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Fußball-Bundesliga: Mainz stürmt wieder an die Spitze

Die Himmelsstürmer aus Mainz haben durch einen Auswärtssieg in Leverkusen wieder die Tabellenspitze erobert. Dortmund hatte zuvor nur ein Unentschieden gegen Hoffenheim erreicht. Stuttgart schlug den FC St. Pauli und verließ die Abstiegsränge.

Mainz hat mit seinem achten Sieg im neunten Bundesligaspiel wieder die Tabellenspitze erobert. Das Überraschungsteam der Liga gewann in Leverkusen mit 1:0 durch einen Treffer von Andreas Ivanschitz. Die Rückkehr an die Spitze wurde möglich, weil Dortmund im eigenen Stadion nicht über ein Unentschieden gegen Hoffenheim hinaus kam und jetzt auf dem zweiten Platz steht. Der VfB Stuttgart schießt sich langsam aus der Krise. Unter dem neuen Trainer Jens Keller besiegten die Schwaben den FC. St. Pauli und kletterten aus den Abstiegsrängen.

Der Mainzer Andreas Ivanschitz sorgte ausgerechnet auf Vorarbeit des zukünftigen Bayer-Profis Andre Schürrle in der 70. Minute für das 1:0 bei Leverkusen. Die Leverkusener verpassten durch die erste Niederlage seit Ende August vor 30.210 Zuschauern in der ausverkauften BayArena den Anschluss an die ersten beiden Plätze.

Schürrle und Ivanschitz sorgen für Siegtreffer


Nach feinem Pass von Sami Allagui auf den Flügel legte Schürrle nur zwei Minuten nach seiner Einwechslung mustergültig für Ivanschitz quer, der ebenfalls kurz zuvor aufs Feld gekommen war. Der 19-jährige Schürrle wechselt zur kommenden Saison für knapp zehn Millionen Euro nach Leverkusen.

Mainz war die Verunsicherung nach der ersten Saisonniederlage gegen den Hamburger SV in der Vorwoche zunächst deutlich anzumerken. Mit den drei defensiv eingestellten Mittelfeldspielern Simon Rolfes, Arturo Vidal und Lars Bender konnte Bayer früh den Angriffsdrang der Gäste stören. Ein Kopfball des Schweizer Stürmers Eren Derdiyok (21.) aus elf Metern war die größte Chance für Leverkusen. Nach einer Großchance von Adam Szalai (24.), der den Ball über das Tor von René Adler lupfte, wachten die Gäste aus ihrer Lethargie auf, so dass sich ein offener Schlagabtausch entwickelte. Die Verwertung der Chancen ließ allerdings auf beiden Seiten zu wünschen übrig.

Tuchel mir dem "goldenen Händchen"


Nach der Pause zollten die Leverkusener, die drei Tage zuvor in der Europa League bei Aris Saloniki (0:0) zahlreiche Stammspieler geschont hatten, ihrem hohen läuferischen Aufwand Tribut. Zwar blieb der Mainzer Jungstar Lewis Holtby beim überzeugenden Vidal weitgehend abgemeldet. Aber Mainz wurde zunehmend stärker, Szalai und Marco Caligiuri vergaben gute Gelegenheiten. Von Leverkusen war in der Offensive bis auf die Schlussphase nichts zu sehen.

In der 68. Minute bewies Tuchel erneut sein "Goldenes Händchen" und wechselte Ivanschitz sowie Schürrle ein. Nur zwei Minuten später sorgten das Duo mit dem Siegtreffer für unbändigen Jubel der Gäste-Fans.

Dortmund rettet Punkt


Borussia Dortmund rettete mit einem Last-Minute-Tor gegen Hoffenheim noch einen Punkt. Mit einem Kunstschuss in der Nachspielzeit bewahrte der eingewechselte Antonio da Silva seine müden Mitstreiter beim 1:1 gegen 1899 Hoffenheim vor einem empfindlichen Rückschlag. "Ich habe den Ball vorher geküsst. Es war unsere allerletzte Chance. Gott sei Dank habe ich sie genutzt", sagte der Freistoßschütze.

Noch während sich die BVB-Profis von ihren Fans feiern ließen, bestürmten die wütenden Hoffenheimer Schiedsrichter Wolfgang Stark. Der entscheidende Freistoßpfiff des Unparteiischen aus Ergolding nach einer angeblichen Regelwidrigkeit von Chinedu Obasi an da Silva brachte sie auf die Palme. "Ich war beim Schiedsrichter und habe ihm gesagt, dass es ein Foul an Obasi und nicht von Obasi war", klagte Ralf Rangnick.

Rangnick: Gefühlte Niederlage


Sichtlich verärgert trauerte der Gäste-Trainer der vergebenen Chance auf einen Sieg nach: "Das fühlt sich an wie eine Niederlage, nicht wie ein Punktgewinn." Zu allem Überfluss verlor Hoffenheim nicht nur zwei Punkte, sondern auch noch Sejad Salihovic. Der Mittelfeldspieler sah im hektischen Getümmel um den Schiedsrichter nach dem Schlusspfiff die Gelb-Rote Karte.

Stark hatte zudem einem erfolgreichen Elfmeter von Nuri Sahin in der ersten Halbzeit die Anerkennung verweigert, weil Torjäger Lucas Barrios zu früh in den 16-Meter-Raum gelaufen sein soll. Im zweiten Anlauf scheiterte der Türke beim Versuch, schon früh für den Ausgleich zu sorgen. "Das ist ja wahnsinnig, lächerlich", klagte Klopp, "das ist an Ungerechtigkeit kaum mehr zu überbieten."

Stuttgart erholt sich langsam


Der VfB Stuttgart ist unter Trainer Jens Keller auf dem Weg aus dem Tabellenkeller. Durch ein glückliches 2:0 (1:0) gegen den FC St. Pauli verließen die Schwaben nach dem schlechtesten Saisonstart der Vereinsgeschichte vorerst die Abstiegsplätze in der Fußball-Bundesliga. Den erst zweiten Sieg der Saison in einer zum Teil turbulenten Begegnung sicherten Georg Niedermeier (19.) und Zdravko Kuzmanovic (79.). Der VfB hatte aber auch das nötige Quäntchen Glück gegen die auswärtsstarken Hamburger, die nach zuletzt zwei Siegen und bislang drei Auswärtserfolgen sehr entschlossen auftraten, im Abschluss aber Pech hatten.

DPA/SID/tis / DPA

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