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Meinung

"Steak-Gate": Tanz um das goldene Steak oder was uns der Fall Ribéry lehrt

FC-Bayern-Star Franck Ribéry hat die Dampfplauderer zu Beginn des Jahres gleich auf Betriebstemperatur gebracht. Abseits der Polarisierung, die die Angeberei mit einem goldenen Steak ausgelöst hat, kann man aus dem Vorfall Lehren ziehen.

Besonderes Essen: Franck Ribéry verdrückt ein Gold-Steak im Wert von 1200 Euro

Sicher: Ende des Jahres werden wohl nur wenige diese Geschichte noch bemerkenswert finden. In den kommenden zwölf Monaten dürfte die Angeberei eines alternden Fußballstars zu dem werden, was es ist: eine Episode. Franck Ribéry ist 35, mithin am Ende seiner Karriere und wird voraussichtlich im Sommer den FC Bayern verlassen - womit er auch weitgehend aus dem Fokus der deutschen Öffentlichkeit geraten dürfte. Trotzdem: Aus seiner Prahlerei mit dem 1200 Euro teuren Gold-Steak und der später folgenden maßlosen Beschimpfung seiner Kritiker kann man vier Lehren ziehen:

Zugegeben: Wir sind und bleiben eine Neidgesellschaft

Zunächst: Dass Franck Ribéry in seiner insgesamt unflätigen Replik seine Kritiker als "Neider" beschimpft, kann man noch gelten lassen - auch, wenn man die Goldsteak-Aktion ansonsten als protzig verurteilt. Denn eines muss man ja zugeben: Neid auf das, was andere erreicht haben, ist in unserer Gesellschaft tief verankert. Vor allem, wenn jemand - und Franck Ribéry ist da nur ein Beispiel - zusätzlich zu Reichtum auch noch Prominenz und Anerkennung erfährt - zum Beispiel als Fußballstar. Dann wird das Eis häufig dünn: Kann ja nichts für sein Talent, hat Glück gehabt, kommt schon aus den entsprechenden Kreisen, heißt es dann oft. Immer schwingt dabei mit: Warum kriege ich das oder ähnliches nicht?! Sowas steht mir doch auch zu (womit meist nicht direkt ein vergoldetes Steak gemeint ist). Es ist schon erstaunlich, dass wir uns im besonderen Maße schwer damit tun, anzuerkennen, wenn jemand besondere Fähigkeiten besitzt - und sei es nur, dass er uns mit tollen Fußballkünsten unterhält und teils erfreut. Nur ein Vergleich: Der Lebensstandard in Argentinien ist weitaus niedriger als bei uns, viele Familien leben in Armut, und dennoch ist die Bewunderung für Stars wie Maradona oder Messi praktisch grenzenlos, herrscht uneingeschränkte Bewunderung und Dankbarkeit dafür, dass sie mit ihren Künsten den allzu tristen Alltag aufhellen. Vielleicht wäre es gut, uns irgendwo dazwischen einzuordnen?! Was nicht heißt, dass man jedem Unfug zustimmt.

Aber: Auch Franck Ribéry sollte Demut zeigen

Und Unfug war Ribérys Protz-Aktion in Dubai allemal - unabhängig davon, dass der Franzose im Stillen sein Geld wohl auch für gute Zwecke einsetzt. Das ist anerkennenswert. In seinem Wut-Tweet sagt er aber auch: "Ich schulde Euch nichts, meinen Erfolg habe ich nur Gott und meinen Nächsten zu verdanken, die immer an mich geglaubt haben." Das greift allerdings zu kurz: Natürlich hat Ribéry seine Erfolge nicht geschenkt bekommen, sondern aus seinem Talent etwas gemacht. Und man darf sich da nichts vormachen: Wer auf höchstem Niveau Fußball spielen will, der muss in jungen Jahren, in denen man nun mal am leistungsfähigsten ist, diszipliniert sein und auf vieles verzichten, was das Leben für Jugendliche gemeinhin lebenswert macht: Partys, sich ausprobieren etc. Aber eines lässt sich weder wegdiskutieren noch wegschimpfen: Ohne die Fans, ohne den großen Zuspruch, den der Fußball genießt, ohne die Anerkennung, die ihm viele Menschen zuteil werden lassen, könnte Franck Ribéry so gut spielen wie er will - er wäre nicht das, was er heute ist. Zumindest in dieser Hinsicht schuldet er vielen Menschen eben doch etwas. Es ist wie so häufig: Wer ein privilegiertes Leben führt, dem steht Demut gut zu Gesicht.

Wir sollten aufhören, Fußballer zu überhöhen

Vielen Fußballer ist durchaus bewusst, wie privilegiert sie leben - und nicht wenige treten entsprechend auf. Dennoch: Die Ribéry-Protzerei sollte uns nochmals klar machen, dass wir es mit Fußballern zu tun haben. Nicht weniger, aber vor allem nicht mehr. Was sollen die Kicker heutzutage nicht alles sein? Vorbilder für Kinder und Jugendliche, tadellos in ihrer Lebensführung, Persönlichkeiten des öffentlichen Lebens mit dezidierter Meinung zu allen möglichen wichtigen Themen. Nicht nur Ribéry oder auch ein Mesut Özil sind damit - man möchte sagen: natürlich - überfordert. Wir sollten aufhören, unsere Profi-Fußballer zu überhöhen. Sie machen uns Spaß mit ihrer besonderen Gabe. Gerade die besonders Talentierten aber sind häufig seit ihrer frühesten Jugend im Fußball-Zirkus gefangen, kennen oft nur ein Leben für diesen Sport. Es gibt keinen Grund, von jedem von ihnen mehr zu erwarten als Sportsleute zu sein. Als solche können und sollten sie auch Vorbilder sein, aber nur als solche.

Prahlerei - eine Frage der Persönlichkeit

Eine Frage drängt sich im Fall Ribéry angesichts all' dessen, was der Franzose in seinem Fußballerleben erreicht hat, noch auf: Hat er diese Protzerei nötig? Offenbar ja. Natürlich kann und sollte man einem Menschen nicht verbieten, das selbst Erreichte auf seine eigene Weise zu genießen. Einfacher gesagt: Jeder darf sein Geld natürlich ausgeben, wie er will. Aber dass ein 1200-Euro-Steak, dazu noch vergoldet, eine Maßlosigkeit ist, sollte doch jedem bewusst sein. Dass so mancher sich dadurch provoziert fühlen könnte, auch. Vor allem, wenn man - wie Ribéry, eine öffentliche Person ist. Er hätte ja auch genießen und schweigen können, wie es im Bonmot heißt, sprich: Er hätte ja nicht via Social Media auch noch mit seinem Reichtum protzen müssen. Aber offenbar musste er das doch, wollte auch dafür wohl Applaus erheischen. Zu hören bekam er aber harsche Kritik. Dass er damit gar nicht umgehen konnte, zeigt einmal mehr, dass Franck Ribéry den "Neidern" eben doch etwas schuldet: Dank für die Anerkennung, die er für sein Fußballspiel bekommen hat und die letztlich die Grundlage seines Erfolgs und damit auch seines Reichtums ist.

Wissenscommunity

kann man sich gegen eine maßnahme vom jobcenter wehren?
hallo. ich bin quasi arbeitsunfähig seit meinem 18ten lebensjahr. ich wiege 200 kg und habe eine betreuung weil ich sonst gar nichts schaffen würde. sie bringt mich zu terminen und begleitet mich zu arzt besuchen. das einzige was ich noch alleine kann ist einkaufen und das auch nur weil es nunmal lebensnotwendig ist ,jedoch bin ich danach total erschöpft und fertig.ich kann keine 200 meter mehr laufen.und mal ganz abgesehen von meiner körperlich verfassung leide ich seit meiner kindheit an starken depressionen,borderline,panikattacken,einer traumatischen belastungsstörung und angstzuständen. ich bin demnach körperlich sowie auch psychisch ziemlich fertig. gestern war ich beim amtsarzt zur begutachtung sowie auch einmal vor 2 jahren. und die ärztin sagt mir ernsthaft,das es zumindest köperlich nicht ausreichen würde das ich weiterhin krank geschrieben werden kann und sagte,das eine maßnahme sicherlich gut sein kann.und das obwohl ich bereits sagte,das ich körperlich unfähig bin irgendwas alleine zu schaffen und ,meine betreuerin mich überallhin begleiten muss.(ich habe kein auto)ich bin vollkommen entsesetzt und habe nun angst das sie mich in eine maßnahme stecvken welche ich einfach nicht schaffe und sie mir dann das minum an geld nehmen welches ich bekomme und ich dann verhungernd und auf der starße leben muss,eben weil es ein ding der unmöglichkeit für mich darstellt.kann man sich da irgendwie wehren?sie sagt sie findet ich sei zu jung um berentet zu werden (28).ich habe gerade wirklich angst.kann man einen menschen zwingen etwas für ihn unmögliches zu tun?ich hab das gefühl die wollen irgendeine quote erfüllen und solange man die arme bewegen kann,ist man arbeitsfähig...hilfe :(