. Für den verspätet ins Training eingestiegenen Podolski und Nationalmannschafts-Kollege Jan Schlaudraff bleibt weiterhin nur die "Joker"-Rolle.

Podolski war nach der Weltmeisterschaft 2006 für rund zehn Millionen Euro vom 1. FC Köln zum FC Bayern gewechselt. Sein Vertrag läuft noch bis 30. Juni 2010. In München konnte er sich bislang keinen Stammplatz erkämpfen, in 33 Bundesligaspielen erzielte er nur vier Tore, in dieser Saison traf er bislang nur zweimal im UEFA-Cup. Einen Wechsel in der Winterpause hatte er trotzdem selbst bislang ausgeschlossen. Zuletzt hatte er angekündigt, bei einer anhaltend unbefriedigenden Situation in der Rückrunde mit den Bayern-Chefs über seine Zukunft reden zu wollen. "Dann muss ich weg", hatte ihn die "Welt am Sonntag" zitiert.

Klinsmann könnte auf Podolski setzen

Ein Hoffnungsschimmer für Podolski könnte der künftige Bayern-Coach Jürgen Klinsmann sein. Der ehemalige Bundestrainer und Podolski-Förderer ist nach Angaben von Vorstandschef Karl-Heinz Rummenigge "sehr daran interessiert", dass der 22-Jährige bei Bayern bleibt.

Klaus Bergmann/DPA / DPA

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