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Fußball-Bundesliga: Leverkusen patzt, Dortmund feiert hohen Sieg

Tabellenführer Bayer Leverkusen hat gegen Hannover zwei Punkte liegen gelassen. Das Spiel blieb torlos genauso wie das Verfolgerduell zwischen Hamburg und Hoffenheim. Dortmund schoss Nürnberg ab. Wolfsburg vergab leichtfertig den Sieg gegen Freiburg.

Bayer Leverkusen bleibt auch nach dem 15. Spieltag Tabellenführer der Fußball-Bundesliga, obwohl die Rheinländer am Samstag bei Hannover 96 nicht über ein 0:0 hinauskamen. Dortmund setzte mit einem 4:0-Sieg gegen schwache Nürnberger seine Erfolgsserie fort. Weiter tief in der Krise steckt der VfB Stuttgart. Im Keller-Duell gegen den VfL Bochum erreichte das Team des umstrittenen Teamchefs Markus Babbel nur ein 1:1 (0:0). Meister VfL Wolfsburg spielte 2:2 (1:1) gegen Aufsteiger SC Freiburg, während sich der Hamburger SV und 1899 Hoffenheim torlos trennten.

Bayer 04 Leverkusen knackte trotz einer Nullnummer den eigenen Startrekord. Der alte und der neue Spitzenreiter blieb gegen Hannover im 15. Saisonspiel ungeschlagen. Die Leverkusener sind ungeachtet einer enttäuschenden Vorstellung weiter auf dem besten Weg zur Herbstmeisterschaft. Die Hannoveraner besaßen insgesamt die besseren Chancen und heimsten nach zuletzt zwei Niederlagen zumindest einen Punkt ein.

Leverkusen erfolgreicher als vor acht Jahren


Der Tabellenführer spielte in der AWD Arena nicht ansatzweise so schwungvoll und überzeugend wie zuletzt. Aus dem Mittelfeld entwickelte die Bayer-Mannschaft ungewohnt wenig Druck, gute Anspiele auf Torjäger Stefan Kießling und dessen Sturmpartner Eren Derdiyok blieben Mangelware. Der zuletzt starke und hochgelobte Toni Kroos blieb ebenso blass wie der zweite offensive Mittelfeldspieler Tranquillo Barnetta. Geradezu zögerlich wirkte der Tabellenführer in vielen Situationen und dazu wackelig in der Defensive, wo nur Sami Hyypiä und Torwart Rene Adler überzeugten. Die großen Chancen waren daher selten, mehr als ein Punkt war diesmal nicht drin.

Leverkusen kletterte dennoch auf Platz drei der "ewigen" Bestenliste. Die 21 Jahre alte Marke des FC Bayern, der 1988/1989 sogar bis zum 23. Spieltag ungeschlagen blieb, ist allerdings noch weit weg. Dem Hamburger SV gelang 1982/1983 ein Saisonstart mit 18 Partien ohne Niederlage und in der Folge gewann er letztmalig den Meistertitel.

An diesem Samstagnachmittag kam der HSV im Verfolgerduell gegen 1899 Hoffenheim nicht über ein 0:0 hinaus und droht den Anschluss an die Spitzengruppe zu verlieren. Die personell gebeutelten Hamburger sind damit zum siebten Mal ohne Sieg geblieben und verpassten eine große Chance, sich gegen den nicht allzu gefährlichen Tabellennachbarn abzusetzen.

Aktuell rangiert der HSV auf Platz vier, kann aber an diesem Sonntag vom FC Schalke 04 überflügelt werden, der den Tabellenletzten Hertha BSC empfängt (17.30 Uhr). Das andere Sonntagspiel bestreiten der 1. FC Köln und Werder Bremen (15.30 Uhr).

Borussia Dortmund setzte sich gegen den 1. FC Nürnberg mit 4:0 (3:0) durch und bescherte Jürgen Klopp den 50. Sieg als Bundesliga-Trainer. Kevin Großkreutz (8.), Lucas Barrios (13.) und Mohamed Zidan (36.) stellten schon vor der Pause die Weichen auf Sieg. Nach dem Wechsel traf Mats Hummels (61.), so dass die Dortmunder nun seit acht Bundesliga-Partien ungeschlagen sind. Der Club aus Nürnberg spielte dagegen vor allem in der ersten Halbzeit wie ein Absteiger und rutschte auf den vorletzten Tabellenplatz.

Wolfsburg verhindert Heimpleite


Der deutsche Meister aus Wolfsburg bot seinen Fans im eigenen Stadion zwar eine starke Leistung, aber am Ende sprang wieder nur ein mageres Pünktchen heraus. Der Titelverteidiger, in der vergangenen Saison zu Hause ohne Niederlage, vermied gegen die Breisgauer nur knapp die vierte Heimpleite dieser Spielzeit. Die Gäste waren durch zwei umstrittene Treffer von Mohamadou Idrissou (19.) und Ivica Banovic (51./Foulelfmeter) zweimal in Führung gegangen. Dem Tor von Idrissou ging eine Abseitsstellung voraus, danach wollte Schiedsrichter Guido Winkmann (Kerken) ein Foul von Marcel Schäfer an Freiburgs Daniel Caligiuri gesehen haben. Felix Bastians (27./Eigentor) hatte für das 1:1 gesorgt, Fabian Johnson (82.) gelang immerhin noch das 2:2.

Weiterhin düster sieht es für den VfB Stuttgart und seinen Trainer Markus Babbel aus. Ein Kopfballtreffer von Serdar Tasci (63.) ließ Babbel zunächst aufatmen. Nach dem 0:4 von Leverkusen und der Absetzung von Kapitän Thomas Hitzlsperger wäre ein Sieg für den jungen Coach wichtig gewesen, doch Christian Fuchs (89.) zerstörte per Freistoß die Stuttgarter Hoffnungen.

Nach Ende der Partie kam es vor dem Stadion zu tumultartigen Szenen. Hunderte enttäuschte VfB-Fans versammelten sich vor dem VIP-Bereich der Mercedes-Benz Arena und skandierten lautstark "Wir haben die Schnauze voll!". Auch eine halbe Stunde nach dem Abpfiff hatte sich die Menge noch nicht aufgelöst.

Vor der Begegnung hatten etwa 100 Anhänger den Mannschaftsbus laut Polizei an der Einfahrt ins Stadion gehindert. "Das war natürlich unangenehm", sagte Babbel kurz vor dem Anpfiff dem TV-Sender Sky. Jetzt dürfte es für ihn noch unangenehmer werden.

Im Abendspiel sezte sich Eintracht Frankfurt mit dem ersten Erfolg gegen Mainz im gesicherten Tabellen-Mittelfeld fest. Im Derby in der Frankfurter Commerzbank-Arena erzielten Maik Franz (29. Minute) und Alex Meier (90.) die Treffer für die Eintracht, die den dritten Heimsieg der Saison feierte. Die Mainzer dagegen kassierten erstmals seit dem 17. Oktober (0:1 in Köln) und nach fünf ungeschlagenen Spielen in Serie wieder eine Niederlage. Zudem sah FSV-Akteur Chadli Amri die Gelb-Rote Karte (68.). In den bisherigen vier Erstliga-Vergleichen zwischen beiden Teams hatte es jeweils ein Remis gegeben.

DPA/tis / DPA

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