VG-Wort Pixel

DFB-Pokalfinale Furioses Finale für Fans und Nagelsmanns letzte Lektion in Sachen Triumphlosigkeit

DFB-Pokalfinale : Furioses Finale für Fans und Nagelsmanns letzte Lektion in Sachen Triumphlosigkeit
Sehen Sie im Video: Nach Pokalsieg: Dortmund-Fans feiern ausgelassen trotz Ausgangssperre.




Die Freunde war riesig nach dem fünften DFB-Pokalsieg des BVB. In den Straßen von Dortmund feierten die Fans am Donnerstagabend - wenig corona-konform, was prompt die Polizei auf den Plan rief. "Wenn die komischen weiß-blauen Autos nicht wären, wäre es noch mehr spassig. Noch mehr Fans sollen kommen. Ja, jederzeit wieder. Und Corona: Die Indizien (Inzidenzen, A.d.R.) sind so weit runtergegangen wieder, dann hätte man es heute mal wenigstens zulassen können. Dortmund hatte den RB Leipzig am Abend im Pokalfinale in Berlin mit 4:1 geschlagen. Das Team von Trainer Edin Terzic hatte Jadon Sancho gleich zu Beginn in Führung gebracht, kurz vor Halbzeit schoss er auch Tor Nummer drei. Für den zweiten und vierten Treffer durften sich die Fans bei Erling Haaland bedanken. Für Leipzig schoss Dani Olmo in der 71. Minute das Tor zur Ehrenrettung der Sachsen.
Mehr
Eine Pokalübergabe ohne DFB-Funktionäre könnte ein Modell für die Zukunft sein. Vor allem nach diesem Finale zweier Teams, die Bock auf höchstklassigen Fußball hatten. Das Pokalfinale im stern-Check.

Premiere des Turniers

Keine echte Premiere, aber so gut wie eine: Erst zum zweiten Mal in der Geschichte des Turniers wurde das Finale an einem Donnerstag ausgetragen. Zuletzt gab es das am 31. Mai 1984 – ein Jahr bevor das Pokalfinale dauerhaft nach Berlin gewechselt war. Damals besiegte Bayern München in Frankfurt/Main Borussia Mönchengladbach mit 7:6 im Elfmeterschießen.

Tor des Tages

Haaland trifft zum 2:0 gegen Leipzig
Pure Kraft und Feinheit: Haaland trifft zum 2:0 gegen Leipzig
© Maja Hitij/Pool / AFP

Dortmunds 2:0 durch Erling Haaland. Der Treffer zeigte die ganze filigrane Wucht des Norwegers. Nach einem Leipziger Einwurf mit anschließenden Fehler, legte Marco Reus Haaland die Kugel vor, der zog vorm Leipziger Strafraum rüber nach rechts, fummelte sich gegen Dayot Upamecano durch und schlenzt den Ball mit links ins lange Eck. Vielleicht das entscheidende Tor des Tages.

Gewinner des Tages

Die Fußballfans. Nach einer Saison mit leeren Rängen und dem ewig gleichen deutschen Meister, wurden sie mit einem furiosen Finale entschädigt. Obwohl der BVB schon nach der ersten Halbzeit 3:0 führte, fühlte sich die Partie bis kurz vor Schluss noch immer nicht entschieden an. Da waren auf der einen Seite pfeilschnellste Dortmunder, unnachahmlich vor dem Tor und an diesem Abend weitgehend ohne große Fehler in der Verteidigung. Auf der anderen Seite RB Leipzig, das trotz ihrer leichten Überlegenheit erst nicht ins Spiel kam, dann aber in der zweiten Hälfte wie von der Tarantel gestochen loslegte und Druck machte, der für fünf Tore gereicht hätte. Ein Pokalendspiel für die Ewigkeit.

Verlierer des Tages

Julian Nagelsmann. Zugegeben: Wer als 33-jähriger Trainer in einem Pokalfinale steht, ist kein Verlierer. Nagelsmann schon deshalb nicht, weil der Noch-Leipziger nächste Saison zum FC Bayern München wechseln wird. Trotzdem bleibt etwas Bitterkeit. Denn mit seiner Anfangsformation hat sich der Trainer ganz offenbar vercoacht. Und hat, in der Folge und trotz aller Lorbeeren, noch nie einen Titel gewonnen - für einen Neu-Bayern-Coach ist das selten. Aber nach allen Gesetzen des deutschen Fußballs, dürfte dieses verlorene Finale von Berlin 2021 seine vorerst letzte Lektion in Sachen Triumphlosigkeit gewesen sein.

Erkenntnis des Tages

In der Halbzeit hat Noch-Bundestrainer Jogi Löw kurz beim ARD-Duo Matthias Opdenhövel (es war sein letztes Spiel im Ersten) und Bastian Schweinsteiger vorbeigeschaut. Die Frage, ob der stark spielende Marco Reus ein Thema für die Nationalmannschaft sei, bejahte er insofern, als dass er ihn in den "erweiterten Kader" packte. Wer und wie viele noch auf der Liste standen, wollte Löw nicht verraten. Auch dem Thema Thomas Müller wich er aus – aber seinem Grinsen nach zu urteilen, scheint sein Daumen bereits nach oben zu zeigen.

Nagelsmann und der Pokal
Das hätte seine Trophäe sein können: Nagelsmann geht niedergeschlagen am DFB-Pokal vorbei
© Martin Rose / AFP

Szene des Tages

Die Pokalübergabe. Vielleicht ist es ja ein Model für die Zukunft – eine Fußballzukunft in der sich nichts ständig graubetuchte Funktionäre im Glanz der Spieler sonnen. Zumindest die Vertreter des DFB gingen nach ihrem gruseligen Pfauenztanz der letzten Wochen mit gutem Beispiel voran. So verzichtete Fritz Keller auf das Hochamt jedes DFB-Präsidenten: die Übergabe des Pokals. An seiner statt waren es Nathalie Buse vom SV Blau-Gelb Berlin und Luca Gesch von den Spandauer Kickers, die diesen Höhepunkt des Abends besorgten - kurz aber schön.


Mehr zum Thema


Wissenscommunity


Newsticker